Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 79 (12.10.1885)
- Date
- 1885-10-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449503-2449576--23023-2512679- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXVI. Jahrgang. Berlage zu Ar. 79 des Israelit. LeitenderArtikel. Literarischer Bericht. D’iiDt? pnn Hebräische Sprachlehre mit praktischen Aufgaben. Von I. M. Japhet,Lehrer an derUnterrichtsanftalt der israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. — Erste Abtheilung nebst einem Vorkursus und Vokabularium. Fünfte, sehr verbesserte und vermehrte Auflage. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kau ff mann 188 5. Die dem hebräischen Sprachunterricht zu widmende Zeit ist der heutigen Schule so knapp zugemeffen, daß der Lehrer auch bei dem besten Willen es kaum vermag, dasjenige Maß von Kenntnissen seinen Schülern beizubringen, das für einen jüdischen Knaben oder' für ein jüdisches Mädchen unbedingt erforderlich ist. Dies Mißverhältnis; macht es ihm denn mehr als je zur Pflicht, mit der ihm zugewiesenen Stundenzahl haushälterisch zu verfahren und durch eine leichte und faßliche Methode zu ersetzen, was der Lectionsplan an Zeit für das Hebräische eingebüßt hat. Willkommen muß daher jedem jüdischen Lehrer ein Lehrbuch sein, welches ihn in dieser Richtung hin unterstützt. In dem oben angezeigten, der Lehrerwelt bereits vortheilhaft bekannten Schulbuche hat der Verfasser diese Aufgabe zu lösen versucht, und wir dürfen wohl mit gutem Gewissen sagen, daß dieser Versuch kein mißlungener war. — Wenn wir nun auch auf^ine ausführliche Kritik des Buches verzichten müssen, so sei es uns gestattet, zur pädagogischen Begründung unseres Urtheils auf nur einige Vorzüge desselben hinzuweisen; und da möchten wir zunächst den einheitlich und planvoll angelegten Lehrgang hervorheben, der die ersten Schritte des Kindes |mtr vorsichtig und langsam leitet, um ein um so festeres Auftreten auf dem weiteren Wege zu ermöglichen. Dieser stufenweise Fortschritt wird ganz wesentlich durch den Vorkursus für Anfänger gefördert, welchen der.Verfasser in dieser neuen Auflage zum ersten Male vorangeschickt. Wir halten die Bearbeitung diesesVorkursus als eine besonders dankeswerthe Gabe, die namentlich jüngeren Collegen als Erinnerung dienen könne, sich in der Mittheilnug des reich vorhandenen Lehrmaterials weise zu beschränken, und nicht durch einen allzu raschen Fortschritt den sicheren Besitz des bereits Erworbenen in Frage zu stellen, denn auch hier gilt des Dichters Wort: „In der Beschränkung zeigte sich der Meister." Eine weitere verdienstliche Einrichtung ist es sodann, daß dem Schüler die Gelegenheit geboten ist, alles erlangte Wissen durch mündliche und schriftliche Bearbeitung der darauf bezüglichen Aufgaben alsbald praktisch zu verwerthcn, wodurch dem Lehrer ein Prüfstein au die Hand gegeben ist, um zu beurthcilen, inwieweit die erworbenen Kenntnisse wirklich geistiges Eigenthum des Schülers geworden, oder ob sie nur zu einer unfruchtbare» Gcdächtnißbercicheruug gedient haben? So vereinigt das Lehrverfahren des Verfassers die Vorzüge der analytischen und synthetischen Methoden, indem sie der Lehrer gleichzeitig in Anwendung bringen kann. — Endlich ist noch auf die gänzliche Umarbeitung des dem Werke beigegebenen V o t a b u l a r i n m s ausmerksam zu machen, das früher mit Rücksicht aus den grammatischen Unterricht nach den Wortarten eingerichtet war — und sich nunmehr dem fortlaufenden Text des 1. B. M. anschlicßt und in kleinen Lektionen abgetheilt ist. Auch diese Einrichtung wird von den Lehrern gewiß freudig begrüßt tverden, denen sie eine Erleichterung des Pentatcnchnnterrichts gewährt. — Es erübrigt uns nur noch, auch der Verlagshandlung unsere Anerkennung auSzusprechen, welche das Buch nicht nur schön ansgestattet, sondern, obschon es bedeutend au Umfang gewonnen, den bisherigen Preis bcibchalteu, um ihm eine weite Verbreitung zu ermöglichen. Möge der Erfolg dieser Absicht entsprechen! Vüin rA von S. Feiwisch E o h n. Jerusalem. Dieser in seiner Art ganz cigenthümliche Kalender, der sich schon seit vielen Jahre» einen immer größeren Freundeskreis erworben hat, ist vor wenigen Tagen erschienen und zwar dieses Mal in Form eines Wandkalenders mit sehr klarer, übersichtlicher Gruppirmlg des reichen Inhalts, welchen er bietet. — Außer dem eigentlichen Kalender enthält auch die diesjährige Ausgabe eme geradezu verschwenderische Fülle von Citaten aus -;"jn und eine ganze astronomische Abhandlung, in wacher jeder Satz