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Der Israelit · 1885-10-26 · Heft 83 (26.10.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 83 (26.10.1885)
Date
1885-10-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1413 hackt worden. Die entsetzliche Thal erregt um so größeres Aufsehen, als sich Glück allgemeiner Achtung, sowohl in seiner Gemeinde, als im Comitate erfreute. Die Untersuchung ist cingelcitet. Lemberg. In einer Broschüre, betitelt „Juden als Ackerbauern als Beitrag zur Lösung der sozialen Frage der Juden in Galizien" spricht sich Herr Moritz Lazarus folgendermaßen über die Errichtung von Äckerbauschulcn aus: Wenn in dem Lande von 900 Quadrat-Meilen mit einer relativ nicht hohcnZahl von circa 3 Millionen Bauern nur 5°/0 Juden zerstreut untcrgebracht werden würden, so kann die große Zahl von l50,000Jnden einem Berufe zngcführt werden, der sie allmählich, gewiß nicht zum Nachtheile ihrer Standcsgenossen, unter die Letzteren unmerklich verschwinden läßt. Um diesen Zweck zu erreichen, müßten vorerst landwirthschaftlkche — nnd beim richtigen Namen genannt — Bancrnschnlcn errichtet Verden, welche den Zweck hätten, jüdische Familien für den Bauernstand zu erziehen, nnd dieselben ganz nach Art der Bauern arbeiten und leben zu lallen. Wir denken uns praktisch durchgeführt die Sache wie nachstehend. Es wird ein Grundcomplcx, der außerhalb eines Dorfes liegt, und einen Thcil des Großgrundbesitzes bildet, erworben, und ganz nach Art der Banernbesitzungen cingetheilt und vollständig nach ihrer Weise eingerichtet, so daß ein jedes. Stück mit seinem Hause einen complctt cingcrichtetcnBauernbesitz darstellt. Je nach den Mitteln kann eine solche Bauernschule nicht unter 20 und nicht über 50 solcher Banernbesitzungen enthalten. Als Lehrer wird ein jüdischer Occouom angestellt, dessen Aufgabe es wäre, einen Jeden zu unterweisen, wie er seinen Acker zu bestellen, seine Wirthschaft zu führe», und seine sonstige Zeit durch Hausindustrie oder Lohnarbeit auszufüllen hätte. Die Lehrzeit eines solchen Eotonisationszöglinges müßte mindestens 3 Jahre dauern nnd alles, was derselbe während dieser Zeit, sei es aus Grund und Boden, oder durch sonstige Arbeit erwirbt, so wie der Zuwachs an Viehstücken, die er gezogen, verbleibt sein Eigenthum. Verläßt derselbe die Schule, und hat er die genügende Befähigung, um weiter als Bauer arbeiten zu können, so ist dafür zu sorgen, daß ihm eine solche Bauernwirthschaft mit Zuhilfenahme seiner Ersparnisse eingerichtet werde, deren Kosten er in kleinen, ihm möglichen Raten, zinscnfrci z» bezahlen haben wird, nur so das Eigenthum erwerben zn können. Die so einzurichtende Eolonie muß eine Gruppe von mindestens 10 Wirthschaften bilden. Am richtigsten wäre es, die Schule so einzurichten, damit die Anlage für dieselbe erweitert werden könnte, um so die Zöglinge, der ersten und eventuell auch der zweiten Serie, ans derselben Scholle, auf der sie ihre Arbeit begonnen, und die ihnen heimisch und lieb geworden, belassen zn können. Wir prälimkniren eine solche Bauernwirthschaft für eine Bauernfamilie — je nach Qualität des Bodens — von 3 bis 5 Hektaren Grund, HanS lammt Stallung und Scheune, ein Paar Pferde sammt Wagen, eine Kuh, Ackerbangeräthe mit fl. 1,500; außerdem wären noch die geringen Kosten .für die Erhaltung bis zur nächsten Ernte zn berücksichtigen. ■" Es müßte somit solch eine Schule, wenn nur für 25 Bauernwirthschaftcn eingerichtet, inclusive der Unterbringung der Qeconomen, Erbauung eines Bethauses und sonstiger Einrichtungen den Betrag von fl. 45,000 kosten und die Erhaltung der Occononicn rc. circa fl. 600 bis fl. 800 jährlich erfordern. — Eine solche Anlage wäre vorerst mit großen Erfolg thnnlichst in der Nähe einer von Juden dichtbevölkerten Stadt zu empfehlen, nicht so, um ans derselben das nächstgelegene physisch geeignete Material zn gewinnen, als der Bevölkerung ein Beispiel vorzufnhrcn nnd sie dadurch für die Arbeit und die Durchführung dieser Idee empfänglich zu machen. Es wurde von einem hochgestellten Mitgliede der israelitischen Alliance angezweifelt, ob für einen solchen Zweck sich überhaupt Eandidaten melden werden, weil diese Idee in der Theorie wohl richtig, allein in der Praxis sich als unausführbar erweisen werde. Wir heben mchrseits Umschau gehalten und können nur die Versicherung geben, daß bei noch so großem Geldopfer für diesen Zweck, dieses lange nicht den Andrang wird befriedigen können. N u m ante n. Die in Czernowitz erscheinende „Bukowincr Rundschau" berichtet über einen unerhörten Fall von Mißachtung der völkerrechtlichen Beziehungen, dessen sich ein officielles Organ der rumänischen Regierung vorige Woche gegenüber einem österreichische» Staatsbürger schuldig gemacht hat, wie folgt: „Ein orthodoxer, jüdischer Bürger, der 55 Jahre alte Leib Rosenkranz ans Tremlowa bei Tarnopol, ist in Angelegenheiten seines Geschäftes nach Herza in der Moldau gereist. Er war im Besitze eines legalen österreichischen Passes, den

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