Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 87 (9.11.1885)
- Date
- 1885-11-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVf. As 87: ■ i n Hentraf - Hrgan für das ortßobine $ubenfßum. ^)errtuxn.H't]ci)ni dom I>r. Vehmann in Main;. M o n t <1 g , d e tt 1). Move nt her 56141 (1885). leitend e r Artikel. Mc Begründer des israetN. Walües. ix. Mai n z, d. 92DUCIII bcr. „Hub c-i lu'ud) auf Jakob uv» Ätzer-Scheba und stiii,i auch e>l)(iniit. Hub er gelangte an jenen Cn, beim bir €oihic war uiiiergegangeu, iiitb er luiljm vvu beii Sneinen des Crteb imb leglx sie sich zu Haupte», »üb er legre sich »iebet au bei» sefbigeu Crte. Hub er träumte, imb siehe eine Leiter war steslelll auf bie Erbe, bereu Spitze ragte bis au beu Himmel, und siehe, Engel tstottes stiege» auf und nieder au ihr. Und siehe, der Ewige stand auf ihr." ■ . Jakob mußte 'liehen >wr dein Bruder, der Ihm »ach dem Leben, trachtete, er mutzte verlassen bas lheure Vaterhaus und die geliebten Etter», einem imgewisfeu Loose eutgegeuziehenb. „Uub es brach ans Jakob von Büer-Scheba," dem Orte der Goitesfnrcht, der Tugend, der Frömmigkeit, „imb er ging »ach Eharan," tvv Laban wohiite, der Götzendiener, dessen hervorragender Charakhe'rzug Hinterlist war. Er mutz im freien übernachten, imb ein 1)aprer Stein ist sein Kopfkissen. Da hatte er einen Traum, in welchem Gott ihm eine herrliche und wunderbare Zukunft zdigt. Unser Vater Jakob ist, wie wir bereits im vorigen Kapitel nachgewiesen, der größte und vollendetste unter den Begründern des israelitischen Volkes. Er vereinigte in sich die hohen Eigenschaften Abrahams und Jizchaks und gestaltete sie zu einem harmonischen Ganzen. Er ist, wie kein Anderer, das Prototyp unseres Volkes. Auch Israel, bas Volk, mußte entfliehen aus seines Vaters Haus, verfolgt vom feindlichen Bruder, mußte'wandern von Ort zu Ort ».von Land zu Land, mußte oftmals gar hart sich betten, Hp Iur'mrii aber überall ist Gott bei uns, und der Traum einer herrlichen Zukunft tröstet uns ob der Leibe» einer oft tranrige» Gegenwart / •.c’cbiro ira;v» ernte ns 'i mza, „Wenn sammeln wirb der Ewige Sein über die H-rbe zerstreutes Volk und wieder aufbaueu wirb Sei» heiliges Haus in Zerns,ilem, bau» sind wir gewesen wie'Träumende." Erst bau» werben wir erkennen, daß bei. beglückende Traum , uns Wahrheit gezeigt. In dreifacher Weise können wir den Traum Jakobs deuten. Er zeigt uns die Größe und die Bebeutuug des Meulcheu als solchen, er zeigt uns die höhere LoUeubung Israels durch die Offenbarung am Nuai, er zeigt uns die höchste Volleiidniig, die höchste Vollkommenheit durch den Ban des heiligen Tempels und die in ihm zu voll führenden gotkgeboteuen Thateu. Tie Leiter, welche Jakob erschaute, ist zunächst ein Bilb beS Menschen. Wie diese Leiter auf der Erbe stäub, aber bis an den Himmel' ragte, so wurzelt bei Mensch tut Irdischen, kann aber dem Höchsten zustirbe». Als Gptt den Menschen erschuf, nahm Er Staub vom Erdboden und bildete ihn daraus; aber Er hauchte ihm Odem des Lebens ein, des ewigen Lebens» Geist von Seinem Geiste. So gehört der Mensch zweien Welten an, der irdischen Niederwelt und der himmlischen Welt des Geistes; sein Fuß steht auf der Erde, und sein Haupt, der Sitz seines Denkens, ragt empor bis an den Himmel, Gott hat ihm die Fähigkeit verliehen, zu denken, zu suchen, zu forschen. Ilnd siehe, Boten Gottes steigen auf,^gehen nieder an ihm." Das sind die Fähigkeiten der' menschliche» Seele, mit dem inneren Sini« zu ^rfafsen, was die Außenwelt den äußeren Simsen