Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 93 (30.11.1885)
- Date
- 1885-11-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1584 Bnrgprcppach, mib einer bei Herrn Lehrer Goldstein in Maßbach. Das nen erworbene Gebäude bewährt . sich in jeder Beziehnng als höchst vortheilhaft und verfehlt nicht, den wohlthätigsten Einfluß auf das Gedeihen der Anskält zn üben. Der Gesnndheitsstand der Anstalt war auch in diesem Jahre ein ausgezeichnet guter, indem irgend eine wesentliche Erkrankung eines Zöglings im ganzen Jahre nicht vorkam. Die Ausgaben beliefen sich ans rund 20,000Mark, die Einnahmen auf rund 22,0OO Mark, so daß rund 2000 Mark als lleberschuß verblieb, was jedoch dadurch illusorisch wird, daß unter den Einnahmen rund 2000 Mark als Erlös ans. verkauften Staatspapieren anfgcführt werden. Es haben demnach Einnahmen und Ausgaben sich vollkommen gedeckt. Der Vorsteher der Anstalt, Herr Distrikts- Rabbiner Nathan Bambergcr in Würzbnrg schließt seinen Bericht mit der folgenden Ansprache: „Hochverehrte Gönner und Freunde der Anstalt! Der vorstehende Bericht kann wohl eines CommentarS entbehren, die zufriedenstellenden Erfolge bezeugen die Wirksamkeit der Anstalt, die nnwiderleg- Imreit Zahlen constatiren die segensreichen Leistungen der Anstalt. Dieselbe ist seit ihrer Gründung ihrem Prinzipe treu geblieben und war stets bemüht ihre Aufgabe immer besser zu lösen. In Würdigung dieser Momente hat sich auch der Kreis ihrer Gönner und Freunde immer mehr vergrößert. So wie Sie uns nun bisher in unserem Wirken und Streben für diese hochheilige Angelegenheit so lobenswerth zur Seite gestanden, so können Sie auch mit uns von dem beseeligenden Bewußtsein erfüllt sein, daß Sie Wesentliches beigetragen, zur Erhaltung der heiligen Thora, zur Gründung von echt jüdischen Bildungsstätten, zur Verbreitung und Entwickelung von Wissenschaft und Bildung, zur Förderung von Menschenliebe und Wohlthätigkeit; Leistungen, deren Tragweite nicht zu unterschätzen, deren Erfolge auch von späteren Generationen noch wohlthuend empfunden und dankbarst anerkannt werden müssen. Deßhalb glauben wir auch zu der Bitte berechtigt zu sein, edle Glaubensgenossen, erkalten Sie nicht, ermüden Sie nicht in Ihrem ruhmwürdigen Interesse für unsere Anstalt. Die laufenden Ausgaben sind sehr bedeutend, dazu kommen noch die materiellen Verpflichtungen, denen wir durch die Erwerbung unseres neuen Gebäudes nachzukommen haben. Bedenken Sie, daß die Acquirirnng dieses entsprechenden Gebäudes ein langjähriges, tiefempfundenes Bedürfuiß war, und daß hierdurch erst Gelegenheit geboten, den Anforderungen an eine solche Anstalt vollkommen gerecht zu werden. Wir sind hinlänglich davon überzeugt, daß die Ansprüche an den Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen sich stets mehren, aber unsere Weisen vergleichen in ihrer sinnreichen und belehrenden Weise die Wohlthätigkeit zur Aussaat (Baba kam« Folio 17), so wie von verhaltnißmäßig geringer Aussaat großer Erntesegen gewonnen wird, ebenso wird von geleisteter Wohlthätigkeit großer und ergiebiger Gottessegen zu erwarten sein. Möge daher jeder seinen Verhältniffen entsprechend zur Erhaltung dieser Anstalt beitragen, möge Seitens der ehrwürdigen Herren Rabbine», der verehrlichen Herren Vorstände und Lehrer aller israel. Gemeinden zu Gunsten dieser Anstalt gewirkt werden, mögen sie bei freudigen Gelegenheiten, bei Legaten 2C. dieser Anstalt gedenken, gewiß werden deren Bemühungen mit dem schönsten Erfolge gekrönt sein, und sich bei ihnen allen des Palmisten und der Weisen Worte erfüllen: (Pf. 128) Aschrecho wetov loch „Heil Dir und es wird Dir wohl ergehen in diesem und in künftigem Leben." Mainz, 27. November. Der Telegraph bringt uns soeben die Tranernachricht von dem heute erfolgten Hinscheiden unseres theuern und unvergeßlichen Freundes, des Distriktsrabbiners Hirsch SU Burgpreppach. In der Blüthe seiner Jahre wurde er nach langen und schmerzlichen Leiden hinweggenommen. Was das Judenthum, was die Menschheit in diesem edlen, vorzüglichen, gelehrten und gottbegeisterten Manne verliert, ist nicht zu beschreiben. Sein ganzes, opferungsreiches Leben war in erster Linie der Jugeudbildung gewidmet. Die Borbereitungsschule für den Lehrerberuf, die der Verewigte gegründet und erhalten, wirkte äußerst segensreich, und viele tüchtige Männer verdanken dem so früh uns Entrissenen die Grundlage ihrer Erziehung, die Bildung ihres Charakters. — Wir erwarten, daß eine berufene Feder uns den Lebensgang und die hohen Eigenschaften des edlen Verblichenen ausführlich schildern wird. Möge der allgütige Gott der trauernden Gattin und all den zahlreichen Freunden Trost spenden! Der Verklärte wird in jenen lichten Gefilden reichen Lohn empfangen für all das Gute, das er hienieden geleistet. n"2"s"j"n. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 12. November. Die „Wiener allg. Ztg." erhält folgende Zuschrift: „Bekanntlich hat der Berliner Vertrag die volle Unabhängigkeit Rumäniens nur unter der Bedingung anerkannt, daß laut Gesetz und Verfassung der Genuß der bürgerlichen Rechte von der Eonfession der Staatsange-