Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 80 (15.10.1885)
- Date
- 1885-10-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1354 ich dich Einsetzen," das heißt, zum Stammvater eines großen Volkes. Bei Abraham aber heißt es: ■byu ’ut* -w. „Ich werde machen dich, das heißt, dich selbst, zu einem großen Volke." Und daher lehren unsere Weisen: cmax nbx DnciNtf n? °Mxi „Und Ich werde dich machen zu cinein großen Volke, das ist, daß wir in unsrem Gebete sagen: Gott Abrahams." Welch' ein Unterschied zwischen Abraham und Adam, zwischen Abraham und Noach! Gin einziger Befehl war an Adam ergangen; nur das leicht zu befolgende Verbot, von der Frucht eines einzigen Baumes unter all' den herrlichen Bäumen des Gottesgartens zu essen, und nicht vermochte er, dieses Verbot zu beachten. — Von Noach heißt es zwar (1. B. M. C. 7,.V. 5), daß er gethan, wie alles, was Gott ihm befohlen hatte. Allein, wir vermissen bei ihm die Bereitwilligkeit und die Eilfertigkeit in der Erfüllung des göttlichen Gebotes, (l. c. V. 7.) ’:?d rann b» 'nx vn m miwn vm m xzn ’D Erst, als die Gewässer den Erdboden zu bedecken begannen, erst als die Fluthen sie drängten, entschlossen sich Noach und die Seinen, dem Gebote Gottes zu folgen und in die Arche sich zu begeben. Hub Abraham? Gott sprach zu ihm und legte ihm die schwere Pflicht ans, sich vom Vaterlande, von seiner Verwandtschaft und vom Vaterhause zn trennen 'n v>x -m -nwo d*ox i?"\, „und es ging Abram sofort (ito), als Gott mit ihm geredet hatte." — Von Mesopotamien nach Palästina ist noch heute eine große und beschwerliche Reise; wie beschwerlich war sie erst in jenen Zeiten! Noch heute sucht man sich einer großen Karawane anznschließen für solch' eine Reise; selbst für eine llebersiedelung in geringer Entfernung bereitet man sich vor, sucht die schwer transportablen Besitzthünier zu veräußern. Abraham aber machte sich sofort auf den Weg, nahm sich und die Seinen und alle ihre Besitzthümer mit sich lrcn -wx dad-i bo ns:, nur um keine Zeit zu verlieren, da es sich darum handelte, Gottes Gebot zu erfüllen. Sonst pflegt man bei einer llebersiedelung einen Theil seiner Leute, die alt oder schwach sind, oder die man entbehren kann, zurückzulaffen. Abraham aber nahm alle seine Diener und Dienerinnen mit pru iwy ix w-un nxi. Nun kam er in das Land, das Gott ihm gezeigt hatte, und er durchzog es sofort, erglüht von Liebe für dieses gottverheißene Land nu:L', cat? oipc v Dipo bv 'Qi, beglückt durch das Streben, seine Schulter zu beugen unter das himmliche Joch, QipQ bw im-Px tapb nrd> rmo, rrno p^x nj? immer bemüht, die Mitmenschen zu belehren und 5iir Gotteserkenntniß zu führen, pxa tx »jjuam, ohne Furcht vor den heidnischen Bewohnern des Landes. — llnd die Verheißung von Glück und Freude und Reichthum und Ruhm? Statt alles dessen tritt eine Hungersnoth ein, die erste, welche die Welt hat kennen gelernt. Aber Abraham murrt nicht; nicht einmal in seinem Herzen denkt er: Wo ist der verheißene Segen geblieben? Er muß wegen' der Hungersnoth nach Aegypten auswandern und ist sich der Gefahren, die ihn und die theure Gattin dort erwarten, wohl bewußt; er sucht auch diesen Gefahren, soviel in seinen Kräften steht, durch weise Vorsichtsmaßregeln vorzubeugen; aber kein Vorwurf wird laut gegen Gottes Lenkung, die ihn in diese Lage gebracht. — Abraham kannte kein anderes Streben, als die Gotteserkenntniß zu verbreiten; das betrachtete er als den Zweck seines Lebens; dem gegenüber waren ihm Ruhm, Reichthum und Ehre gleichgiltig; und er hoffte auch in Mizrajim für die ewige Wahrheit wirken zu können. Daher verlangte er von seiner Gattin, daß sie sage, sie sei seine Schwester, damit durch sie in des Königs Haus Gottes Allmacht erkannt werde. nx nxno ns» nrx a »njrr xj run „Siehe, ich habe erkannt, daß eine Frau von schönem Aussehen du bist." Was soll das heißen: „Siehe, ich habe erkannt re."? Waren doch die Gatten damals schon lange Zeit vermählt, und kannte doch Abraham die Tochter seines Bruders von deren frühester Kindheit an! Wir müssen daher diese Worte der heiligen Schrift in anderer Weise zn erklären suchen. nttfx ’v nxn:n nxiM ’ny’T? X2 ’njrr m run innPx cd"i2it ’svn ’v byer ~oita, nx nxno ns» .*pnn* „Im prophetischen Geiste habe ich geschaut, daß deine Schönheit als Mittel dienen soll, Gottes. Allmacht in Mizrajim zn offenbaren, -pajn 'b 22" po* nx ’mnx xj ncx p cx damit ich das wahrhafte Glück, die Gotteserkenntniß zu verbreiten, durch dich erlange ihn nraj nn’m und durch dich meiner Seele Lebenszweck auch in Mizrajim sich erfülle." Zwar wurde burd) die wunderbaren Ereignisse an Pharao» Hofe dieser Zweck erreicht; allein, die Gotteserkenntniß fand im Aegypterlande keinen