Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 75-76 (22.9.1885)
- Date
- 1885-09-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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wohnen, das häusliche Glück sich niederlassen. Es kommt eben nur auf die Bewohner an, die darin sind, ob sie den Palast zur Nomadenhütte, ob sie die ärmliche Wohnung zum Palast sich machen. Wenn nicht der Geist darinnen waltet, der im ruhigen Wohnsitze, in friedlichen Werken seine Aufgabe und sein Lebensglück erblickt; dann bieten 'weder Palast noch Hütte Schutz vor des Lebens Stürmen; dann bieten weder Palast noch Hütte eine» Wohnsitz. Israel hatte unter den denkbar ungünstigsten Verhältnissen sich seine ersten Wohnsitze anfgeschlagen, inmitten einer trostlosen, endlose» Sandwüste. Doch der Gottesgeist, der darin waltete, die hohe, heilige Aufgabe, der es darinnen oblag, seinen Gott zu erfassen, dessen Willen kennen zu lernen, Ihm anzugehörcn, Ihm zu dienen und irr Seinem Sinne zu leben; dieses Streben, feine Aufgabe zu erfüllen, machte ihm den Aufenthalt in den Wüstcnzclten nicht nur erträglich, sondern gestaltete sogar das Leben zu einem schönen, befriedigenden. „Ich," spricht Gott, „habe sie in Hütten wohnen lassen." Diesem Leben ln der „Suckoh" gleicht unser ganzes Erdenleben. Unser ftorpcr ist die Wohnung; der Geist in uns Das, was diesen Körper belebt, ihm erst den Werth verleiht. Ob dieser unser Körper schön oder hässlich, ob gross oder klein, das ist gleichgiltig; aber darauf kommt es an, ob unser Geist schön, ob er groß und edel ist. Wie Palast und Hütte dem Zahn der Zeit verfallen und wie nicht sie den Werth des Wohnsitzes bestimmen; also verhält es sich auch mit uns. Wir gehen dahin, sind nur eine vorübergehende Wohnung für unfern Geist. Dieser aber kann diesen sterblichen Leib zu einem herrlichen Palast errichten, kann ihn aber auch zur armseligen Hütte herabsinken lassen. Die einzelne Person ist unter den Millionen Menschen, was die Hütte unter den vielen festen Wohnsitzen ist. Das einzelne Menschenleben wird kaum beachtet, verliert sich, wenn es nicht versteht, durch sein Wirken und Schaffen sich bleibend im Andenken der Menschen zu erhalten, wenn Glicht sein Wirken und Schaffen der Menschheit, wen» auch nicht der gesannnten, so doch einem Theile zutn bleibenden Nutzen gereicht, wenn es nur für sich, für seine Existenz geschaffen und nicht für Andere, für seine Nachkommen und die 'Nachwelt gewirkt hat. Nur so wird auch der einzelne Mensch, wird diese Hütte unter den grosse» Bauten , keine verlorene sei»; nur so wird auch der geringste Mensch von allgemeinem Nutzen sein für die Menschheit, wird er zum wahren Menschenleben und der wahren Meuschenanfgabe beitragen; wird er mithelfen, der Menschheit feste Wohnsitze auf Erden p erbauen, bleibende Stätten zu gründen, den Gesst des Friedens und der Eultur grosszuziehen. Denn was der Einzelne' Gutes und Schönes im engen, ja im engsten Kreise schafft, cs lebt fort und wirkt weiter und vererbt sich ans die Nachwelt und wird so Gemeingut Aller. Darum soll Niemand klein und gering von sich denken und glauben, daß er nicht wirken könne für die Menschheit, dass sein Thnu verborgen und unbeachtet bleibe. Denn nicht dadurch wird er anerkannt, daß er die Aufmerksamkeit der Welt auf sich lenkt, sondern dadurch, dass die Saat, die er gesät, ausgehe und reise und zur Erhaltung der Menschen beitrage. Und wenn jeder Einzelne in seiner Familie mit diesem Geiste wirken würde, wenn er den Keim des Guten in seine Kinder legen, dort aufgchen, wachsen und reifen lassen würde; er hätte wahrlich viel zur allgemeinen Mcnschenaufgabe beigetragen. Unser irdisches Leben endlich ist dem Aufenthalte in der Hütte ähnlich. Wie die Kinder Israel in der Wüste in den Hütten, die sie bewohnten, sich vorbereiten sollten zu ihrem künftigen Aufenthalte im heiligen Lande, so sollen auch wir in diesem Leben fürs einstige bessere uns vorbereite». Wir sollen aber dennoch nicht dieses Leben als vergängliche Hütte betrachten, die wir heute hier, morgen dort äufschlagen; wir sollen nicht, weil sie nur voübergehenden Aufenthalt bietet, sie unwohnlich, ungastlich und unfreundlich sein lassen ltiib glauben, es wäre überflüssig, viel auf behagliche Einrichtung zn verwenden. Auch als vorübergehende Hütte sollte Israel sie als Wohnsitz betrachte», alle Sorgfalt ans ihre innere Einrichtung verwenden, als wäre sie zürn bleibenden Wohnsitz "bestimmt. Dann nur kann sie den kurzen Aufenthalt in ihr überhauvt ermöglichen und als Aufenthalt gelten lassen. Unsere Weisen bemerken: rmn ]'jd mn rooa. „In Hütten sollt ihr wohnen," gerade als wäre die Suckoh eine beständige Wohnung, yup itoid 7wy d’dti njor V2 nax;soa .-{«ny irm Daher sagen sie: die ganze sieben Tage hindurch niache man seine Suckoh zur festen Wohnung und sein Haus zur vorübergehenden ro'ob rrou n*yso ,."wDv pyn uhi f? vn (Tn rmra ruian rcios huidd rinnen spw hat er z. B. schöne, kostbare Gefäße, so bringe er sie in die Suckoh, hat er schöne Teppiche und Decken,