Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1885-10-29 · Heft 84 (29.10.1885) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 84 (29.10.1885)
Date
1885-10-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449503-2449581--23125-2512786
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1426 Abraham weist bei der Vorbereitung zu diesem wichtigen Schritte auf die drei größten (Ereignisse seines Lebens hin. Bei der Berufung Abrahams, daß er die Heimath verlasse und in das Land der Verheißung ziehen soll, heißt es: ‘i irn'i 'ui -p -p crnas ha. Beim Bunde zwischen den Opfcrstücken sagt die heilige Schrift: ovcn 'naV*n und nach der Akedah »nyat?: ’a. Sollte Gott diese dreifache Versicherung gegeben haben, ohne daß sie verwirklicht werde? Nein, Gr wird Seinen Gugel senden vor dir her, auf daß du nehmest eine Frau für meinen Sohn, die würdig ist, Theil zu nehmen an seiner großen Bestimmung. UndElkeser begreift das wohl: Gr macht sich ein Zeichen, um zu erkennen die Würdigkeit der für Jizchak zu wählenden Gattin. Im Hause Abrahams herrschten Liebe und Wohlwollen für alle Menschen; im Hanse Abrahams wurde den Fremden mehr geboten, als sie zu verlangen wagten. Nur diejenige, deren Herz sie antrieb, mehr zu leisten, als von ihr gefordert wurde, war werth als Herrin in jenes Haus einzuziehen n«r npm rum. „Und siehe, Riwkah kam herbei!" Gs gelang dem Knechte, die echte, rechte Gemahlin für den Sohn seines Herrn zu erwählen und sie ihm zuzuführen. „Und'es erzählte der Knecht dem Jizchak Alles, was er gethan hatte. Und es brachte sie Jizchak in das Zelt seiner Mutter Sarah, und er nahm die Niwkah, und sie ward ihm zur Frau, und er liebte sie, und es tröstete sich Jizchak um den Verlust seiner Mutter." Jeder Vater, der für seinen Sohn die Gattin, für seine Tochter den Gatten sucht, hat heute noch die Pflicht dieselbe Sorgfalt anzuwenden, wie unser Vater Abraham und sein Abgesandter. Jeder Israelit und jede Israelitin haben die Bestimmung, die hohe Aufgabe, die uns geworden, zu vollführen und sie auf ihre Nachkommen zu übertragen. Gs ist gewiß ein Vorzug, daß bei der Schließung der meisten jüdischen Ghen nicht die blinde Leidenschaft den Aüsschlag gibt, daß vielmehr den nüchternen Erwägungen des Verstandes ein großer Ginfluß eingeräumt wird. Sehr zu bedauern ist es jedoch, daß das Ideale nur zu häufig ganz in den Hintergrund tritt, während das Materielle allein bestimmend wirkt. Wie viele Familien sind dadurch der jüdischen Aufgabe entfremdet worden! Das größte Gut, das die Gltern ihren Kindern hinterlasseu können, ist die Treue für die Religion der Vater, das treue Festhalten an dem einzigen, an dem ewigen Gott. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Xanten. Vor einigen Wachere hat Gott in seinem unerforschlichcn Rathschlusse wieder ein schönes Glied von dem kleinen Häuflein der mm nst», der echten wahren Jehudim, abgerufen. Unsere Gemeinde hat mit ihm ihre edelste Zierde verloren rrnn n» nn n:s min rus. Der frühere Vorsteher August Stern 'a nam tnd ist nicht mehr! Nach 2monatlichem Krankenlager ist derselbe, dessen Leben eine Betätigung von -on rb'üx rniay rmn gewesen, in ein besseres Jenseits hinüber getreten. Kein Tag in seinem 78jährigen Leben schwand dahin, ohne daß er, neben seinem Geschäfte, rrnna pDy gewesen, mit ihr begann, mit ihr beschloß er sein tägliches Wirken, mit ihr würzte er jede Mahlzeit; ja noch auf seinem Krankenlager ließ er sich, da ihm die Kräfte schwanden, einen mjrtp in rusra und scmo vorlernen. Sein ms' pa in nun fand allseitige bewundernde Anerkennung und wurde demselben vor mehreren Jahren von Seminardirektor Herrn Rabbiner Dr. Plato zu Cöln die wohlverdiente nart zu Theil. Zu den cu'iwn rnwy im Gotteshause gehörend, konnte man sicher bei jedem Gottesdienste auf seine Anwesenheit rechnen. Gs würde zu weit führen, wollten wir das wirklich Große, das er in den 17 Jahren seines Wirkens als Vorsteher zu Gunsten der Gemeinde übte, hier aufzählen: wie unter seiner Leitung Ruhe und Ordnung im Gotteshause, wie die finanziellen Gemeindeverhältnisse sich hoben, wie seiner nie erlahmenden Energie die Erweiterung des crnn rva zu danken, wie er selbst die lernbegierigen Kinder der Gemeinde in mm unterrichtete u. s. w. Seme Kinder erzog er unter großen Opfern zu echten wahren Jehudim. Gr scheute vor keinem Geldopfer zurück, wo es galt, eine mso anszuüben. Seine Wohlthätigkeit allein — er sonderte streng den -wya ab — sichert ihm ein gesegnetes Andenken. Ein halbes Menschenaltcr hindurch war er eifriger '"*o ’*cj, wozu erden größten Theil selbst spendete. Zogen auch manche Stürme über sein Haupt — starben doch bei feinem Leben seine Frau und 3 erwachsene Kinder— aber selbst in den trübsten Tagen beseelte ihn jenes wahrhafte Gottvertrauen, das nie wanken und schwanken läßt. Nachdem er seinem ihm überlebenden Sohne, dem zeitigen Vorsteher der Gemeinde Herrn Simon Stern, der in alle» guten Eigenschaften sein treues

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.