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Der Israelit · 1885-10-12 · Heft 79 (12.10.1885) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 79 (12.10.1885)
Date
1885-10-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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134V den Zahlcnwcrth der laufenden Jahreszahl 5646 enthält. — Die diesjährige Ausgabe wird durch ihre schöne, systematische Ordnung des vielseitigen, interessanten Stoffes gewiß die Aufmerksamkeit der bisherigen Gönner aufs Neue ans sich ziehen und ihr neue Freunde zuführen. — Es ist dies im Interesse des Herausgebers in hohem Grade wünschensivcrth, und hat derselbe einen bestimmten Preis für seine Schrift nicht festgesetzt, dem Wohlihätigkeitssinit also keine Schranke gezogen. Außer dem Herausgeber in Jerusalem nimmt auch Herr N a b b i n er D r. E h r m a u n i nTri c r Zahlung für den Kalender entgegen und vermittelt -dieselbe und) ihrem Bestimmungsort. Zt itttttgsttachrichken und Correfpondeuzeu. D e u t s ch l a n d. Ans Schlesien, 6. Oktober. Ein Kuriosum aus der Jnnnngsgeschichte wird ans Breslau gemeldet. Dort hat eine neue Schnstcrinnnng in ihre Statuten die Bestimmung gesetzt, daß nur christlid)e Meister der Innung beitreten können. Daß durch den Magistrats-Kommissär diese Bestimmung als unzulässig gestrichen wurde, hat große Entrüstung erregt. Aus Weftphalen. In Witten, dem Haupt- Heerde des Antisemitismus in Westphalen, fanden vor einiger Zeit sehr bedauerliche Ausschreitungen gegen mehrere dort lvohnende Glaubensgenossen statt. „Jetzt," so schreibt darüber der hier erscheinende „Iserlohner Krcisanzeiger," ein sehr liberales Blatt, „hat der Bürgermeister eine Warnung erlassen, daß er cs nid)t dulden werde, daß and) nur in kleinen Anfängen eine Klasse der Einwohner durch rohes Benehmen Anderer gekränkt werde und bringt die §§.-125 und . 160 des Reichsstrasgesetzbnches in Erinnerung. In den besonnenen Kreisen findet das . energische Vorgehen gegen diese widerwärtigen Ausschreitungen lebhaften Beifall." Soweit genanntes Blatt. Zn bedauern ist es nur, daß, so wie in vielen andern vom Antisemitismus unterwühlten Gegenden, auch in Witten die polizeilidien Organe erst dann einzusd)reiten sich bewogen fühlen, wenn der, durch ö*c Hetzapostel schon fanatisirte Pöbel ansäugt, die theoretisd)en Lehren des Antisemitismus praktisch anznwendcn und nicht von vorn herein, Versammlungen, wie solche noch kurz vor geschilderten Ausschreitungen durch den dortigen Führer der Antisemiten, Stadrath I)r. mrdiein König, I)r. Förster und Libermann von Souneburg abgehalten wurden, verbietet. Vorige Wodie, am nwio -nycn *^n, fand in Münster die Einweihung des im großartigen Style erbauten Scminargebäudes der Marx-Haindorf'schcn Stiftung statt und wurde somit seiner Bestimmung übergeben. An den Einweihnngsseierlichkeiten hatten fiel) außer den Mitgliedern der Gemeinde, mehrere ersd)ienene Fremde, Freunde und Gönner der Anstalt und besonders viele Lehrer, die in genannter Anstalt ihre Ausbildung genosten, betheiligt. Besonders aber gereicht es uns zur Freude, mittheilen zu können, daß, wie uns von höchst zuverlässiger Seite mitgetheilt worden ist, in das neue prachtvolle, der Stadt Münster zur Zierde gereichende Gebäude auch ein ty-n nn, ein neuer Geist, der Geist des wahren, nnverfälsd)ten, ewig bestehenden, allen Reformschwindelüberlebenden Jndeuthnms seinen Einzug halten wird. Es ist schon ein gutes Omen, daß mehrere den neologen Standpunkt vertretende Kuratorinmsmitglieder ans dem Eollegium ansgcschiedcn und an deren Stelle ge setz cs treue Männer gewühlt worden sind. Zu letzteren gehört auch — was wir besonders mit Freuden begrüßen, — der als aufrichtiger, gesetzestreuer '“irr bekannte Seminarlehrer Feinstem, der im Seminar den Unterrid)t in den hebräisd)en Fächer» ertheilt und die religiöse Führung der Zöglinge beaussid)tigt und leitet. Auch soll, wie solches vor vielen Jahren der Fall war, in der Folge wieder Morgens und Abcndgottesdienst im Seminar ftattfiuden. — M, Rosenwald, Iserlohn. Lechenich, 9. Oktober. Selten gelangt aus hiesigem Orte eine Nachricht an Ihr so geschätztes Blatt. Heute will id) deßhalb einiges berichten, was viele Ihrer werthen Leser interessireu dürfte. Mit Bedauern vernahmen wir oft aus de» Spalten des „Israelit" von dem Haß und der Zwietracht, die in manchen Orten zwischen unfern Glaubensgenossen und den andersgläubigen Einwohnern herrschten. Um so erfreulicher ist es, darüber berichten zu können, in welcher Eintracht Juden und Ehristeu hierorts miteinander leben. Die israelitische Schule befindet sid) hier in dem Gebäude der katholischen Elementarschule. Die Lehrpersonen stehen auf freundschaftlichem Fuße. Die Kinder beider Schulen verkehren miteinander auf der Straße wie auf dem Schulhofe, ohne daß auch nur jemals Zank zwischen ihnen entstände. Dabei muß bemerkt werden, daß die israel. Kinder durch den gemeinschaftlichen Verkehr mit den ander» in z

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