Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 92 (26.11.1885)
- Date
- 1885-11-26
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Holzgefasse; es kommt dann weder Salz noch 'Wasser mehr daran, und so können sie lange Zeit auf bewahrt werden. Bei den zum Essen bestimmten Oliven fugt man mitunter noch etwas Essig hinzu. Die Oliven, die zur Oelbereitung bestimmt sind, bleiben auf den Bäumen, bis sie vollständig reif sind, werden dann abgeschlagen und in grossen Haufen aufgeschichtet, wo sie 20—25 Tage liegen bleiben, bis sie weich sind und in den Mühlen gemahlen werden. Sie werden dann in Körben vollends ausgedrückt, das Oel iliesst in die dazu eigens bestimmten (iefässe. Ein kleiner und junger Baum liefert etwa 2 Maass Oliven, ein mittelmässiger Baum 6—8 Maass, ein ausgewachsener Baum 12 Maass; ein Maass ----- etwa 12 Kilo. Zwölf Kilogramm Oliven geben etwa 3 Kilo OeL Das Oel wird von den Bütten in Schläuche gefüllt und in die Stadt zu den Kaufleuten oder m die Seestädte, hauptsächlich nach Jaffa, gebracht, wo es von den Kaufleuten nach und nach in grosse Jb'ässer gefüllt und in die westlichen Länder, zumeist nach Prankreicn, geschickt wird. Dort wird es geläutert und raffinirt und kommt dann unter dem JNamen „geläutertes französisches Oel“ hierher zurück. Die Oliven werden drei Mal gepresst: Die erste Pressung giebt das vorzügliche Oel, die zweite das gute Oel; zum dritten Mal kommt ein zum Genuss nicht brauchbares Oel hervor, das an die Weber verkauft wird. Der Kückstand (Olivendrüsen) gewährt ein gutes und viel gesuchtes Brennmaterial und hat einen guten Preis. H. Orangen.^ Die Orangen gedeihen besonders gut in der Umgegend von Jaffa und Assa an der Meeresküste, da der sandige Boden und das oceanische Klima dem Wachsthume des Baumes sehr förderlich sind. Bei Jaffa giebt es an 500 Orangen- Härten mit vielleicht 800 000 Bäumen. Von diesen 5U0 Härten sind etwa 150 vorzügliche, während die anderen nur mitcelmässige in Bezug auf den Ertrag genannt werden können« ' in den Orangepflanzungen lässt man zwischen den^ einzelnen Bäumen etwa 15 Meter Zwischenraum. Im Monate TIQH werden vom dem Süss» Citronenbaume die Schösslinge abgeschnitten und in Beete gesetzt, wo sie zwei Mal täglich begossen werden. Diese Setzlinge wachsen schnell und blühen schon im zweiten Jahre; nach dem Verblühen schneidet man die Spitze ab, worauf ein neuer Schössling sich bildet, und im-dritten oder vierten Jahre kommt schon die Erucht. l)eu Sommer hindurch werden die Bäume wöchentlich einmal (von manchen Besitzern alle fünf Tage) begossen. Das Wasser wird aus etwa' 10 Meter tiefen Brunnen, die bei solcher Tiefe das Wasser nie versagen, durch ein von Karneolen oder Eseln bewegtes Schöpirad an die Oberfläche gefordert. ln guten Härten betragen die Kosten für die Bewässerung und sonstige unentbehrliche Pflege etwa ein Pünftel des Werthes des Ertrages, in weniger guten Gärten ein Drittel, in manchen sogar die Hälfte. In Palästina wird die Orangencultur durchAkein Insect, auch nicht durch Unkraut oder Krankheit beeinträchtigt, da das Klima und der Boden sich ganz besonders für das Gedeihen guter und kräftiger Bäume eignen. Zwischen den Bäumen sind kleinere Obstbäume oder Gemüse angepflauzt. Wir haben m Orangenanlagen Palmen, Bananen, Apfel- und Aprikosenbäume, Pfirsich- und Peigenbäume und Sycomoreu angetroifen; was das für einen Zweck hat, können wir uns nicht erklären und können es nur als eine Laune der Orientalen ansehen. Die Kosten, welche der Orangengärtner hat, betragen etwa 22 Prancs auf je 1000; das Capital verzinst sich zu etwa 12 bis 15 Procent. Beim Verkaufe versteht man unter 1000 sonderbarer Weise immer 15UU Stück berechnet, da unter so vielen vom Käufer uur 1000 angenommmen und zum Wiederverkäufe fortgebracht werden. Sehr viele Orangen werden alljährlich nach dem westlichen Ländern gebracht; Odessa ist der Markt für die aus Jaffa kommenden; auch nach London gehen Tausende von Kisten. Im vergangenen Jahre wagten es einige Kaufleute, ihre Waare nach New-Vork zu bringen, und das Unternehmen ist auch geglückt. Wenn die Kanfleuto von J affa ihre Waare gut nach Amerika bringen können, so werden sie unstreitig glänzende Geschäfte machen, da es in Amerika keine diesen Orangen ähnliche Prüchte giebt. Es giebt hier eine Art Orange, jdie auf Bäumen wächst^ die. aus. den Lernen der Orange selbst ent*