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Der Israelit · 1885-10-12 · Heft 79 (12.10.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 79 (12.10.1885)
Date
1885-10-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1338 Opfer dem Gotte seines Vaters Jizchak. Nabbi Josua ben Lewi erzählte, daß er bei allen Erklärer« der Agadah im Süden (des heiligen Landes) angcfragt, warum es hier heißt: Gott Jizchaks und nicht Gott Abrahams, da doch Abraham der Erste gewesen, der Gott erkannt hat. Niemand habe es ihm erklären können, bis er nach Liberias gekomnien nud Nabbi Jochanan und Nesch Lakisch gefragt habe. Nabbi Jochanan sagte, weil der Mensch verpflichtet ist, seinen Vater mehr als seinen Großvater zu ehren; Nesch Lakisch sagte: wegen des Bundes mit den zwölf Stämmen brachte er diese Opfer dar. Um diese verschiedenen Aussprüche unsererWeisen zu erklären, wollen wir zunächst das Wesen der israelitischen Nation und die Art ihrer Begründung verstehen lernen. Wir haben bereits im Anfang dieser Abhandlung darauf hingcwiesen, daß mit der Erscheinung Abrahams ein Wendepunkt eintritt in der Geschichte der Menschheit. Gott hatte dem Menschen die Freiheit verliehen; aber sie war von den Menschen mißbraucht worden. Sünde und Laster, Götzendienst und Nnsittlichkeit, Raub, Mord und Gewaltthat herrschten auf Erden, und Niemand war da, der die Wahrheit erkannte und das Gute erstrebte. Frei, aus sich heraus, wandte Abraham sich dem einzigen Gotte zu und bemühte sich, alle Tugenden zu üben, alles Böse zu meiden, wie die Erkenntniß der Wahrheit solches gebietet. „Einer war Abraham." Dieser Eine hätte sich verloren inmitten von Millionen Götzendienern, wenn nicht, der allmächtige Gott beschlossen hätte, ihm zu Helfen und ihn zum Grundstein eines mächtigen Gebäudes des Glaubens, der Tugend und der Sittlichkeit zn gestalten. Teßhalb löste Gott ihn los von allen seinen bisherigen Beziehungen. „Geh' hinweg aus deinem Lande!" Frei sollte Abraham werden von allen Sitten und Gewohnheiten, mit denen das Geburtsland die Menschen zu umgeben pflegt. „Geh' hinweg von allen Erinnerungen deiner Jugend*)" Abraham sollte der Begründer eines neuen Geschlechtes werden, und nicht sollten ihm Erinnerungen anhaftcn, die bei der Erziehung des neuen Geschlechtes hinderlich hätten sein können. „Geh' hinweg aus deines Vaters Haus!" Losgelöst selbst von allen Banden, die mit seiner Familie ihn verknüpften, sollten keine Traditionen, die von götzendienerischen Vorfahren stammten, das neu zu begründende Volk beirren. — Und dieses Volk, dcffeu Stammvater Abraham zu werden gewürdigt wurde, sollte gleichsam nach dem Muster des Weltalls gegründet werden. Den zwölf Steru- *) Nach CnftTo§ uud Jonathan. bildern des Firmaments gleichend, sollten die zwölf Söhne Jakobs die Begründer des Volkes werden, welches der Welt die Wahrheit, die Sitte, die Tugend, den Glauben zu bringen bestimmt war. So lehret uns auch Don Jizchak Abarbanel. Siehe, schreibt er, der Heilige, gelobt sei Er, hat die israelitische Station dem Universum ähnlich eingerichtet; Abraham entsprechend der reingeistigen Welt, den körperlosen Dienern Gottes; Jizchak entsprechend den großen Himmelskörpern, und Jakob entsprechend unserer Niederwelt, während die zwölf Söhne Jakobs gleichsani die zwölf Sternbilder am Firmament repräsentire». So ist Israel ein Abbild der gelammten Schöpfung. (Fortsetzung folgt.) Amerikanische Briefe, xv. □ New-Jork, rvb~a n Zur Abwehr. Es ist keine angenehme. Aufgabe für einen Eorrespondeuten, dem es lediglich darum zu thun ist, den werthen Lesern Land und Leute zn schildern, wenn er seine Feder zur Abwehr ungerechtfertigter Angriffe, denen seine Berichte als Unterlage dienen sollen, verwenden muß. Einer meiner „amerik. Briefe", die sich stets nur mit feststehenden Dingen, mit Thatsachen, die hier zu Lande allbekannt sind, beschäftigen, hatte das Treiben des famosen Nabbincr „Tr." Wise in Eiucknatti zum Gegenstand der Besprechung. Ich hatte mich hiebei streng an die Wahrheit gehalten, muß jedoch soeben aus dem Sprachrohre des gelehrten Nabbi hören, daß Alles, was ich schrieb erlogen und erfunden sei. Daß unter solchen Umständen dem friedliebendsten Correspondenten die Geduld ausgcht, ist nicht zu verwundern und so will ich dcml auch heute mit meiner Antwort auf die Wise'schen Anslaffungen nicht zurückhaltcn. Ilm noch einmal kurz den Sachverhalt zusammenzufanen, bemerke ich, daß in meiner obenbezeichneten Eorrespoudenz das Treiben Dr. Wise's wahrheitsgetreu geschildert wurde, daß ihm nachgewiesen wurde, wie wenig er zu einem jüdischen „Geistlichen" geeignet ist, was seine College» von ihm halten und schließlich habe ich noch seine Angriffe auf die Orthodoxie gebührend zurückgewiesen. Statt nun in gemessener Weise zn antworten oder die empfangene Lektion ruhig hinzunehmen, glaubte der Herr Nabbincr bester zu thun, wenn er recht gewöhnlich schimpft uud so hat er denn in Nr. I I seiner Zeitung „Deborah" das Schlachtroß bestiegen und ist /

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