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Der Israelit · 1885-09-22 · Heft 75-76 (22.9.1885) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 75-76 (22.9.1885)
Date
1885-09-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1276 nicht zn beklagen. Das npye am Dache des Hanfes soll uns ein Symbol sein, daß wir nicht rastlos nach Außen streben dürfen. Laß cs dir darum nicht leid sein, du gesinnnngstreuer Israelit, daß du Manches entbehren mußt auf der Reise durchs Leben. Unsere heilige Religion bietet dir im reichen Maaßc Ersatz; ja, die Entbehrungen selbst werden dir eine Quelle nimmer versiegender Freuden. Die Vollendung der Weihe unseres Lebens ist die Erziehung, die sorgfältige Erziehung der Kinder, ’rcfri nvoJD 'mb D’Vid Nim p bnutrh \m ppn .■pnen ,mt nN p-o icini cn er ba -pasi romo „Schenkt der Allgütigc dem Israeliten einen Sohn, so führt er ihn in die Synagoge und in das Lehrhaus, damit er Dich preise Tag für Tag, und spreche: Preiset den Ewigen, den Hochgepriesencn." O, ihr Männer und Frauen in Israel, auf unfern Kindern beruhet unsere Zukunft, itnp yrn, nnJS2 die heilige Nachkommenschaft ist der Grundpfeiler unserer Hoffnung. Erzieht ihr sie wahrhaft nnd treu in Gottes erhabener Lehre, so werden die Kinder euch sein der Stolz eures Alters und eure Freude am Abende des Lebens. Die Vernachlässigung der religiösen Erziehung der Kinder, ist eine der traurigsten Erscheinungen in unserer Zeit, und sie rächt sich gar bitter. Zn wenig unterrichtet in Bezug selbst auf das nothwcndigste jüdische Wissen, werden die Knaben nnd Jünglinge, ungeschützt und ungewarnt, den Stürmen des Lebens preisgcgcben und gehen nur zu oft ihrem Verderben entgegen. Der Endzweck der jüdischen Erziehung muß sein, daß der Sohn lerne, Gott zu dienen, wie unsere Väter es gcthan. Dann wird er den Eltern sein ein frommer, guter Sohn, dann wird er geschützt sein vor Verführung, und der auf unserem Volke ruhende Gottesgeist wird erhalten bleiben für die kommenden Geschlechter! ZeitnngSuachrichte» und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 20. September. In der Predigt vor dem Neilah-Gebete nahm Herr Rabbiner Dr. Lehmann am gestrigen Versöhnnngstage Anlaß die überaus zahlreich versammelte Gemeinde auf die von Herrn Rabbiner Hirsch und dem Vorstände der israelitischen Rcligionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. angeregte Gründung einer „freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxenIudenthu ms" aufmerksam zu machen nnd zum Beitritte aufzufordern. Ter Redner knüpfte an den am Nachmittage verlesenen Vers an: D“Nn epn nrjr 1»N ’üstPD pni ’ppn p.N cpioan »jn um »rn „Und ihr sollt beobachten meine Satzungen und Rechte, die da thnn soll der Mensch nnd leben durch sie, Ich, der Ewige." Es kann hier unsere Aufgabe nicht sein, die erwähnte Predigt anch nur skizziren zu wollen; wir werden nur das hcrausgreifcn, was speziell den neu zu gründenden Verein betrifft. Die Juden, sagte der Redner, sind das einzige Volk des Alterthums, das den Untergang der alten Nationen überdauert hat, nnd zwar in lebendiger Frische. So erklärt auch n'V» das Wort Tn * ddj new» onn '» ray by »"ins» »pn by ry^a Np» "ns 1 cn»si »n eno mNi roia als „frisch, lebendig." Die Beobachttmg derGottesgebote verleiht dem einzelnen Inden bis ins höchste Alter Jugendfrische nnd ebenso der jüdischen Gesammtheit. Diese Gcistesfrische, diese stets lebendig bleibende Thatkraft zu bewähren, wird uns jetzt Gelegenheit geboten, durch eine freie Vereinigung zur Erhaltung, Schätzung und Förderung unserer heiligsten Interessen. Herr Dr. L. wies darauf hin, daß vor 34 Jahren von Frankfurt a. M. aus das segensreiche Beispiel der Gründung einer orthodoxen, isr. Rcligionsgesellschaft gegeben wurde, das zum Umschwünge der religiösen Verhältnisse zum Bessern nicht allein in F., sondern auch in vielen andern isr. Gemeinden so große Erfolge erzielt hat. Unter göttlichem Beistände, wird auch die neue, von Ff. ausgegangcne Anregung zur Lebendig- und Frischerhaltung der deutschen Judenheit vom besten Erfolge gekrönt werden. — Der Redner erklärte sich bereit, Anmeldungen entgegcnzunehmen, und cs sind bereits, gestern Abend noch, einige erfolgt. O e ft e r r. - U n g a r. Monarchie. Krakau, 17. September. Heute gelangte vor dem hiesigen Schwurgerichte der mysteriöse Proccß wegen der Ermordung der Francisco Mnich zum dritten Male zur Verhandlung. Bekanntlich basirte in den früheren Verhandlungen die Beweisführung für die Thäterschaft der drei Angeklagten Moses Ritter, dessen Frau G i t te l und nnd des Marcellin S to ch l in s ki auf dem Geständnisse des Letzteren, daß Gittel an einem Sonntage Nachmittags (angeblich am ersten Advent-Sonntage) im Keller des Ritter der Francisca Mnich, die sich in Folge ihres Liebesverhältnisses mit Ritter in ge- /

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