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Der Israelit · 1885-09-22 · Heft 75-76 (22.9.1885) · page 34

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 75-76 (22.9.1885)
Date
1885-09-22
Page
– (sequence 34)
Language
German
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eclien Familien mächtig bewegt. Sie var> liessen schnell ihre Heimath, ihr Geburtsland und zogen in’s Land Kanaan. Theuere Brüder! Ihr sehet ein, dass der Vater dieses Gedankens nur das Gefühl war, und das Gefühl ist es such, welches ihn auf seinem Wege geleitet. Es gab keinen Einzigen unter diesen unseren Brüdern, die sich ohne Rücksicht auf Lebensgefahr für ihr Volk rüsteten, der den Weg gekannt hätte, den er vorhatte, die Werke, die er vollbringen sollte. Wie Blinde an den Mauern tasten, so wussten sie nicht, wohin sie sich wenden sollten. Sie verstanden die Sprache des Landes nicht und zu Allem dem war Keiner unter ihnen, der mit der Feldarbeit gründlich vertraut gewesen wäre. In der Mehrzahl waren es Männer, die einen Pflug nie angerührt hatten: vielgereiste Kaufleute oder gewandte Mäkler; Studenten, die Tag und Nacht ihren Studien obgelegen hatten. Sie alle änderten mit einem Schlage ihre Lebensweise, sie hörten auf die Stimme ihres Gefühls und kamen hierher zur Armuth, ungeeignet zur Arbeit. Kein Wunder also, wenn sie viele Leiden erdulden mussten. Auch der Colonisationsgedanke als solcher erlitt dadurch eine grosse Schädigung; denn wenn der eine strauchelt und sein Geld durch Unerfahrenheit einbiisst und der Zweite Hunger leidet, dann erklären sie die Colonisation des heiligen Landes als unnütz, und die Feinde der Colonisation schreiben diese Worte auf ihre Fahne und weifen sie in die Menge. Nun, da meine Füsse auf dem Boden des heiligen Landes wandeln, fühle ich mich verpflichtet, meinen Brüdern mitzutheiien, was ich sah, damit sie einen klaren Einblick in die Sache haben und nicht Wahrheit und Heiliges mit Füssen getreten werde! Im Laufe der drei Jahre, die seit dem Auftreten des Colonisationsgedankens verflossen, sind 7 Colonien entstanden: das vor drei Jahren eine Wüstenei war, in der Schakale hausten, und jetzt blüht, von allen Seiten mit Weinbergen umsäumt, von Gelpflanzungen umgürtet. Seine Häuser sind auf Anhöhen gebaut, und eine Quelle frischen Wassers tränkt die Weinberge und Gärten mittelst eines Dampfpumpwerkes. — [HpS mit seinen getreidevollen Feldern, mit seinen segengefüllten Thälern und ßeinen fcochgebauten Häusern, —Jtlpn nns mit seinen saftig-grünen Fluren, und »TTD mit seinen im Sonnenlichte strahlenden Bergkämmen. — apS' jrDT (früher Samarin) mit seinen gesegneten Thälern und seiner herrlichen Aussicht, seinen Wohnhäusern, seiner Schule und seinem Bade. — H3Ö mit seinen Gärten und Weinbergen. — n’jran ein gesegnetes und fruchtbares Stück Erde an den Ufern des Merom- 8 668. — Ausserdem kauften noch einige unserer Brüder einzelne Grundstücke, bauten Häuser und pflanzten Weinberge, so dass bis jetzt, am Ende von drei Jahren, etwa 50 "00 Dunam (gegen 5000 Dessiatyn) von dem Boden des heiligen Landes in jüdischen Händen sind. Diese Thatsachen sind unwiderlegliche Beweise dafür, dass der Boden des heiligen Landes sehr geeignet ist zur Feldarbeit, und dass unsere jüdischen Bruder grosse Vorzüge besitzen.- Diese Beweise sprechen von selbst, strafen Diejenigen Lügen, welche sagen, dass die Söhne Israels träge sind. Vor fünfzehn Jahren haben sich Deutsche aus Württemberg im heiligen Lande festgesetzt, und gelang es ihnen bis jetzt nur drei Colonien zu gründen, trotz des deutschen Reichthums und des kräftigen Schutzes einer grossen Macht, vor der die weite Welt erzittert. Ihnen verschloss nicht die türkische Regierung die Thore des Landes, denn wer würde wagen, Deutschland herauszufordern, ohne dafür zu büssen. Unseren Brüdern aber, den Verfolgten, um die sich Niemand kümmert, deren sich Niemand erbarmt, deren Ansiedelung die türkische Regierung, die sonst den Juden gewogen ist, mit Verdacht verfolgt, die zu hindern sie ihren Beamten befiehlt, unseren Brüdern gelang es trotz aller dieser Widerwärtigkeit, in kurzer Zeit sieben Colonien zu gründen. Dies beweist, dass es kein Ding auf der Welt giebt, welches dem Willen des Juden widersteht, und dass ihn sein Talent überallhin begleitet. Aber wenn wir absehen von den vier Colonien : „Rischonl* Zion„Ekren“, „Sichronjaacobu und „Rösch Pi nah“, welcher sich Gott erbarmte^ indem er ihnen den bekannten Baron zum Wohlthäter gab, ohne den die Sache der Colonisation vielleicht zu Grunde gegangen wäre, der mehr als zweihundert Colonistenfamilien neu belebte, der auf Alles sein Augenmerk wendet, so dass man überall Pracht und Schönheit, Glanz und Herrlichkeit sieht, — von diesen vier Colo-

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