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Der Israelit · 1885-10-19 · Heft 81 (19.10.1885) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 81 (19.10.1885)
Date
1885-10-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVI. Jahrgangs Erste Itilnjt jn Nr. 81 des Israelit. Leitender Artikel. Die erste Zastresverfammümg des Vereins isr. Lehrer und Cultnsbeamten des Landrabbinnts Emden. Am 2. Sept. v. I. waren die Lehrer und Eultusbcamten des Landrabbinats Emden zur Gründung „eines Zweigvereins" des Vereins der isr. Lehrer in der Provinz Hannover zusammengctretcn. Hierzu veranlaßte die Thatsache, daß die im nördlichen Theile unserer Provinz wohnenden Kollegen die Konferenzen in Hannover spärlich oder gar nicht besuchten, wofür nun der neue Verein Ersatz bieten soll, genau die Tendenzen des Hauptvereins verfolgend und mit diesem Hand in Hand arbeitend. Die diesjährige erste Generalversammlung, zu welcher außer dem Ehrenmitgliede, Herrn Landrabbiner Dr. Buchholz-Emden, dem Schulvorstandsmitglied Herrn Volk-Emden und Herrn Northeimer-Fürth (als Gast) 18 Mitglieder erschienen waren, fand am 2. Sept. zu Emden in „Nordheimers Hotel" statt und wurde morgens 9'^ Uhr durch den Vorsitzenden H. Levy-Norden mit herzlichen Begrüßnngsworten eröffnet, in welchen derselbe, anknüpfend an das Wort: „Schließ an ein Ganzes Dich au!" zu innigem Zusammenhalten ermahnte und als Bürgschaft -für den Bestand des jungen Vereins den Spruch: Aboth 4, 14 anführte und deutete. Hierauf hielt Herr Dr. Buchholz eine längere, ebenso herzliche wie gehaltvolle Ansprache, in welcher derselbe der noch nicht nach allen Seiten hin gewürdigten Stellung des isr. Lehrers Ausdruck gab und auf die Gelehrtenschnlen im alten Israel hinweisend, zeigte, wie die Lehrer geistig und, materiell sich aneiuanderschließen und selbst heben müßten. Die Versammlung gab diesen kernigen Worten durch Erheben von den Sitzen ihren Beifall zu erkennen. Bei Erstattung des Jahresberichtes ge- . dachte der Vorsitzende zunächst des Heimgegangenen Kollegen Wielnner-Norden, dessen Andenken die Versammlung durch Erhebeil von den Sitzen ehrte und theilte alsdann nach der Ncchnungsablage mit, daß seinerseits ein Gesuch an den D. I. G. B. um eine Beihilfe zu den Kosten der Konferenz gerichtet, von diesem aber abgelehnt worden sei. Herr Dr. B. hielt es doch für zweckmäßig, den Verein aufmerksam zu machen, unter nochmaliger genauer Begründung und Darlegung der Thatsache, daß unser Verein nicht zu den kleinen zähle und sicher bald einen kräftigen Zweig am Baume des isr. Vereinswcsens bilden würde, ein zweites Gesuch an den Gemcindebund zu senden. Die vom Herrn Landrabbincr hierzu während der .Konferenz' entworfene Begründung wurde einstimmig angenommen. — Es folgte nunmehr der II. Punkt der Tagesordnung: Vortrag des Herrn Oberlehrers Levy-Norden über das Thema: „Der Unterricht in der biblischen und nachbiblischen Geschichte in den verschiedenen Abtheilungen der „ein- und zweiklassigen jüdischen Schule." Derselbe währte 1 ‘/4 Stunden, und war aus der Einleitung, gestützt auf die Schriftworte in in nuttnrn Ovw mir schon zu ersehen, mit welcher Liebe und Begeisterung der Vortragende sich seiner Aufgabe hingcgebeu. Unter sich steigender, gespanntester Aufmerksamkeit wurde der ganzen Ausführung gelauscht, und schloß der Redner unter anerkennendem Beifallc der Versammlung. Ich darf von einer kurzen Darstellung des Vortrages hier absehen, weil derselbe auf spcciellen Wunsch des Herrn Dr. Buchholz und der Versammlung demnächst weiteren Kreisen durch den Druck zugänglich gemacht wird. Unter Vorsitz des Herrn de Vries- Wcener ging man nun an die Berathung der vom Referenten aufgestcllten Thesen, welche nach lebhafter Debatte, an welcher sich besonders Herr Dr. Buchholz, Blumenthal und Rosenthal-Emden, de Vries, Israel-Norden und der Unterzeichnete betheiligten, ebenso wie der vorgelcgte, für acht Schuljahre berechnete „Lehrplan" nach geringen Abänderungen angenommen wurden. Die Thesen lauten r 1) Der Unterricht in der biblischen und nachbiblischen Geschichte nimmt im Religionsunterrichte der israel. Schule aus pädagogischen und religiösen Gründen die hervorragendste Stellung ein. 2) Der Unterricht in der biblische» und nachbiblischen Geschichte soll: 8.) Mittel sein zur Bildung des religiösen Sinnes und zur Veredlung des kindlichen Herzens. . l>) Das Kind mit der Geschichte Israels bekannt machen, und dadurch Liebe zu Gott, zum Judenthum, zum Vaterlande, zum Herrscherhause und zur gesammten Menschheit erwecken und fördern. 3) Der Unterricht in der biblischen und nach-

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