Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 81 (19.10.1885)
- Date
- 1885-10-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1383 Der isr. Waiscnknaben-Anstalt . . 3000 Mk. Der O'vm -.ipa man. 500 „ Dem nübtff m o",T2 . 500 „ Der Alliance isra&ite universelle . 1000 „ Dem isr. Armenverein. 500 „ Der jüdischen Gemeinde seiner Vaterstadt Miloslew. 1500 „ Der hiesigen Synagogen-Gemcinde . 3OOO „ deren Zinsen alljährlich an seinem Todestage au 10 unbescholtene jüd. Arme vcrthcilt werden sollen. Seiner Wirthschaftcrin ein Kapital von 3000 „ dessen Zinsen dieselbe lebenslänglich beziehen soll; nach ihrem Tode soll das Kapital zu gleichen Thcilen an jüdische und christliche Arme vertheilt werden. Zu den Kosten seiner Beerdigung und zur Vcrthcilnng des Nestes an Arme 3000 „ Er errichtete ferner mit einem .Kapitale von. 30000 „ eine Familicnstiftnng, deren Zinsen alle 2 Jahre einem Verwandten znkommen. Nach Ablauf von 30 Jahren soll die Stiftung erlöschen und das Kapital dem hiesigen Magistrate überwiesen werden mit der Bestimmung, das; die Zinsen alljährlich am Sterbetage des Testators zu gleichen Theilcn an jüdische und christliche Arme hiesiger Stadt vcrthcilt werden sollen. Den Nest des Nachlasses — circa 2OOOO Mrk. — bestimmte er für eine namhaft gemachte Verwandte zum Ziusgennsse füc ihre Lebensdauer. Nach ihrem Ableben fällt das Kapitel der Synagogen- Gemeindc zu, die dasselbe unter Ansammlung der Zinsen zum Ban eines jüdischen Krankenhauses asservircn, cvent. alsdann zu anderen wohlthätigen Zwecken verwenden soll. Mit Bezug auf die in Bezug auf Berlin berichteten Mißstände in Betreff der an den hohen Festtagen eingerichteten Betlokale kann von hier ans mitgctheilt werden, das;, obwohl die Unzulänglichkeit der vorhandenen Synagogen auch hier die Nothwcndigkeit erzeugt, öffentliche Locale, zu benutzen, hierbei dennoch ein gewisser Anstand und pietätsvolle Stimmung herrscht. Es ist freilich immerhin höchst bedauerlich, Lokale, die der Schauplatz profaner Belustigungen sind, gerade au den heiligsten Tagen als Andachtsftättcn zu benutzen, allein r\?,y ab rrenn. Vielleicht wird auch hierin einmal Wandel geschafft werden können. — Schlimmer gehl e.6 in mancher kleinen Gemeinde zu. So hatte sich in einer benachbarten Gemeinde seit einigen Jahren der x\m eingefchlichen ' am rnin rww bei den nv:pn von der Fraucngallerie Nnszschalen und ähnliche Dinge hinabzuwerfeu. Der Vorstand, der diesem Unwesen nicht 311 steuern vermochte, fand cs endlich am räthlichstcu die Fraueuabthcilnug Abends zu schließen. Die betreffenden Damen aber, resolut und findig, wie sie waren, nahmen einfach in der Männerabtheilung Platz, um ihr Amüsement dort mit nngcschwächten Kräften fortzusctzen. Dieser Schachzug vcraulaßtc den Vorstand endlich, die n*£pn überhaupt ansfallcn zu lassen, ein Entschluß, der die Billigung aller Bessergesinnten erhielt. Kreuznach. Die köuigl. Negierung zu Eoblenz hat nnserm Nabbiucr, Herrn Dr. Euoch, die Ertheiluug des isr. Religionsunterrichts am hiesigen Gymnasium übertragen niib verfügt, das; dessen Eensuren in die Schulzeugnisse ausgenommen werden. Vor 14 Tagen fand dessen Einführung dnrch den Gymnasial-Director, Herrn Professor Hollenberg statt. Zn der jüngst gehabten Einweihung einer städtischen Schule wurden der Rabbiner und der katholische Pfarrer seitens des Bürgermeisters ofsiciell eingeladen. Egypten. Kairo.*) Obgleich der große und gefürchtete Nebcllcnführcr im Sudan, Mohamcd Achmed, gemeiniglich der „Mahdi" (vom arabischen '-in führen d. h. Leiter, Führer) genannt, schon seit Wochen todt ist und im Grabe schlummert, so dürfte cs dennoch interessant sein, denselben abermals vor die Oeffcntlichkcit zu bringen, um auch, was leider bisher noch nicht geschehen ist, dessen Stellung zum Judenthum und seine Ansichten über dasselbe, zu besprechen. Seitdem Mohamcd Achmed zum Schwerte gegriffen, nin dasselbe im Dienste des Islam zu schwingen, kannte er nur Ein Ziel: den Sudan und Egypten von ihrer ungläubigen, das heißt, christlichen und jüdischen Bevölkerung gänzlich zu säubern und dort wieder das Ehalifat in seinem alten Glanze und in seiner alten Macht hcrzustellen und diese Würde auf sich und sein Hans zu übertragen. Er verfolgte daher im Sudan nicht nur die Ehristeu, sondern auch die wenigen dort lebenden Juden, und dies ans dem einfachen Grunde, weil auch der Stifter des Islam und dessen vier ersten Nachfolger, die sogenannten vier Chalifen, die Juden gehaßt und verfolgt haben. Nach seinem Einzüge in El-Obei, der Hauptstadt Kordofans, das er durch Hunger zur Ucbcrgabe gezwungen hatte, fragte er sogleich den Polizeimcister daselbst, ob sich in der Stadt einige Juden befänden, und als dieser darauf crwicderte, dieselben (in Obci lebten damals *) Ü,ch«iuHirr Nachdruck verboten,