Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 84 (29.10.1885)
- Date
- 1885-10-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1427 Ebenbild ist, sein Geschäft übergeben, füllte er seine Tage nur mittsro rmn ans. Der Herr Oberrabbiner Dr. Horowitz aus Crefcld, der zu dem Leichenbegängnisse hcrbcigecilt, entrollte mit beredten Worten ein Lebensbild des Verblichenen, das seinen Eindruck nicht verfehlte. Die Betheiligung am Leichenbegängnisie gestaltete sich, sowohl hinsichtlich der überaus großen Menge als auch der gewichtigen Persönlichkeiten aus allen Coufcssionen und Gesellschaftsklassen, zu einer wahren ’IDBn N-spn 'm {Op’ Möge sein Andenken ein gesegnetes sein und bleiben und uns stets wachrnfcn, in seinem Sinne und Geiste fortzuwirken für “on ni^Djn htoy nm Memel, 20. Oktober. Die hier erscheinende Zeitung „Memeler Dampfboot" veröffentlicht heute, die Ausweisungen betreffend, den nachfolgenden kurzen Bericht: „Das ständige Hilfscomite für die Rothstände Russischer Israeliten", welches hierorts nun seit l 5 Jahren besteht, hatte die Unterstützungen der des Landes verwiesenen Israeliten der hiesigen Stadt, sowie der Kreise Memel und Heydekrug übernommen. Um nun einen Ueberschlag über die Höhe der erforderlichen Mittel zu gewinnen, hatte das Eomitö bekannt gemacht, daß mit dem heutigen Tage die Listen geschlossen werden sollten, hat aber die Ue.berzengung gewonnen, das; noch lange nicht alle aufgenommen sind, welche der Unterstützung bedürfen. Sehr viele hoffen noch, daß die Ausweisungen zurückgenommcn oder daß sie den Winter über verbleiben können und haben sich noch gar nicht cintragen lassen. Bis jetzt sind 51« Personen iu den Listen verzeichnet, für welche allein an festen nach einem gewissen Principe normirten Quoten Mk.17,210 ausgeworfen wurden. Sehr viele, welche völlig mittellos sind und nicht einmal ein ordentliches Kleidungsstück für sich und ihre Kinder besitzen, zudem auch nach überseeischen Ländern befördert werden müssen, weil sie auch nach Rußland nicht zurückkommen dürfen, können mit ihrer Quote absolut nicht auskommen. Das Eomite hat darum neben dem Hauptfonds einen Reservefonds gebildet, aus welchem die nöthigc» Unterftützungszuschnffe gewährt werden. Dieser Reservefonds, ursprünglich nur aus 3000 Mk. bestehend, ist durch Sammlung am hiesigen Orte einigermaßen aufgebeffert worden und sollte er nicht ausreichen, so wird er noch weitere Zuschüsse aus dem Hauptfonds erhalten müssen. Unter den Unterstützten besinden sich auch viele Christen aus dem Unterstützungsbereiche des hiesigen „Ar-men-Unterstützungs-Vereins." Auch die ausgewiesenen Christen aus den ländlichen Bezirken hätte dasEomitS gern berücksichtigt; allein das ging bei dem besten Willen nicht. Dazu hätten seine Mittel nicht ansgereicht. Von den Ausgewicscncn haben schon Viele den Ort verlassen, sind entweder nach Rußland oder nach England und Amerika gegangen. Einzelne, welche Verwandte in Süddcutschland besitzen, haben sich dorthin begeben. Das Gros befindet sich jedoch noch' am Orte; denn da die Fristen bis zum 15. rcsp. 20.November reichen, so suchen sie noch jeden Augenblick auszunutzen und ihre wenigen Habseligkeiten zu veräußern. Eine kleine Anzahl voll Ansgewicsencn wird auch wahrscheinlich die Erlaubnis; erhalten, noch einige Monate länger zu bleiben oder der Ausweisungsbefehl wird vielleicht auch ganz zurückgcnommcn werden. Es war wahrscheinlich keine kleine Arbeit, die Geldsummen zu den Unterstützungen herbeizuschaffen, dieselben zu gnvtiren und zu vertheilen, überhaupt mit aller Kraft für die Unglücklichen cinzustehen und in bester Weise sie zil bcrathcil und für sie zu sorgen. Möge cs der allgütige Gott verhüten, daß ein solches unglückliches Ereignis; sich jemals wiederhole." Dem bevorstehenden Berichte über die Ausweisung wollen wir noch hknzufügen, daß sich am hiesigen Orte ans Anregung des Hanptcomite'S ein zweites Eomite gebildet hat, dessen Thätigkcit darin besteht, das umfangreiche Nnterstützungswerk des Hauptcomite's derart zu ergänzen, daß cs die Verhältnisse und Bedürfnisse der von der Ausweisung Betroffenen und vom Hanptcomite bcu fcstgcstcllten Quoten gemäß bereits unterstützten Personen näher zu prüfen, denselben, wo cs nothwendig und geboten scheint, Extra-Unterstützungen zu gewähren uud so die vom Hauptcomite mit regstem- Eifer betriebene Unterstützungsarbeit hie und da zu vervollständigen hat. — Die hierzu nöthigen Mittel wurden, wie oben bereits angedeutet ist, vom Hilfscomite gewährt, anderthcilS jedoch wurden sic von Sammlungen bei den jüdischen Einwohnern der Stadt, sowie bei den unseren Ort alljährlich besuchenden russischjüdischen .Kauflcutcn herbcigeschafft. — Es bleibt nun noch zu wünschen übrig, daß die armen Ausgewicscuen allerorts, wohin' sie gelangen, die gleiche Unterstützung und Förderung finden möchten. Memel, 9. Marcheschwon. Von den jüngsten Massenauswcisnngen russischer Jehudim an nnsercm Orte war auch der beste Talmudgelehrte unseres trncn rva, der alte Marcus Jaffe betroffen worden. Er hatte vor nahezu 25 Jahren die rron Nno; mitbegründen helfen, deren erster Maggid, oder Vortragender beim Schiur er von Anfang an