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Der Israelit · 1885-10-26 · Heft 83 (26.10.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 83 (26.10.1885)
Date
1885-10-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1410 seinen Knechten." «in p\n pnsn. „Und wo war Jizchak hiugekommen?" fragen die Weisen im Midrasch. Noch lebten zu jener Zeit Schein, der Sohn des Noach, der Stammvater aller Semiten und Eber, der Urenkel des Schem, der Stammvater aller Ebräer. Sie waren die weisesten und erfahrensten Männer des Zeitalters. Schem hatte noch die vorsündfluthlichen Geschlechter gekannt, ihreVerderbniß geschaut, ihre Bestrafung mitangesehen und die wunderbare Rettung erlebt. Auch Eber war ein Prophet. Als die Menschen sich wiederum gegen Gott empörten, hatte er die Bestrafung des den babylonischen Thurm bauende» Geschlechtes vorausgesehen (Vergleiche Raschi zu l. B. M., E. 10, V. 25). Zu diesen beiden Aeltesten (Schem zahlte damals 527 Jahre und erreichte ein Alter von 600 Jahren; Eber war zu jener Zeit 362 Jahre alt und erreichte ein Alter von 464 Jahre) schickte Abraham den wicdergewonnenen Sohn, damit er bei ihnen Weisheit lerne. — Es liegt in der menschlichen Natur, daß man sich von einem verloren geglaubten und neugewonnenen Kleinode sobald nicht trennt. Abrahanl aber, über alle menschliche Schwächen erhaben, denkt nur daran, diesen seinen Sohn, auf dem die Zukunft der Menschheit beruht, zu einem vollkommenen Diener Gottes zu gestalten. Er gibt ihn von sich, damit er Weisheit lerne bei Schem und Eber. So fern war Abraham von allem kleinlichen Empfinden. Nicht an sich denkt er, nicht an seine Freude, die. ihm das Beisammensein mit dem wiedergcwonncnen Sohne bereiten würde, sondern nur an die Entwickelung dieses Sohnes, des künftigen Vaters eines gottgeweihten Volkes. Selbst, da er, zu Hause angekommen, die geliebte Gattin nicht mehr am Leben findet, ruft er den einzigen Sohn derselben nicht aus dem Lehrhause zirrück. Er tragt seinen Schmerz allein, er allein sorgt für das Begräbniß der theurcn Lebensgefährtin. Nach drei Jahren erst sucht Jizchak das Vaterhaus wieder auf, und nun ist Abrahams größte Sorge die Wahl der richtigen Lebensgefährtin für seinen Sohn. Nicht leitet ihn dabei die Rücksicht auf Geld und Gut, er wünscht nur eine würdige Gefährtin für Jizchak, eine Schwiegertochter, die seiner eigenen Familie entstammte. Daß die Familie seines Bruders Nachor zu einer hervorragenden sich gestaltet hatte, war ihm kurz zuvor angezcigt worden. „Und es war «ach diesen Begebenheiten, da wurde dem Abraham verkündet wie folgt: cs hat geboren Milkah, auch sie, Söhne dein Nachor, deinem Bruder." (1. B. M., E. 22, V. 20.) Die Worte rr'n cn „au ch sie", sind nicht ganz eiulcuchtend und werden verschiedentlich erklärt. Einige unsrer Weisen lehren, daß wie von Abraham und Sarah Propheten entstammten, so auch von Nachor und Milkah. Ihr Erstgeborner Uz war der Stammvater Jjobs, wie es heißt: „Ein Mann war im Lande Uz, Jjob sein Name, und der Mann war vollkommen und redlich undgottesfürchtig, das Böse vermeidend". (Jjob C. 1, V. 1). Von dem Bruder des Uz, von Bus, stammte Eli hu ab, ein jüngerer Freund Jjobs, Elihu, der Sohn des Berachel, der Nachkomme des Bus, »ran, aus der Familie Abrahams (□-> nrema; siehe Raschi zu Jjob, C. 32, V. 2), Elihu, der das große Wort gesprochen: p-s pimo^ »jn nim*. „Aus der Ferne hole ich mir Erkenntniß, um meines Schöpfers Gerechtigkeit anzuerkennen. (Daselbst C. 36, V. 3). Der dritte Sohn, Kemuöl, der Vater Arams, war der Stannnvater Bileams, des größten der nkchtjüdischen Propheten. Aus solcher Familie stammte die Gattin, um die Abraham für seinen Sohn Jizchak werben ließ. (Fortsetzung folgt.) Amerikanische Briefe. XVII. □ New-Aork, 5. October. So hätten wir denn die Feiertage glücklich hinter uns und das Alltagsleben mit seinen Lkcht- und Schattenseiten tritt wieder in seine Rechte. Ganz besonders aber werden sich unsere Rabbinen mit dem Schluß der Feiertage gefreut haben; war cs doch eine harte Arbeit für den größten Theil von ihnen so oft im Tempel sein zu müssen und noch dazu „das Wort Gottes" predigen zu müssen. Sie haben aber getreulich gearbeitet und auch meist den Beifall ihrer Heerden erobert. Nun war in diesemJahr.daß ein Rabbiner an einerTempelgemeinde eine reu hatte; Dr. Kohut hat sich diesen Luxus erlaubt und dadurch manchen sogenannten orthodoxen Rabbi in den Schatten gestellt. Wen» nur Kohut's Gemeinde sich ein Beisviel' an dem Privatleben des Rabbiners nähme; allein es scheint, daß der „Hübsche" - fortschritt, in keine andere Bahne» mehr zu lenken ist. Am rnr> nwimn war es 1 Jahr, daß. Dr. Hübsch verschied und wurde an diesem Tage oer Grabstein gesetzt: eine große Menge war Zeuge des Ereignisses und Dr. Kohut sprach, trotz des v"', einige Worte. Die Gedächtnißrede hielt derselbe anr msy im Tempel; ich müerlasse auf dieselbe einzugehen, da ja derartige Gedächtnißreden meist gleich sind. Wenn man Kohnt'sche Predigten betrachtet, wen» man Kohut's

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