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Der Israelit · 1885-10-15 · Heft 80 (15.10.1885) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 80 (15.10.1885)
Date
1885-10-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. M 80, Der Israelit. E i n Kentrak - Hrgan für das ortbodoXe Iudenthum. Hcrausgcgcbcu von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, d e n -IS. Oktober 5S4V (K88S). Leitende Artikel. Die Begründer des israekil. Volkes. ii. Mainz, 12. Oktober. „Einer war Abraham." Die ganze Menschheit war dem Götzendienst ergeben, die nächsten Angehörigen Abrahams nicht ausgenommen.. Unsere Weisen erzählen im Midrasch, daß es Abraham schwer geworden, seinen alten Vater zu verlassen, dem er doch in der Ferne die kindliche Liebe und Ehrerbietung nicht erweisen konnte. Da sprach Gott zu ihm: Geh'hinweg aus dem Hanse deines Vaters; Ich spreche dich los von dieser Pflicht. — Gelöst mußten werden die Bande, die Abraham mit den Seinigen bisher verbunden hatten, da er der Begründer des gotterkorenen Volkes werden sollte. Wie wunderbar muß sich das Leben Abrahams gestaltet haben inmitten der ihn umgebenden heidnischen Welt! Er allein im Besitze der großen, u'.ächtigen Wahrheit, die sein Denken erfüllte und sein Thun leitete! Angestaunt, bewundert, aber auch gehaßt und verfolgt von den Mitmenschen zog Abraham sich nicht von diesen in die Einsamkeit zurück, sondern lebte mitten unter ihnen und überhäufte sie mit Liebe und Wohlthate». Wiewohl alle seine Zeitgenossen Götzendiener waren, liebte er seine Mitmenschen mit unendlicher Liebe, that Allen Gutes, die in sein gastliches Zelt kamen, gewährte ihnen Speise und Trank und suchte sie zu belehren. Unser Volk, zerstreut wohnend unter allen Völkern der Erde, vereinsamt und nur zu oft gemieden, verachtet, gehaßt und verfolgt, hat, wie unser Vater Abraham, die Liebe zu den Mitmenschen nicht verloren. Auch wir suchen unfern Mitmenschen, ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität, Gutes zu erweisen, wo wir nur können. Die Aufgabe, die unserem Volke auf Erden während seiner Wanderung geworden, dieselbe lag dem einen Manne, dem Abraham ob. Er war es, der gleichsam die Erde für Gott eroberte. Vor der Zeit Abrahams war Gott auf Erden unbekannt; durch ihn wurden die Menschen zur Anerkennung Gottes geführt. -,wym orroN ’-6n d’-onip n*, „Und Ich werde dich machen zu einem großen Volke," das ist, daß wir in unserem täglichen Gebete sagen: „Gott Abrahams." Unsere Weisen stellen im Traktat Berachoth den Grundsatz auf, daß in jeder Berachah üw riD^D*, der Gottcsname und die Anerkennung, daß Gott der König der Welt ist atoyn *£a, enthalten sein muß. Toßaphoth weisen darauf hin, daß in unserem Hanptgebete mwy rwoff rfrsn die Bezeichnung Dty?n nicht vorkömmt, und sie erklären diesen Umstand dahin, daß, da Abraham die Anerkennung der göttlichen Weltlenkung auf Erden her-- beigesübrt, die Bezeichnung crras Gott Abra- hams, mit König der Welt, gleichbedeutend sei. Abraham vertrat also in seiner Person ein ganzes Volk, und zwar ein großes Volk, nämlich das Volk, von dem es heißt (5. B. M. E. 4 V. 4.): n*n ^"un "un joji nun oy p"i „Wahrlich, dies ist ein weises, ein vernünftiges Volk, dieses Volk ist groß." Es heißt iti'jw „und ich werde dich zu einem großen Volke machen," nicht nur, ich werde ein großes Volk von dir abstammen lassen, sondern: Ich werde dich, dich selbst zu einem großen Volke machen. Du sollst in deiner Person so Außerordentliches leisten, wie ein ganzes, großes Volk. Achten wir wohl auf die Wahl der Ausdrücke in der heiligen Schrift. Bei Jakob heißt es (l. B. M. C. 4«, V. .1) o bnz „Denn zu einem großen Volke werde

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