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Der Israelit · 1885-10-22 · Heft 82 (22.10.1885) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 82 (22.10.1885)
Date
1885-10-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1392 dieser schon entgegen: „Sic haben doch nicht vergessen, was ich Ihnen neulich gesagt habe?" — Das genügte; unmittelbar nach dem Konzert trat Magnus mit einigen anderen Herren und einem hiesigen Journalisten zusammen, sic formnlirten die Acußerung des Kronprinzen über den Antisemitismus und schon am nächsten Morgen stand sie in der „Rational-Zeitung". Frankfurt a. M. Dem zwanzigsten Rechenschaftsbericht für das Jahr 1884 der „Achawa," Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger ksrael. Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland entnehmen wir: Zwei Jahrzehnte eines gesegneten, reichen Wirkens liegen hinter uns, und mit freudiger Genugthnung können wir ans die Ergebnisse unserer zwanzigjährigen Thätigkeit zurückblkcken. Uns erfüllt hierbei das lohnende Bewußtsein, manchem Elend gesteuert, viele bekümmerte Herzen getröstet und das harte Loos trauernder Wittweu gelindert ' zu haben. Ans geringen Anfängen bat' sich die Achawa zu einer solchen Höhe emporgehoben, daß wir mit fester Zuversicht und mit vollster Beruhigung ihren Bestand für die Zukunft gesichert halten dürfen. Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir ein Mitglied durch den Tod verloren: durch den Wiedereintritt eines früheren und den Beitritt von vier neuen Mitgliedern beläuft sich die Zahl - derselben bei Beginn des Jahres 1885 auf 248. Aus der Reihe der uns im verflossenen Jahre überwiesenen Spenden müssen wir vor allem das uns steuerfrei zngedachte Legat von M. 6000 des am 28. Mai v. I. verstorbenen hiesigen Rechtsanwaltes Herrn Dr. Leopold Odrell mit herzlichstem Danke hervorhcben. Unsere Einnahmen an Geschenken haben sich in Vergleichung mit denen früherer Jahre leider beträchtlich vermindert; denn während wir noch am Schlüsse des Jahres 1883 M. 6084.45 zu verzeichnen hatten, bleibt uns am Ende des verflossenen Jahres nach Abzug des oben erwähnten Legates nur eine Summe von M. 3493.14 übrig. Nichtsdestoweniger waren wir Stande, M. 7700 als. Jahresunterstühungen und M. 820 ans dem Reservefond — zusammen M. 8520 — zu vertheilen. Unter den 55 mit einer Pension Bedachten befinden sich zweiundzwanzig alleinstehende Wittwen, zwölf Wittwen mit Kindern, darunter eine mit neun unmündigen, ferner neunzehn durch Alter, Gebrechlichkeit, Erblindung oder Krankheit dienstunfähig gewordene Lehrer, theils mH, thcils ohne Familie, sowie sechs verwaiste Lehrerkinder. Ucbcrdies wurden iik 16 Fällen zur Linderung augenblicklicher Noth, bei plötzlichen Erkrankungen oder als Beiträge zn Badekuren nicht unbeträchtliche Gaben ans dem Reservefond verabreicht. In den zwanzig Jahren ihres Bestehens hat die Achawa an Unterstützungen M. 99278. 29 Pf. verausgabt. Das Bereinsvermögen beziffert sich nach Abzug der zn Pensionen verwendeten und auf Rechnung des kommenden Jahres 1885 zu stellenden Summe von M. 7700 unter Berechnung des Nominalwerthes auf M. 127,044.86. Ans dem Reichsland, 20. Oktober. Dem neuen Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürsten von Hohenlohe, sind nicht nur die landesherrlichen Befugnisse verliehen, welche dem verstorbenen Statthalter v. Mantenffcl übertragen waren, sondern auch verschiedene andere, als: die Genehmigung des Haushalts von Gemeinden und Mohlthätigkeitsanstalten; die Bestätigung der Ernennung und Wahlen zn Aemtern des israelitischen Kultus u. s. w. Das Gemcinderathsmitglied Bloch zn Dürmenach im Oberelsaß ist zum Bürgermeister ernannt worden. O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Wien, 14. Oktober. Bei den heutigen Reichsrathwahlcn wurde unser Glaubensgenosse Dr. Zucker, Prof, au der ccchischen Universität in Prag in den StrafgesetzanSschuß gewählt. Wien, 17. Oktober. (Abgeordnetenhaus.) Taasfe beantwortete die Interpellation Grocholskis wegen der preußischen Ausweisungen folgendermaßen: Die Regierung wandte sich an die preußische Regierung nm Auskunft wegen der Grundlage und Ausdehnung dieser Ausweisungen. Laut erhaltener Antwort betrachtet die preußische Regierung die Ausweisungen als eine rein interne, durch Verschiebung der konfessionellen und sprachlichen Verhältnisse hcrvorgerufene Maßregel. Bei diesem Standpunkte, welcher von der Berufung auf das Völkerrecht und beu Handelsvertrag einen günstigen Erfolg nicht in Aussicht stellte, ist die Regierung nicht in. der Lage, wegen Aufhebung dieser Maßregeln weitere Schritte zu unternehmen. Sie hat jedoch in besonders berücksichtignngswürdigen Fällen sich verwendet, nm wenigstens eine Milderung der Maßregel zu erwirken, worauf die preußische Regierung Berücksichtigung in 'Aussicht stellte oder bethätigte. Die österreichische

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