Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 83 (26.10.1885)
- Date
- 1885-10-26
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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wantin zugehörige Land, 1100 Dunam, für den Preis von 17*/4 Francs pro Dunam, nur die von Herrn Lewantin gepflanzten Weinberge, ca. 15000 Weinstöcke und viele Oelbäume blieben bis zu seinem Tode in seinem Besitze. -— Bis jetzt sind in der Colonie 26 Häuser gebaut, 23 für je eine Colonisten-Familie, eines für den Leiter, eines für das Bureau, ein Haus baute sich auf eigene Kosten Herr Bär Kager aus Jerusalem, der seit Gründung der Colonie alle Bau- und beltischlerarbeiten in derselben verrichtet und dafür ein kleines Terrain für Haus und Garten erhalten hatte. Die Synagoge konnte, da die Erlaubniss d izu Seitens der Regierung noch nicht ertheilt ist, nicht gebaut werden und wird eines der Wohnhäuser als Betlocal benutzt. Viehställe wurden zum Theile auf Kosten des genannten Philantropen, z. Th. aus eigenen Mitteln der Colonisten erbaut. Das rituelle Bad wurde im ersten Jahre errichtet; den Schächter haben sich die Colonisten aus Jerusalem mitgebracht; als Lehrer fungirt einer der älteren Colonisten; die beiden Letzteren empfangen eine kleine Besoldung. Im Ganzen befinden sich auf der Colonie gegenwärtig 130 Seelen. Der in diesem Jahre auf gedüngtem Boden gesäete Weizen steht gut; es wurde jedoch in diesem Jahre nur wenig ausgesäet, so dass der Ertrag nicht zum Unterhalte ausreicht; die Gerste ging bereits vor dem Spätregen zu Grunde. Die Colonisten haben, da der Boden für den (Getreidebau sehr ungeeignet, sich auf Anpflanzung von Weinbergen und Fruchtbäumen gelegt, und sind gegenwärtig bereits 200,000 Weinstöcke gepflanzt, die zum grössten Theil schon Früchte tragen. Jeder der Colonisten, die von dem genannten Edlen unterstützt werden, hat ein Arbeitspferd und eine Milchkuh; Einige, die keine Unterstützung annehmen wollten, haben ein Darlehn ausgenommen und Milchkühe sich angeschafft, deren Milch sie verkaufen und deren Kälber sie gross ziehen; gegenwärtig sind dort 33 Kühe. Wasser fanden die Colonisten in einer Tiefe von 42 Metern; an einer anderen Stelle hatten sie 48 Meter tief ohne Erfolg gegraben. Das Wasser wird durch Dampfkraft in eine grosse Cvsterne geleitet, aus welcher es zum Trinken, Bewässern der Gärten etc. genommen wird. Vorsteher der Colonie war ca. zwei Jahre Herr Asawezky aus Russland; nach seinem Tode wurde in diesem Sommer Herr Etting er aus dem Eisass zum Vorsteher ernannt. Die Colonie macht auf den Besucher einen herrlichen Eindruck. Die Häuser sind in grader Richtung gebaut, Hie Strassen breit, die Weinberge erfreuen Herz und Auge. Die meisten ihrer Bewohner und besonders die Gründer waren in ihren Heimathsorten hoch angesehene Männer, die nicht aus irgend einem Mangel, sondern aus Liebe zum heiligen Lande ihre Häuser und Güter verlassen und sich in Palästina angesicdelt haben. (Schluss-.folgt..) Die „Chalukah“. Vorschläge zu einer rationellen Umgestaltung derselben. Das von Herrn Ben Jehudah redigirte, in Jerusalem erscheinende Blatt macht in Bezug auf die Chalukah einige Vorschläge, die in den betreffenden Kreisen eine Berücksichtigung und Beherzigung verdienen. Es existirt nämlich ausser der von den geliandhabten Chalukah, der sogenannten grossen Chalukah, noch eine andere, kleine Chalukah genannte, unter welcher man die geringeren Summen versteht, die aus amerikanischen oder sonstigen durch keinen Ko lei vertretenen Städten nach Jerusalem zur Vertheilung gelangen, und bei welcher manchmal nur zwanzig Centimes auf die Person kommen. Das obengenannte Blatt, macht nun den Vorschlag, anstatt diese „kleine Chalukah“ in der seitherigen Weise vorzunehmen, dieses Geld, von dem ohnehin kein Mensch leben kann, derart zu verwenden, dass der übliche Aufschlag auf Fleisch zukünftig in Wegfall komme. Von diesem Zuschläge auf das Fleisch werden nämlich die Geineindeabgaben bestritten; alleist dem armen Manne wird das Fleisch durch diesen Zuschlag zu theiier, lind oft muss er wochenlang auf den Fleischgenuss verzichten. Wäre es also nicht vernünftiger, das Geld der „kleinenChalukah“ zur Bestreitung der Gemeindcausgaben zu verwenden? kommt dann noch auf einen anderen Vorschlag, um allmählich der Chalukah eine dauernde wolilthätigo Seite abzugewinnen. Er will nämlich, dass die durch die Chalukah den einzelnen Familien gewährte Wohlthat nicht alljährlich, gleichsam ratenweise gereicht werde, sondern dass inan anfange und damit vorgehe, einzelnen Familien ein für alle Mal eine Summe zu übergeben, durch welche diese Familie inStand gesetzt sei, irgend einen Erwerbszweig zu ergreifen und nicht weiter mitKindern und Kindeskindern von Almosen zu leben brauchte. Er berechnet diese Summe auf etwa 2000 Francs. Die Chalukah brachte nämlich, in den letzten Jahren 13 Rubel jährlich für die Person,^das macht für eine Familie durchschnittlich 65 Rubel jährlich. Nehmen wir nun für jede Familie 30 Unterstützungsjahre an, so erhalten