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Der Israelit · 1885-09-08 · Heft 71-72 (8.9.1885) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 71-72 (8.9.1885)
Date
1885-09-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1224 Es heißt in der heiligen Schrift (5. B. M. C. 7 V. 12). crvtyjn cmcitn nVsn crcsrcn ns pyeiwi apy 'tu jpgfi im nonn nsi nnnn ns •p T"6s '-i.icBn, cms .ui -p-üi -pnsi, yronsb „Und es wird die Folge sein, wenn ihr auf die Rechte höret und sie beobachtet und thnt, so wird bewahren der Ewige, d e in Gott, d i r den Bund und die Gnade, die er zugeschworen hat deinen Vätern. Und er wird dich lieben und dich segnen re." Jedem denkenden Leser der heiligen Schrift wird es anffallcn, daß der Vordersatz sich in der Mehrzahl an die Gesammtheit Israels wendet, während im Nachsatze die Einzahl angcwcndct wird. Die Erklärung dafür ist folgende: Gott verlangt von der Gesammtheit Israels den Gehorsam für Sein Wort und die Erfüllung Seiner heiligen Gebote. In dieser Beziehung soll sich Einer von dem Andern nicht unterscheiden; es soll der normale Zustand sein, und wenn Alle Gott fürchten und Seine Gebote halten, so kann naturgemäß der Einzelne einen besondern Namen sich nicht erwerben. In Bezug auf den Lohn aber, welchen Gott erthcilt, da wird jeder Einzelne berücksichtigt, wie wenn er allein cs gewesen wäre, der Tugend und Gerechtigkeit geübt und in Gottesfurcht gewandelt auf Erden. „Und es wird sein, wenn ihr gehorchen werdet diesen Rechten und sie beobachtet und sie thnt, sö wird beobachten der Ewige dein Gott, dir den Bund und Gnade, die Er zugeschworen deinen Vätern; und Er wird dich lieben und dich segnen rc." Aus dem Gesagten geht hervor, daß es unser Streben sein soll, bei unserem Vater im Himmel einen am dbt, einen guten Namen zu erwerben. Einen solchen kann uns die Lästerzunge nicht rauben, ein solcher kann nie aufhören, da vor Seinem Throne Vergessenheit nicht existirt; ein solcher wird unser wahrhaftes Eigenthum, das niemals verloren werden kann; er überdauert das irdische Leben, ist anch nicht abhängig von der Menschen Vergeßlichkeit und währt für alle Zeiten. Mag immerhin dein guter Name bei den Menschen leiden, mögen sie dich einen Thoren schelten, wenn du die Beobachtung der Gottesgcbote den äußeren Vortheilcn vorziehst — erwirb dir nur einen guten Namen bei deinem Gotte, *ws dip n*o’ sb, das ist ein ewigdauernder guter Name, der nie wird abgeschnittcn werden, das ist ein unverlierbares Gut, das du für dich selbst erwirbst. XXXXHI. :san tinya "n rup ,m*n & rup „Wer sich erworben hat Worte der Thora, hat sich erworben das Leben der künftigen Welt." Dieser Schlußsatz ist eine Zusammenfassung des Inhalts der ganzen Mischnah. Fünf irdischen Dingen hat Hittcl fünf andere geistige gegenüber gestellt; zu diesen letzteren gehört anch mm naiv. Es ist darunter, wie wir oben auseinandergesetzt haben, das Studium der Gotteslehre verstanden. Hier, im Schlußsätze heißt es aber nicht: Wer Worte der Thora gelernt hat, sondern cs heißt: Wer sich Worte der Gotteslchre erworben hat. Derjenige, dem die Worte der Gottcslehre zum vollständigen Eigenthum geworden sind, so daß sie ihm als der Maßstab seines Denkens, seines Thuns und Lassens gelten, den er immer anlegt in allen Lagen des Lebens, der hat das ewige Leben sich erworben, wie es heißt (Daniel C. 12. B. 3.): D’aaiaa crm »pnsoi y’pvi -inra wir d’!>« njn nbifi „Die da Erkenntniß lehren werden, glanzen wie der Glanz des Firmaments, und die da die Menge zur Tugend führen wie die Sterne immer und ewig." Wer die Worte der Gotteslehre erworben hat, so daß sie sein volles Eigenthum geworden sind, der wird sie nicht für sich behalten wollen: er wird sie gleichsam ausströmen und überall Erkenntniß verbreiten. Licht, Licht zu verbreiten, das Licht der Gotteserkenntniß, das ist die Aufgabe unseres Volkes auf Erden und die jedes einzelnen Israeliten. Wer dieser Aufgabe genügt, der wird glänzen wie der Glanz des Firmaments. Kann nian so Kleines mit so Großem vergleichen? Siehe, heißt es im heiligen Soharbuche, im Verborgensten schlummert der lichtspendende Funke; er erstrahlt, einem kleinen Punkte, vergleichbar; dann aber breitet sich das Licht aus und erbaut sich gleichsam einen Palast der Herrlichkeit und des Ruhmes. — Dem Lichte vergleichbar ist der Gedanke; er schlummert im Verborgensten, und die Thora ist das Werkzeug, das ihn weckt; sie, die Lehre des allweiscn Gottes, läßt den Funken erstarken zur strahlenden Sonne, die das Weltall erleuchtet. Und dieses Licht erlischt nimmer. Die Seele, die von ihm zur heiligen Flamme ist entzündet worden, hat sich erworben das ewige Leben der künftigen Welt. „Ilnd die, welche die Menge zur Tugend führen, werden leuchten wie die Sterne immer und'ewig." :sraso mp jnt si sro \ »ilttd dieses Geheimnis;," -heißt es im heiligen Soharbuche, „ist angedeutet in dem Prophetenworte

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