Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 91 (23.11.1885)
- Date
- 1885-11-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1554 Er desavouirt den Rabbiner und und erklärt, feine Kinder „dürfen" ra» ja schreiben. . Dadurch, daß wir bis jetzt in der Mittelfchweiz keinen Rabbiner der orthodoxen Richtung angehörig hatten, ist überall eine solche Gleichgiltigkeit "in religiöser Beziehung eingctreten, daß cs nur zu begrüßen ist, daß endlich durch die Berufung eines strcngrcligiösen Rabbiners wenigstens bessere Zustände bei uns herbeigeführt werden können. Das Sprichwort „3f‘ das Päfflein noch so Nein" möchte gern ein Päpstlein sein" findet bei uns seine Anwendung. Um einige Franken zu verdienen, nimmt ein obscurer pn — parrp vor, dadurch wird natürlich die Ehrfurcht vor diesem heiligen Akte zu einem „Geschäft" herabgcwürdigt. Mit Namen zu nennen halte ich vorläufig noch zurück, diese Zeilen sollen einstweilen nur als „Warnung" dienen. Wenn dieser Schlendrian nicht aufhört, so wird die Veröffentlichung der betreffenden Namen erfolgen, damit die Welt auch erfährt, woher diese Herren antorisirt sind pienTp mDC zu sein. Wie viele dabei Vorkommen, wenn Leute die keinen nvara piD „lernen" können, eine Trauung vornehmen, daran darf man gar nicht denken! Haben die jüdischen Gemeinden bctr. der Schacht-Angelegenheit mit der Obrigkeit resp. den Agitatoren zu kämpfen, so ist dieses schließlich eine Sache, die Vorkommen kann und die bis jetzt mit Gottes Hilfe stets gut verlaufen ist, aber tut Innern ist ebenfalls Vieles zu ordnen, welche des Kampfes wcrth ist, es betrifft nämlich die jüdischen Metzger. Nach dem Neligionsgesetz py \rkur verdient ein "rar, welcher öffentlich rütf ist, in keiner Weise religiöses Zutrauen. Derselbe kann und darf in sozialer Beziehung ein sehr braver, reeller Mann sein, in religiöser Beziehung kann derselbe in diesem Falle kein Zutrauen verdienen und beanspruchen. Wie ist cs nun, wenn ein jüdischer Metzger am u"'i roer sein Geschäft offen halt und hat den Verkauf von -nrn-Fleisch? Ist dieses von einem solchen nur bezogene Fleisch nach dem pn? Sicherlich nicht. — Was aber noch das Schönste an der Sache ist, so sind es gerade diejenigen Metzger, welche rat? ihr Geschäft offen haben, welche auch nbp (sic?) als oninx ’Jp:o „Hinterfleisch" zu porschen. Tons comme chez nous, wird vielleicht mancher Leser sagen; aber wir haben Gottlob bei uns in jeder Gemeinde noch Männer, welche bereit sind, mitRath und Thal, diesen Uebelständen abzuhelfen, nur fehlt es an einem festen Zusammenhang und bezwecken vielleicht diese Zeilen da und dort diejenigen, die gemeint sind, zu einem gemeinschaftlichen Zusammengehen aufzumuntern; der Erfolg kann nicht ausbleiben pm \t p. London, im November. Seit einiger Zeit weilt ein würdiger Gast in unserer Mitte. Der von frühester Jugend so sehr ausgezeichnete Gelehrte Herr David Köhn-Zedek ist gegenwärtig hier auf Besuch bei seinem allgemein geschätzten Vater, Herrn Rabbiner Joseph Kohn-Zedek. Wir hatten das Vergnügen, zwei Vorträgen, welche dieser junge Gelehrte auf Einladung der Vorsteher in zwei Synagogen vorgetragcn, anzuwohnen, und können nur das allerseits ausgesprochene Urtheil wiederholen, daß dieselben das Gepräge wahrer talmudischer Gelebrsanikeit verbunden mit weltlichem Wissen an sich getragen. An beiden Tagen waren die Gotteshäuser von einer großen Menschenmenge gefüllt, und Alles bekundete ein Gefühl höchster Zufriedenheit, indem Jeder wetteiferte, dem verehrten Redner das wohlverdiente Lob zu spenden. Dieser junge Gelehrte hat sich auch freiwillig erboten, dreimal wöchentlich den Pentateuch mit Raschi, sowie den Talmud mit den begleitenden Kommentaren und den jüdischen Ritual-Kodex zur Belehrung unentgeltlich vorzutragen. Derselbe hat sich während der kurzen Spanne Zeit seines Aufenthaltes eine ungemein große Popularität erworben, welche mit jedem Tage, ja zusehends im Wachsen begriffen ist. Es wäre "äußerst zu wünschen, daß dieses große Talent für die Dauer für uns gewonnen werden möge. * * * G li g I a li d. London. Bei den Mayors- (Bürgermeister) Wahlen wurden die Herren Israel Hart in Leicester und Philipp Goldschmidt in Manchester wiedergewählt, und Herr W. E. Samuel in Wrescham neu gewählt. Feuilleton. Hiefiaöikilirl. Erzählung von Friedrich Rotr. XV. „Scheint ein recht anständiger junger Mann zu sein," bemerkte der Hotelier, „seine . Familie glaube ich zu kennen." „Ich glaubte, er wäre Ihnen vollständig fremd." „Bin seit 25 Jahren Inhaber dieses Hotels," sagte der Wirth mit Selbstbewußtsein, „da lernt *