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Der Israelit · 1885-11-12 · Heft 88 (12.11.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 88 (12.11.1885)
Date
1885-11-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1498 Altar stieg mau die Treppe hinauf, und das Emporsleigen auf ihr schildern uns die Weisen am Schlüsse des Traktats Sotah: „Nabbi Pinchas den Jair sagte: Eilfertigkeit (im Dienste Gottes) führt zur Reinheit im Wandel, Reinheit im Wandel führt zu Hcrzensreinheit, Herzensreinheit führt zur Entsagung. Entsagung führt zur Heiligung, Heiligung führt zur Demuth, Demuth führt zur Furcht vorder Sünde, Furcht vor der Sünde führt zur Frömmigkeit, Frömmigkeit führt empor zum heiligen Geiste, und dieser zum ewigen Leben." An die Stelle des Opfers ist für uns das Gebet getreten. Wir müssen uns bemühen, uns im Gebete emporzuschwingen und all die hohen Stufen zu erklimmen, die uns hier geschildert werden. Nicht lässig sollen wir das Gebet verrichten, es nicht wie eine lästige Pflicht betrachten, der wir uns so rasch als möglich zu entledigen haben. Wenn wir es nur versuchen möchten, uns im Gebete mit dem heiligen Feuer der Gottesnähe zu durchglühen — es würde uns dann unmöglich werden, unsere Hände zu beflecke» mit Unrechtem Gut, alle bösen Triebe, Neigungen, Leidenschaften würden aus unserem Herzen entweichen; freudig würden wir entsagen so manchen, unnützen vergänglichen Freuden und unser Leben würde einem Zwecke geheiligt, dem einen Zwecke, Gott zu dienen; dann würden wir in Demuth und Bescheidenheit vor unserem Gotte wandeln, die Sünde verabscheuen und alle unsere Thaten würden wahrhafte Frömmigkeit bekunden; Gott, der Herr, oder wird uns senden Seinen heiligen Geist, auf daß wir eingehcn zum ewigen Leben. nfo* d'-idw n?, ritt ni „Und Ich werde groß machen deinen Namen — das ist, daß Israel im Gebete spricht : Gott Jakobs." Und so heißt es auch: „Wer darf hinaufsteigcn auf den Berg des Ewigen, wer darf stehen auf Seinem heiligen Orte? Derjenige, der reine Hände hat und lautern Herzens ist, der niemals die ihm von Mir verliehene Seele ,yra irs: '->p) zum Falschen trug und nie zum Truge geschworen hat; er wird empfangen Segen vom Ewigen und Wohlthat vom Gotte seines Heils; dies ist das Geschlecht Seiner Verehrer, die suchen dein Antlitz, Jakob, Selah." Das Antlitz Jakobs leuchtet wie die Sonne, und sein gotterfülltes Leben, seine Kämpfe and Siege, und die Art, wie er all seine zahlreichen Kinder zu Gottesdienern erzog, sollen uns ein ewiges Vorbild sein. Dann wird sich auch an uns erfüllen die dem Jakob gewordene Verheißung: „Und Er sprach: Ich bin der Ewige, der Golt deines Vaters Abraham und der Gott Jizchaks; das Land, auf welchem du ruhst, dir will Ich es geben und deinen Nachkommen, zahlreich wie die Körnchen, aus denen der Erdboden sich zusammeufetzt, und du wirst dich ausbreiten nach Wester: und Osten und Norden und Süden und cs werden gesegnet werden durch dich alle Geschlechter der Erde und durch deinen Samen. Und siehe, Ich biri mit dir, und Ich werde dich behüten überall, wohin du gehst und Ich werde dich zurückführen in dieses Land; denn Ich werde dich nicht verlassen, bis Ich vollbracht habe, was Ich dir verheißen." (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus Bayern. In der am 23. September stattgehabten Sitzung der in Ansbach versammelten Generalsynode fand eine lebhafte Discussion über folgenden Gegenstand statt: Zu einem Antrag der Synode Windsbach wegen Aufnahme der sonntäglichen Fürbitte für die Mission unter den Heiden und für die Bekehrung Israels hatte der Ausschuß sich zu dem Andrange geeinigt: „H. Generalsynode wird ersucht, den Andrang der Diöcesansynode Windsbach dem h. Kirchenreginrente zur geneigten Berücksichtigung zu empfehlen und dasselbe zu bitten, dieser Fürbitte die geeignete Fassung zu geben." Referent Kirchenrath Decan Engelhard empfahl den Ausschnßantrag. Decan Seßner von Feuchtwangen äußerte sich dahin, daß die Israeliten es übelnehmen müßten, wenn für ihre Bekehrung gebetet würde. Direktor Schreiber von Augsburg nannte die Fürbitte beleidigend. Auch Senior Brendel von Augsburg hielt die Fürbitte für unangemessen. Präsident Dr. v. Stählin erklärte, die Fürbitte für Israel sei an nnd für sich ganz recht, aber es fromme nicht Alles. Er fürchte unangenehme Folgen, die Beschuldigung des Antisemitismus, von dem wir in unserem Lande nichts wüßten. Bei der Abstimmung wurde die Aufnahme der Mission unter den Heiden in daß sonntägliche Gebet mit großer Mehrheit angenommen, die Fürbitte für die Israeliten aber mit allen gegen 33 Stimmen abgelehut. Berlin. In der letzten in Straßburg stattgehabten Versammlung der deutschen Aerzte hat sich Professor V ir ch o w folgendermaßen über die Lebensfähigkeit der Juden ausgesprochen: „Die weißen Menschen sind fast gar nicht geeignet zur Eolonisirung in fremden Ländern. Die Deutschen taugen am wenigsten hiezu. Die Franzosen, die sich kn Algier

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