Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 75-76 (22.9.1885)
- Date
- 1885-09-22
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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Hildesheim 20. Lehrer Lessard, Amöneburg 3. Isr. Gern. Lengfeld 4.50. U. TT. 3. Mayer Möller, Themar 8,90. Isr. Gern. Mk. Bechhofen 11.80. Lehrer Ottensooser, Förth 10. M. Marschütz, Bnrghassloch 5.30. Joseph B Wertheimer, Eichtersheim 10. Seligm. Stempel, Eberstadt 10.5. Rabbiner Herz, Göppingen 1.2. M. J. Löneburg 2V. ^N. Frank, Düsseldorf 23. Bezirksrabbiner Dr. A. Salvendi 300. M. N. Rosenberg, Lübbe oke ein Packet Kleider. Dannenbaum, Borotheimj5. .llemel, Juli 1885. Das ständige Hilfscomitfe für die Nothstände russischer Israeliten: Rabbiner Dr. J. Riiif, 8. Bloch, N. Hargalies, Leyse Lewy, L. llillelsohn, .1. >1. Scliaplro.1 Bi© Goleaisation Palästina’©. Schreiben des Herrn K. Wissotzky ans Moskau. An alle meine Stammesbrüder, die ihr Volk und Zion lieben! Als Bote und Geschäftsträger des Vereins der „Zionsfreunde“ der seinen Sinn auf das Land gerichtet hat, über welches das Auge Gottes stets wacht, — halte ich es für nöthig, Einiges zu allen Glaubensgenossen, zu den Einsichtsvollen unseres Volkes zu sprechen, damit sie wissen, was der Colonisationsgedanke von ihnen fordert. Theuere Brüder! Drei Jahre sind verflossen, seitdem die Colonisationsbewegung entstanden ist und angefangen hat, aus dem Ideal in das Bereich der realen Wirklichkeit überzugehen. Die verschiedenen Wechselfälle des Schicksals, das über unser Volk im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts hereingebrochen ist, — des Jahrhunderts, auf das die Angen ganz Israels gerichtet waren, in der Hoffnung, dass endlich verstummen werde die Stimme des Drängers und die Sichel des Verderbens nicht mehr über sie werde geschwungen werden, des Jahrhunderts, welches durch den Zauber seiner Erfindungen und Wissenschaften die Seelen gefangen nimmt, haben bewiesen, dass wir in einer trügerischen Hoffnung lebten, dass unsere Brüder sich wesentlich irrten. Vergebens hofften sie auf die Gnade der Völker und den Glanz der Wissenschaften, von denen sie erwarteten, dass sie der Menge voranleuchten werden, ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität. Umsonst warfen sie sich in die Arme der Völker. Der Hass erstarb nicht, die Missgunst hörte nicht auf, sie leben nur iu geänderter Gestalt fort. Noch seufzen wir unter Der Ewige möge Seinen Geist über Euch ausgiessen aus clor Höhe! Jaffa, 15. Tammus 5645. dem Joche der Feinde und Verfolger, die böse Pläne gegen-uns ersinnen. Die Völker schämen sich nicht in ihrem Uebermuthe, uns wie in den finsteren Zeiten des Mittelalters zu verfolgen. Die gegenwärtige Lage hat nun unseren Stammesbrüdern die Augen geöffnet, so dass sie einsehen, dass ihre Existenz und ihr Heil nur in ihnen selbst liegen. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, unter den Völkern umberzuwandern und von ihnen Gnade zu erflehen. Auf diesem Wege werden wir nicht Ruhe, nicht Rast, auf diese Weise keine Heilung finden. Israels von Mühe und Alter schweren Augen haben eingesehen, dass es die Arbeit suchen müsse im Schoosse seines Ahnenlandes. Dort wird es seinen Unterhalt finden, dort wird es zufrieden leben unter dem Schutze gerechter Gesetze, dort wird es seine Talente entfalten, worau es von den Völkern gehindert wird. Dort wird von ihnen die Schmach genommen werden, mit der sie ihre Feinde überhänfen, indem sie sagen, dass wir ein Volk sind, welches dazu bestimmt ist, auf Kosten Anderer zu leben. Wenn unsere Brüder ihre kräftigen Arme entblössen und liebevoll zur Arbeit greifen, wenn sie im Schweisse ihres Angesichts das Brod der Erde abgewinnen werden, dann wird man unter den Völkern verkünden, dass Israel durch seine Kraft, durch seine grossen Vorzüge, durch seine guten Herzenseigenschaften, durch seinen erhabenen Geist gerettet wurde. — Die Erkenntniss der iu diesem Wechsel liegenden Heilung hat dia^ Herzen gar vieler jüdi-