Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 81 (19.10.1885)
- Date
- 1885-10-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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biblischen Geschichte tu der ein- und zweiklassigen isr. Schule erstcckt sich auf alle Schuljahre und 'umfaßt in beiden Schulsystemen für die Unterstufe einen zweijährigen, concenIrischen Kursus (von der Schöpfung bis Moses Tod) und in der einklassigen Schule für die combinirte Mittel- und Oberstufe (in denen die Geschichte bis zur Gegenwart behandelt werden must) dreijährige Kurse. Dagegen bilden in der zwei klassigcn Schule die Mittelstufe (3. und 4. Schuljahr) eine besondere Abtheilung mit zweijährigem Kursus, reichend bis zum Untergang des ersten Tempels, während für die erste Klaffe (5., 6.. 7. und 8. Schuljahr) die biblische Gechkchte in zw eijährigcn Kursen, die nachbiblische Geschichte aber in einer besonderen Stunde und auch in je zwei Jahrgängen durchzunehmen ist. 4) Was die Methodik betrifft, so hat der Lehrer die b i b l i s ch e Geschichte auf allen Stufen und zwar in der Unterstufe in einer dem Fassungsvermögen der Kinder angepatzten und auf der M i tte l- und Ober st u f e in einer dem Bibelworte sich anschließenden Ansdrucksweise vorzuerzählen. Nach dem Borerzählcn folgt auf der lliitcrftufc die nochmalige Vorführung der einzelne» Abschnitte und auf allen Stufen durch Abfragen, Wiederholung des Inhaltes und Entwickelung der ethischen Lehren und religiösen Wahrheiten, welche möglichst in einen Bibel- oder Talmudspruch zu kleiden sind und hierauf Wiedererzählen seitens der Kinder. Die Behandlung der nachbiblischen Geschichte erfolgt nach den beim allgemeinenGeschichtsunterricht geltenden pädagogischen Regeln in abgerundeten Einzelbildern, in welchen die Handlung, die kulturhistorischen Zustände und die ethisch-religiösen Züge vertreten sein uiüssen. - * 5) Für den biblischen und u a ch b i b l is ch en Geschichtsunterricht ist den Schülern der. Mitteluud Oberstufe ein Leitfaden in die Hand zu geben. 6) Die Herausgabe eines Lehrbuchs zum biblischen Geschichtsunterricht für den Handgebrauch des Lehrers bestimmt, ist ein dringendes Bedürfniß. Die Thesenberathung wurde durch eine anderthalbstündige Pause unterbrochen, während welcher das gemeinschaftliche Mahl stattfand. Bei demselben brachte der Vorsitzende den ersten Toast auf den Kaiser aus und es folgten nun rasch nacheinander andere ernsten und heitern Inhaltes, unter welchen insbesondere der des Herrn Rosenthal-Emden zu erwähnen ist, der den Herrn Landrabbiner als Protektor der Lehrer feierte. Nach dem Tischgebete wurden die Thesen weiter berathen, und es kam hierauf der 3. Punkt der Tagesordnung: Anträge, an die Reihe. Hier ist besonders hervorzuhebeu der Antrag des Unterzeichneten Schriftführers, bei Königlichem Staatsmknisterinm nachzusuchen, die israel. Lehrer der Provinz Hannover betreffs der Dienstalterszulagen den christlichen Lehrern gleichzustcllen, welcher, nachdem Herr Dr. Buchholz sich noch über die einschlägigen Bestimmungen und seinen diesbezüglichen früheren Antrag ausgesprochen, einstimmig angenommen wurde. In den Vorstand wurden wiedergewählt: 1) Herr Levy-Norden als Vorsitzender, 2) „ de Vries-Weener als Stellvertreter, 3) „ Meyer-Leer als Schriftführer. Als Ort der nächstjährigen Versammlung wählte man wiederum Emden und als Zeit den 14. und 15. September, zwei Tage, um auch dem gemüthlichcn Zusammensein ein Stündchen weihen zu können. Mit dem Wunsche: „auf frohes Wiedersehen iin nächsten Jahre", schloß der Vorsitzende die Versammlung um 41/* Uhr. L e e r, im September 1885. Ter Schriftführer: H. Meyer. Zeitungsnachrichten und Correspondeuzen. Deutschland. Berlin, 14. Okt. Der Redakteur der „Kreuz- Zeitung," Abgeordneter v. Hammerstein, ist heute wegen des bekannten Artikels über den Stöckerprozeß der Beleidigung des Amtsrichters Kronecker schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 150 Mark verurthcilt worden. (Ausführliches über diese Prozeßverhandlung sowie über den Stöcker-Prozeß in Siegen in nächster Nummer. — Red.) Posen, im October. Der Gutsbesitzer Herr Rohr auf Lang-Guhle bei Bojanowo hat das zur Errichtung eines Lehrerseminars von ihm bewilligte Kapital von 300,000 Mark, von dem bereits in diesen Blättern berichtet worden, noch um 100000 Mark vermehrt. Neben diesem Kapital von 400,000 Mark hat derselbe auch ein Hans und Gartengrundstück in Bojanowo für die zu errichtende Anstalt bestimmt. Der im Mai d. I. nnvermählt verstorbene Particulier Louis D. Jaffe hat nach dem jetzt veröffentlichten Testamente folgende Legate hknterlasfe».