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Der Israelit · 1885-11-26 · Heft 92 (26.11.1885) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 92 (26.11.1885)
Date
1885-11-26
Page
– (sequence 22)
Language
German
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ation Aus den Berichten des amerikanischen Consnls,Herrn Sela Steril, über das heilige Land. In Anbetracht des Umstandes, dass es keine . officielle Statistik in Palästina giebt und man auf seine eigenen Erkundigungen angewiesen ist, können die Nachrichten auf den verschiedenen Gebieten nur nothdfirftig sein, zumal das Einziehen solcher Erkundigungen mit vielen Schwierigkeiten verbunden ist. Ein grosser Nachtheil für dieses Land ist der Geldmangel; der Vorrath an Geldmünzen reicht nicht aus. Die Einwohner sind hierdurch gezwungen, bei Einkäufen mehr zu geben, als der Preis beträgt, und Viele sind deshalb in grosse Schulden .gerathen. Hierdurch ist es auch gekommen, dass der’Zinsfuss ein sehr hoher ist, so dass 12 Procent als ein geringer Zinsfuss angesehen werden und es leicht ist, sogar 30 Procent zu erhalten. Aber hiftr wie überall nimmt-mit dem höheren Zinsfusse auch die Unsicherheit für das Capital zu, und so kommt es vor, dass 50, ja sogar 100 Procent bezahlt werden. — Und nun zu den Landesproducten. I. Oliven. Es giebt vier Sorten Olivenbäume im heiligen Lande, und die Einwohner nennen Bie: weisse, schwarze, grosse und kleine. Der Unterschied der Bäume ist nicht beträchtlich und wird von dem .unkundigen Auge ganz übersehen. Unter 1000 Olivenbäumen ist nur ein einziger mit den sogenannten grossen Oliven; nur wenig Bäume tragen die kleine Sorte, die meisten die schwarze und die weisse; letztere ist eigentlich grün, die sogenannte schwarze ist blassgrün und die bessere Sorte. . Die Olivenbäume zieht man vom Stamme der Oe!-, d. h. der wilden Olivenbäume; letztere pflanzt man 10 Meter weit auseinander und pfropft. sie nach etwa 8—10 Jahren; nach. Verlauf von 3—4 Jahren tragen eie - dann Früchte/ Manchmal findet das Pfropfen früher statt und so tragen manche Bäume schon .im siebenten Jahre nach ihrer Pflanzung Früchte; bei den meisten Olivenbänmen aber dauert es 10—14 Jahre. Beim Pflanzen des Olivenreises ist der Bauer sehr vorsichtig, die Wurzel so tief wie möglich* in den -Boden zu legen, damit sie von dem Pfluge nicht verletzt wird (denn der Landmann lockert den zwischen den Olivenbäuinen befindlichen Boden von Zeit zu Zeit mit dem Pfluge), und das ist seine ganze Mühe mit diesem Baume, den-er ganz sieb selbst überlässt und nicht einmal bewässert. Allerdings trägt er früher Früchte, wenn er befeuchtet wird; allein dies ist nicht überall möglich, und Geld mögen die Bauern und Grundbesitzer für das Bewässern der Oliven bäum-Anlagen nicht ausgeben. -Der Olivenbaum wird sehr alt und trägt eine lange Reibe von Jahren Früchte; nur ist es schwer zu bestimmen, wann er seine Fruchtbarkeit einstefit. In der Umgegend von Jerusalem giebt es Olivenbäume, die noch aus der Körner zeit stammen sollen. Der Olivenbaum liefert abwechselnd ein Jahr eine gute und das* andere Jahr eine schlechte Ernte. Dieser Umstand hängt nicht mit den Eigenschaften des Baumes zusammen, sondern rührt davon her, dass man bei der Olivenernte die Frucht und leichtsinniger Weise auch die jungen Zweige abschlägt, die von der Natur dazu bestimmt sind, im folgenden Jahre die Früchte hervorzubringen. Bei grösserer Vorsicht würde der Baum gewiss jedes Jahr einen schönen Ertrag liefern. In den Thälern und Ebenen liefert dieser Banm zwar auch einen schönen Ertrag, doch sollen die Oliven, die auf den Bergen gewachsen sind, in Qualität und Quantität besser als jene. sein. Die grünen Oliven behalten ihre Farben seihst dann bei, wenn sie eingemacht werden; sie werden vor der Keife gesammelt, sonst werden sie za weich und unbrachbar. Die schwarzen Oliven bleiben fast bis zur gänzlichen Keife hängen;.dann werden sie gesammelt und vorsichtig in- Körben aufbewahrt und eingesalzen. > Nach 3—4 Tagen nimmt man sie heraus and legt sie. in .irdene oder

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