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Der Israelit · 1885-10-12 · Heft 79 (12.10.1885) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 79 (12.10.1885)
Date
1885-10-12
Page
– (sequence 22)
Language
German
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— 14 - frucht wurde im letzten Jahre vertheilt 90 bis 120 Kt. Weizen, 50 Kt. Gerste und *15 Kt. Wikken. Die Ernte an Frühweizen War gut, an Spätweizen und Gerste nicht gut, die an Wikken mittelmässig. Zum Vorsteher der Colonie wurde Herr As ehr in ernannt. Ausser den Wohnhäusern der Colonisten wurde auf Kosten des genannten Wohlthäters ein Wohnhaus für den Vorsteher, eine Männer- und Frauensynagoge, ein Schulzimmer lür hebräischen und eines fiir französischen Unterricht, eine Dampf- und eine Wasser-Badeanstalt erbaut. Der Schächter der Öolonie erhält mit den Colonisten gleichen Äntheil an der Einnahme, 2 Kinderlehrer werden von dem genannten Herrn befahlt. Die Colonisten sind sehr ehrenwerthe, fromme Leute, zum Theile '22, haben Kräfte und Lust für die Feldarbeit, in ihren Häusern herrscht Reinlichkeit und Ordnung, in ihrer Mitte Einigkeit, nur das Verhältniss zwischen den Colonisten tlnd dem Vorsteher der Colonie ist nicht befriedigend. — Ein grösser Mangel in der Colonie, dem hoffentlich bald abgeh offen wird, besteht in der grossen Verwahrlosung, in der sich der Weg von Safed bis zur Colonie befindet, so dass die Communication höchst erschwert ist. Seit Kurzem ist von der türkischen Regierung die Herstellung eines guten Weges von Safed nach Akko in Angriff genommen, hierdurch kann auch die Strasse nach der Colonie hergerichtet werden; der Vorsteher der Colonie hat 20 Napoleonsd’or für die Wegebauten bewilligt, und die Colonisten helfen abwechselnd selbst bei der Strassenarbeit. — Im Ganzen ist der Zustand der Colonie als ein guter zu bezeichnen, ebenso deren Lage: im Thale, an einer Quelle, aus welcher Tag um Tag die Gärten und Weinberge der jüdischen Colonisten, resp. der übrigen Dorfbewohner bewässert werden. Von einem hinter der Colonie gelegenen Berge erblickt man rechts den Tiberias-See, links den See Moroni, zwischen ihnen den Jordan von letzterem dem ersteren zufliessen; auch erblickt man von dort das Gut Jessod Hamaalah (nbjJBH HD') am Merom-See, das im Besitze einiger Juden aus Meseritz ist. — II. Sichron Jaacob (Dpi?1 p'lDTX Diese Colonie, sowohl nach ihrem Umfange, wie nach der Colonistenzahl die grösste der jüdischen Colonien in Palästina, wurde vor drei Jahren durch das Centralcomite für die Colonisation Palästina’s in Galatz gegründet. Sie hatte mit den furchtbarsten Widerwärtigkeiten zu** kümpfen, so dass der Bestand der Colonie ganz in Frage gestellt war und die Colonisten ihre einzige Rettung in der Rückkehr nach Rumänien oder Weiter Wanderung nach Amerika zu fördern glaubten, bis schliesslich wiederum durch den genannten Philantropen, Herrn Scheid, es gelang, geordnete Zustände in der Colonie herbeizuführen. Letzterer setzte es mit vieler Mühe während eines mehrmonatlichen Aufenthaltes in Konst antin opel durch, dass das Eigenthumsrecht der Colonie, das nunmehr auf den Namen des Herrn Erlanger eingetragen wurde, gesichert und die Erlaubniss zur Erbauung von Steinhäusern den Colonisten ertheilt wurde. Die Colonie liegt an einem sehr hohen Berge zwischen Chaifa und Jaffa, 7*/2 Stunden von Chaifa, llj2 Stunden von Tantura entfernt. Die Strasse zur Colonie ist von den Colonisten mit vieler Mühe fahrbar gemacht. Der Umfang der Colonie beträgt 600 Hektar, von diesen liegen 280 im Thale, in einer sehr fruchtbaren Strecke, das Uebrige ist Steinboden am Abhange des Berges und nur zu Weinanpflanzungen verwendbar. Gegenwärtig befinden sich dort 82 Colonisten, darunter 72 Familienväter, insgesainmt 360 Seelen. Da bis jetzt nur 15- Holz- und 6 Steinhäuser errichtet sind, so wohnen vorläufig. nur 17 Familien und von den übrigen nur die Männer auf der Colonie selbst, die Angehörigen der Letzteren wohnen in Chaifa und werden dort von Herrn Scheid unterhalten. Bis zum Ellul hofft man genügend Häuser für sämmtliche Colon istenfamilien errichtet zu haben. Der jüngste der Colonisten ist 20, der älteste 60 Jahre alt; es sind unter ihnen die verschiedensten Handwerker, und zwar: 3 Schuhmacher, 2 Blechschmiede, 1 Riemenmacher, 1 Schmied, t Wagner, 1 Tischler, 1 Küfer, 1 Glaser und 1 Bäcker. Diese empfangen für ihre Arbeiten den vollen Arbeitslohn aus der Casse des Herrn Sohoidk

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