Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 75-76 (22.9.1885)
- Date
- 1885-09-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1284 dann empfindet, wc-mi unser Geist daran Theil nimmt, wenn Herz und Seele in vollster Harmonie sind. Möge die Feier des Laubhüttcnfcstcs diese Freude, diese Harmonie in uns vorherrschen lassen! Zeiinngsnachrichten und Corrrspondenzeu. D e n t s ch l a n d. Hamburg, Im Krankcnhause der hiesigen deutsch-israelitischen Gemeinde wurden vor einiger Zeit auf Anregung der Herren dirigircndc» Acrzte Versuche uu.gestellt über die Zweckmäßigkeit der Anwendung des von Dr. S. Papilsky in Posen fabrizirteu i^-Flcischcxtractcs zur Herstellung nahrhafter und kräftiger Fleischbrühen, Suppen und Saucen rc. Das Resultat war ein für das Fabrikat äußerst günstiges, denn es wurde befunden, daß mail durch den Dr. Papilsky'schen FKischextract nicht nur sehr schmackhafte, nahrhafte und appetitcrrcgendc Speisen erhält, sondern auch wesentliche, ökonomische Vortheile erzielt. Es wurde deshalb seitens der Verwaltung dem Fabrikanten Herrn Dr. Papilsky die ständige Lieferung von Fleischextract übertragen. Als sehr auerkennenswerth verdient noch hervorgchobcn zu werden, daß Herr Dr. Papilsky für Wohlthätigkcitsanftaltcu ermäßigte Preise gewährt. Hoym in Anhalt. Als einen schönen Lichtblick in der gegenwärtigen traurigen Zeit des Antisemitisnnls kann man wohl das fslgeudc Factum betrachten: Die Mauer um das hiesige Bcth hakworans bedurfte schon seit längerer Zeit der Reparirnng, jedoch zur Bestreitung der Kosten waren die finanziellen Kräfte der hiesigen Gemeinde zu schwach. In Folge dessen richtete man ein Gesuch an den hiesigen Magistrat inn Bewilligung von 400 Mark Zuschuß zur Herstellung einer neuen Mauer. Der Herr Bürgermeister Hampel theilte die Eingabe den Herrn Stadtverordneten mit und nur seiner warmen Fürsprache ist es zu danken, daß das Gesuch einstimmig gewährt wurde. Frank. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, n. Sept. Heute Abend fand im Bcthausc der Schiffamtsgasse ein Montefiore - Trauergottcsdienst statt. Das Gotteshaus war der Trauerfeierlichkeit entsprechend mit den Symbolen der Trauer vergehen und in dasselbe egten Männer, Frauen und Kinder, um ihre TMvahme an der Trauer um den weltberühmten Phllsntrophen all den Tag zu legen. Rach Beendigung des Mincha-Gcbetes ergriff Herr Rabbiner S. Spitzer das Wort zu einem glänzenden, tief ergreifenden Nachrufe. Anknüpfend an die dieswöchentliche Haftora Jes.Eap. kl, B. 22, beleuchtete Redner das Wirken und Schaffen Montcfiorcs für das Heil des Judenthmns und unsrer heil. Religion in allen Welttheilen, und machte das Publikum eingehend mit den hervorragenden Lebcnsereigniffen des Verstorbenen bekannt. Die Worte des Redners machten einen überwältigenden Eindruck auf die Zuhörerschaft. Nach Beendigung der Rede setzte sich die Gemeinde zum Zeichen der gemeinsamen Trauer zur Erde. Krakau, 17. September. (Prozeß Ritter.) Unter Vorsitz des Landgcrichtsrathcs Krzyzanowski begann heute vor dem hiesigen Schwurgerichte zum drittenmale dieBerhandlnnggegen Moses Ritter, Gitel Ritter und Marcel!!-- Stochliuski wegen desMordes in Lntcza. Als Berthcidigcr fnngiren Dr. Machalski nlld Professor Joseph Rosenblatt, für die Anklage Staatsanwalts-Substitut Lozynski. Als Sachverständige erscheinen die Gcrichtsärztc Professor Browicz, Tr. Znlawski, die Ingenieure Thaddäus Marcoin und Eduard WrzeSniowski. Im Ganzen sind 77 Zeugen vorgeladcn. Die Verlesung der Anklage wird den ganzen Tag dauern. Feuilleton. HichaöiNttrl. Erzählung von Friedrich Rott. n. Mitternacht war vorüber.. Das Fest des Eommerzienrathcs ging zu Ende. Bor seinem glänzend erleuchteten Palais harrten zahlreiche Wagen, die Gäste heimzuführen. „Droschke achtnndscchzig!" rief eine Baßstimme, „Droschke achtnndscchzig hierher!" Die aligernfenc Droschke fuhr möglichst nahe heran, der Herr, der sie gerufen, öffnete den Schlag und half einer Dame cinsteigen; batm blickte er sich nm. „Wo nur Eduard bleibt?" „Er begleitet Adele nach Hause" erwicderte seine Frau, die bereits im Wagen Platz genommen hatte. „Dumme Äebelei!" brummte der Herr, indem er einfticg und sich an der Seite seiner Frau nicderließ. „Neuthorstraße siebenundfünfzig!" rief er dem Royenlcnker zu, und der Wagen rollte davon. „Ich begreife nicht, was Du dagegen hast, daß er seine Braut und ihre Mutter nach Hause be- V