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Der Israelit · 1885-09-22 · Heft 75-76 (22.9.1885) · page 35

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 75-76 (22.9.1885)
Date
1885-09-22
Page
– (sequence 35)
Language
German
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lönien abgesehen, hören wir in „Pethach Tlvkwa/i‘% Gcderah„ Jessod Hamaalah“ das Geschrei ihrer Inwohner; die die grössten Möhsale ertragen; weil ihnen die Mittel fehlen, sich eine feste Basis zu verschaffen. Mit ihrem Gelde gründeten sie die Colonien, aber die Unordnung, die in allen ihren Unternehmungen waltete, nachdem sie aus Russland geflohen waren, verzehrte grosse Summen, so dass sie rathlos stehen blieben. Sie gehen dem Hungertode entgegen, wenn wir ihnen nicht die rettende Hand entgegenstrecken, um sie aus dem reissenden Strome zu retten. Theuere Brüder! Wisset, dass die Ausbreitung der Colonisation (sie ist ja 'eine schöne Hoffnung für die Zukunft unserer Brüder) in diesem Momente nur abhängt von dem Bestände der bereits gegründeten Colonien; „Pethach Thikwah“ ist in Wahrheit der Eingang (Pethach) zu unserer Hoffnung (Thikwah), und „Jessod Hamaalah“ ist wirklich die Grundlage (Jessod) unseres Bestandes. Ferne sei es von uns, unsere Hände in den Schooss zu legen und zu sagen: Was können wir thun? — oder gar: Was machen im Ganzen die drei Colonien aus? Ferne mögen Euch, theuere Brüder, solche Gedanken sein! Von jeder bereits gegründeten Colonie hängt das gesummte Colonisations-Unternehmen ab und an ihr Gedeihen ist die Hoffnung der ganzen Nation geknüpft, und wie sehr kränkt es mich und alle wahren Zionsfreunde, wenn wir sehen, dass alles Geschrei in den Hallen Israels und der Zionsfreunde unsere Brüder nicht geweckt hat, die in einen tiefen Schlaf verfallen sind. Und bei allen Aufrufen zu jeder Tageszeit haben wir noch immer die nöthige Summe nicht gesammelt, um die drei erwähnten Colonien zu erhalten. Theuere Brüder!* Erwäget: Einer unserer Grossen sprach und es wurden vier blühende Colonien, — und die ganze Judenschaft Russlands, des Landes, wo unsere Stammesbrüder so zahlreich sind, das man fast die Quelle des Judenthums nennen kann, in dem so viele rabbinische Grössen, so viele Gelehrte, Künstler, Schriftsteller, Poeten, Kaufleute, Millionäre und Barone unseres Stammes wohnen, diese ganze Judenschaft brachte nicht das Nöthige zusammen, um den gebeugten Bewohnern der drei Colonien zu helfen. Theuere Bruder und Zionsfreundei Noch einmal rufe ich Euch in Erinnerung, dass die Hoffnung des ganzen Hauses Israel von dem Gedeihen der Colonisation Palästinas abhängt. Dahin sind - alle die Ziele, von denen wir uns llilfe in Europa versprochen haben. Und dieses Gedeihen der Colonisation wieder hängt ab von dem Bestände der bereits gegründeten Colonien. Wenn wir uns dieser unserer Brüder, die die Pioniere Israels waren, erbarmen, wenn wir ohne Zögern unser Augenmerk diesen Tlieueren zuwenden, die ihr Land verflossen und nach Palästina kamen, um sich ihr Brod durch Feldarbeit zu verdienen, — dann ist Hoffnung vorhanden, dass binnen Kurzem die erwähnten Colonien fest gegründet sein, und unsere Brüder, die Arbeiter, ihre Mühe belohnt sehen werden, dass ganz Israel einsehen wird, dass das Herz seiner Nation das heilige Land sei. Von diesem Herzen werden ausgehen die gesunden Säfte in die Nerven dieses ganzen Volkes. Dann werden auch die Häupter der „Zionsfrennde“, die auf sich die Mühe genommen haben, die Herzen der Grossen unseres Volkes zu wecken, Ordnung bringen können in die Colonisationssache und im Stande sein, allmählich die Hindernisse zu beheben, bis wir das Ziel unserer Wünsche erreichen. Theuere Brüder! Eine grosse Sache hat der Ewige in Euere Hand gelegt, eine Sache, an die die Hoffnung Israels, seine Bestimmung und sein Fortbestand geknüpft sind. Heil denjenigen unserer Brüder, die einsehen, von welcher Bedeutung die Ereignisse im heiligen Lande für unsere Wiederbelebung sind! Ich vertraue auf Eueren graden Sinn, Euere Liebe zu unserem Volke und dem heiligen Lande, wenn ich erwarte, dass Ihr Raum geben werdet den von Herzen kommenden Worten Eueres Freundes und des Freundes Israels Kalony mos Sew Wissotzky. tDie Mission in Palästina. Wie das in Jerusalem" erscheinende Blatt berichtet, greift das Uebel der Mission in den Städten des heiligen Landes immer mehr um sich, und hat in den Gemeinden Zefath, Hebron und Jaffa schon ganz erschreckende Dimensionen angenommen. Die Folgen des von den Missionaren ganz geräuschlos eingeflössten, aber tun so sicherer wirkenden Giffces sind gar

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