Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 87 (9.11.1885)
- Date
- 1885-11-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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14 S2 zusührt, mit dem Gedächtnisse das Eiupfnndene festzuhalten, die Erscheinungen untereinander zu vertjlcidjcii und aus ihnen allgemeine Eigenschaften zu abstrahiren, mit dem Verständezn ntthcilen, mit der Vernunft von Einem ans das Andere zu schließen und w dis zur letzten und ersten Ursache aller Tinge vorzudringen r?y sa 'n rum. „Und siehe der Ewige, stehend auf ihm." Aber nur in den allerseltenstcu Fällen gelingt cS dem Menschen, aus sich heraus bis zur Wahrheit zu gelangen. Wohl sind die Boten Gottes in großen Denkern emporgestiegen; aber der höchste Gipfel wurde meistens von ihnennicht erreicht. „Und Boten Gottes stiegen empor — aber sie mußten, noch ehe sie am Ziele angelangt waren, herniedergehen." Die Geschichte kennt nur ein Beispiel, daß ein Mensch durch eigenes Nachdenken die Hohe der GottcSertcuntniß erstiegen omax 'vi n.nx, dieser eine war Abrvham. Nicht Thaies, nicht Pythagoras, nicht SokrateS, nicht Plato, nicht Aristoteles und wie sic alle heißen, die größten Denker der Welt, vermochten den Gipfel zu erklimmen; wohl stiegen sie hoch empor au der Leiter der Erkenntnis; allein Gott, den Einzigen, den Elvigcu vermochten sie nicht zu erschauen. Deßhalb beschloß der allgütige Gott, sich dem von Ihm erwählten Volke am Berge Sinai zu offenbaren, und auch dieses große Ereigniß zeigte Gott dem Jakob in der Erscheinung des Traumes. Unsere Weisen machen die Bemerkung, das; der Zahlenwerth des Wortes cbo (60, oou.40 — 130) gerade soviel wie der des Wattes \ro (GO, io, 50 und 10 — 130), beträgt. Jakob, sagen sie, wäre es werth gewesen, daß ihm die göttliche Offenbarung am Berge Sinai zu Theil geworden; aber Gott zog es vor, sich einem ganzen Volke, den Nachkommen Jakobs, zu offenbaren. nux:ty nsnx aso ,'in 'an xnacia /yo m l£d inni newr ,myo»n >uo is'xm ,nnn rnnrina rasrnn D’Tivi D’^y D'i'rx ’ax^c rum, D’diph 2b ny ti'xn nyia by 'n nnn maxi» ,v^y 2A 'n rum ,pnsi msna Px ,ia .'TD m Die Leiter war ein Symbol des Berges Sinai; „sie war gestellt auf die Erde", wie es heißt: „und sie (die Israeliten) waren ausgestellt in der Niederung am Berg;" „und ihre Spitze reichte bis an den Himmel", wie es heißt: „und der Berg loderte in Feuer bis an das Herz des Himmels", „und siehe, Boten Gottes stiegen auf und nieder an ihr", das waren Moscheh und Aharon, wie cs heißt: „und es sprach zu ihm der Ewige: geh hinab und und steige empor, Du und Aharon mit Dir": „und siehe der Ewige, stehend aus ihr", wie es heißt: „und es ließ sich herab der Ewige auf den Berg Sinai." Sa zeigte Gott dem Jakob die künftige geistige Größe seiner Nachkommen, das große Licht, das durch sie, das durch ihn der Welt erstrahlen sollte. Und so lehren die Weisen, anlehncnd an die Worte ircffn xa „beim die Sonne war nntergegangen": wie man sagt: löschet ans das Licht, denn schon leuchtet die -Lonne; so hatte Gott die Sonne untergehen lassen, als das Licht der Welt, als Jakob auf dem heiligen Berge erschien; denn auch Jakob wird „Sonne" genannt, wie es heißt (1. B. M. E. 37 K. 0) 'ui rrvmsretwi nn. „Und Ich werde groß machen Deinen Namen," das ist, daß man sagt: „Gott Jakobs", die wahrhafte Große Abrahams zeigte sich erst, da am Berge Sinai die Nachkommen Jakobs das die Sonne weit überstrahlende Licht der Gotteslchrc empfingen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deut s ch l an d. Berlin, l. November. Die Fehde, welche Herr Prof. Strack durch seine bekannte Erklärung Herrn Stöcker ungesagt, scheint einen immer größeren Umfang annehmen zu wollen, wenngleich der Herr Hofprediger einen öffentlichen Eonflict möglichst vermeiden will. Prof. Strack hatte Herrn Stöcker indirekt der Luge beschuldigt, und dieser glaubte nunmehr am besten dem schweren Vorwurf dadurch zu begegnen, daß er gegen Pros. Strack eine drohende Haltung einnahm. Doch bange machen gilt nicht, denkt Pros. Strack und er erläßt eine lauge Erfl(innig, in der er zwar immer noch nicht mit dem gravirenden Beweismaterial hcrvortrirt, aber die Anschuldigungen gleichwohl hiudurchleuchte» läßt. Wir entnehmen der Erklärung die folgenden Sätze: „Bei der Verhandlung des seitens der Redaktion des „Nckchsboten" durch den Mitarbeiter des „Neichsboten" Simon May gegen mich angestrengten Prozesses habe ich vor Gericht eine Erklärung abgegeben, welche nur für die mit den Ereignisse» Unbekannten mit dem Prozesse nicht in Zusammenhang stand, — die Erklärung nämlich, daß diejenigen Beweise, welche ich hinsichtlich der Wahrhaftigkeit des Herrn Hofpredigers Ads. Stöcker (meines eigentlichen Gegners) Vorbringen könne, für sein Verhalten zu einem „schärferen Ausdruck als leichtfertig" Anlaß bieten. Mit Rücksicht ans die mir und Herrn Hofprediger Stöcker wesentlich gemein-