Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 91 (23.11.1885)
- Date
- 1885-11-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1551 seiner Persönlichkeit schon selber hinreichend gesorgt hat, glauben aber doch, das; man dem Erscheinen der Broschüre mit Spannung entgegensetzen darf, da Herr Prof. Strack in derselben voraussichtlich den Beweis der Wahrheit für seine Behauptungen ««treten wird. Berlin, 18. Nov. Ter Vorstand der „Israelitischen Synagogengcmcindc (Adass- Jisrocl) zu Berlin" hat in dieser Woche von der Staatsbehörde das Diplom mit der Unterschrift Sr. Majestät des Kaisers zugcsandt erhalten, worin der Gemeinde die Korporationsrechte bestätigt werden. Interessant ist die Haltung der Herren Reformer zu diesem bedeutsamen Ereignis;. Während die Einen die Verleihung der Corporationsrcchte als ein harmloses Vergnügen ohne jede Bedeutung hinstellen, lässt sich die „Allg. Zeit, des Jndenthums" aus Berlin eine „Privatmitthcilnng" senden, die bis auf die Thalsache der kaiserlichen Verfügung vom ersten bis zum letzten Worte auf Erfindung beruht. Zunächst meint der Korrespondent, die Gemeinde „Adass- Jisrocl" werde sich nächstens einen eigenen Friedhof ankaufen müssen; wir wollen dem Herrn „privatim mittheilcu", das die „Adaß-Jisroel" schon seit Jahren einen eigenen Friedhof besitzt, und daß derselbe leider eine solche Frequenz anfzuweiscn hat, dass die bcdentcndc Schuld, die auf dem Grundstück lastete, in den nächsten Wochen bis auf den letzten Pfennig getilgt sein wird. Ferner meint der vorzüglich unterrichtete Correspondcut, das; die Reformer nie Separationsgelüste empfunden, und dass es der Reformgemcinde nie eingefallen sei, sich von der „Muttergcmciude" zu trennen. Diese Behauptung hätte richtig sein kö u neu, denn die Herren von der Johanuisstraße kennen der; Begriff religiöser Gewissenbedenken überhaupt nicht, aber sie ist trotzdem unwahr. Schreibt doch erst heute die „Volkszeitung:" „Die orthodoxe jüdische Gemeinde Adass- Jisroel, welche von Dr. Hildesheimer vor 15 Jahren begründet wurde und eine eigene Synagoge in der Gipsstraße besitzt, hat jetzt die Rechte einer juristischen Person erhalten. Die seit 40 Jahren bestehende . R e f o r m g e m e i n d e petitionirt darum bis jetzt vergeblich; ihre Mitglieder müssen auch an die hiesige jüdische Gemeinde Steuer zahlen." Zudem bemerken wir dem Herren „privatim", daß unmittelbar nach Erlaß des Austrittsgesetzes die Reformer unter dem Vorsitz des verstorbenen Bernstein (Redakteur der „Volkszeitung") mehrere Versammlungen behufs Austritt aus der isr. Gemeinde und Erlangung der Korporationsrechte abgehalten haben. Man stand allerdings davon ab, als die Hauptgemeindc viele Tausend Mark für die Bedürfnisse der Reformer zuschoss und Stadtrath Magnus in der (in der „Allg. Zeit, des Judenthums" veröffentlichten) Antwort die Glückwünsche der Reform zu seinem Jubiläum betonte, dass ja Reform und jüdische Gemeinde sich immer mehr näherten und die Hoffnung aussprach, dass in nicht ferner Zeit die Prinzipien der Hauptgemeinde sich denen der Reform anschliesscn würden. Es ist gut, auf diese Antwort des ehem. Vorsitzenden der jüd. Gemeinde wieder einmal hiuzuwcisen in dem Augenblicke, da die „Adass-JiSroel" die Gcmeiudcrcchte und somit auch das Recht erhielt, die ans den Provinzen nach Berlin zuziehende» Glaubensgenossen in ihren Verband aufzunehmen. Der „Allg. Zeit, des Judcnth." aber lvünschen wir besser unterrichtete Privatcorrespondenten. Frankfurta. M. Ter Verein für jüdische Geschichte und Literatur hielt am Donnerstag den 20. Oktober seine diesjährige Generalversammlung ab. In derselben wurde der frühere Vorstand einstimmig wieder gewühlt und cs konnte eine erfreuliche Zunahme der Mitglieder und auch des Kaffenbestaudes couftatirt werden. Die diesmaligen Wintervorlesuuge» wurden mit einem durch den Vereinspräsidenten, Herrn Dr. H. Heincmann, abgehaltenen Eyclns von Vorträgen, „die Inden in den Ländern dcS Islam" eröffnet. Der erste, diesen Mittwoch Abend im vollständig gefülltem Saale des Hotels „zum römischen Kaiser" stattgehabte Vortrag behandelte das Thema „Muhamed und die Inden." — Der Redner wandte sich znnächst gegen den Versuch, den Islam aus einer allen semitischen Stämmen eigenen Neigung zum Monotheismus zu erklären, indem er auf die grossen Unterschiede hinwies, die uns zwischen den uns genau bekannten semitischen Völkern, den Babyloniern und den Assyrern, und dem jüdischen Volke cntgcgentreten. Dort Despotismus und die Willkür einer Alleinherrschaft, im jüdischen Volke auch dem Geringsten die persönliche Freiheit gesichert. Während 'dort die religiöse Verehrung zwischen zügelloser Hingebung an die Sinnlichkeit und Aufopferung des eigenen Lebens und desjenigen der Kinder im Dienste der Götter schwankt, ist' das sittliche Ideal des Jndenthums. das auf der Gottähulichkcit beruhende Gebot der Heiligung, und vor Allem zeigt die babylonisch-assyrische Götterwelt nicht den leiseste» Anklang an jenen erhabenen Gottesgedankeu, der im Jndenthnmc ausgcdrückt wird. Auch den altern Arabern, obgleich ihre Mythologie nicht so