Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 69 (31.8.1885)
- Date
- 1885-08-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Amiens 1× ep/1044016
- Oran 1× ep/1048048
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Ä 1186 . und Herr (hinein Naqnet zum Vicepräsident des von Vauclnse gewählt. .Herr Eli Tabit wurde zum Burcauchef der Präfcctnr in Oran (Algerien) ernannt. Belgien. Brüssel. Bei der dahier stattgchabten interuatioualeu Eiscnbahuconfercuz fnngirte der russische Staatsrath und Ingenieur der russischen Staatseiscnbahncn, Herr v. Warchowsky (Israelit), als Vicepräsident. Engla n d. London. Die Erhebung des Barons von Rothschild zum Pair von England gibt der „St. James Gazette" Veranlassung zu folgender Betrachtung: „ES ist bekannt, daß im Mittelalter hervorragende Herrscher die Staatsgeschäfte Juden anvcrtrauten, welche sich durch scharfen Verstand und tiefe Kenntniß anszeichneten. In neuerer Zeit verdanken die geadelten Inden ihre Erhebung zumeist ihrem Reichthum oder dem Besitz von Grund und Boden, an den der Adelstitel sich knüpft. Joseph II. erhob 1783 den Wiener Bankier Joseph Michael Arnstein in den Rcichsrittcrstand. Arnstein war der österreichische Rothschild seiner Zeit, 1793 wurde er Rcichsfreihcrr. Gleichzeitig lebte in Frankreich der Baron von Ealmer, ein Jude, der seinen Adel seinem Grnndbcjwe zu verdanken hatte. Liepmann Ealmer nannte sich hebräisch Moses Elieser Liepmann den Kalonymos und ist auf seinem Grabsteine, der sich in der jüdischen Abtheilnng des Pere Lachaife befindet, als Vidane d'Amiens, Herr zu Vignacour und anderen Orten bezeichnet. Der Baron von Vignacour war ein Hannoveraner, der lange in Holland gelebt hatte und sich endlich in Frankreich niederließ, wo er das Haupt der Aschkenasischen (Deutschen) Juden wurde. Im Jahre 1774 kaufte er den Grundbesitz des Herzogs von Chaulnes, eines der größten französischen Thronlehcn mit 1800 Vasallen für 1,500,000 Livres, und gerieth hernach in Streitigkeiten mit der Kirche, aus denen er aber siegreich hcrvorging. Die Familie verschwand bei Ausbruch der Religions-Verfolgungen. Ans dem siebzehnten Jahrhundert und dem Beginn des achtzehnten sind in Oesterreich noch zwei Nobilitirungen bekannt. Die eine betrifft Moses Lopez Pcreira, der nach wechselvollem Leben in London als Baron d'Aguilar starb. Er war als Maranne geboren und entfloh heimlich aus Spanien nach Holland, wo er sich offen zum Judenthum bekannte. 1722 ließ er sich in London nieder, ging aber bald nach Wien, wo er eine portugiesische Gemeinde gründete, die Einkünfte aus dem Rauch- und Schnupftabak-Regal pachtete, ein Günstling der Kaiserin und endlich deren Schatzmeister wurde. Kaiser Karl VI. machte ihn zum Freiherr?!. Zuletzt zog er wieder nach London, wo er 1759 in hohen Ehren starb. Sein Titel ging auf seinen Sohn Ephraim über und erlosch mit diesem. Die andere österreichische Nobilitirung ist die von Jacob Baffevi Schmicles, einem reichen, sehr frommen Juden aus Prag, der Schatzmeister des Kaisers war und wegen seiner Vcrdi-nste zu Beginn des dreißigjährigen Krieges unter dem Namen Baffevi von Treuenburg in den Ade! stand des heiligen römischen Reiches erhoben wurde; sein Wappen zeigte einen blauen Löwen und rothe Sterne. Die Geschichte des sechszehntcu Jahrhunderts weist eine Menge adeliger Bekenner der jüdischen Religion aus. unter denen zwei Personen alle anderen weit überragen. Die eine ist Juan Miquez, Herzog von Samos, Fürst der Eykladen, welchem die Türkei den Besitz von Cypern zu danken hatte. Die Staatsarchive aller bedeutenden Länder seiner Zeit wimmeln von Beziehungen zu ihm, noch heute gibt es eine Unmenge von Documenten, welche von diplomatischen Jntrignen wider ihn Kunde geben, oder aus denen hervorgcht, daß man die Verbindung mit ihm suchte. Europäische Könige nannten ihn „Illustris priuceps, amice noster dilecte“ (Erlauchter Fürst, unser geliebter Freund), und er selbst begann seine Briefe mit: „Josephus Nasi, I)ei gratia (lux Aegaei pelagi. Dominus Andri etc.“ (Fürst Joseph, von Gottes Gnaden Herzog des Äegaischen Meeres, Herr von Andros k.) Eine der mächtigsten Personen seiner Zeit, vergaß er doch nie, daß er Jude war; er baute seinen Glaubensgenossen die Stadt Liberias auf und verwendete große Mittel darauf, diesen Ort zum Sitz einer bedeutenden Seidencultur zu machen. Zu gleicher Zeit mit dem Herzog von Samos wurde ein anderer Jude Namens Emanuel zum Wojewoden (Regenten) der Moldau erwählt^ Auch erwähnt eine überaus verbreitete Sage, daß einst ein Jude zum König von Polen erwählt worden sei, doch nur einen Tag regierte. Eine Anzahl jüdischer Familien existirt heute noch, die ihren Ursprung auf diesen sagenhaften polnischen König zurückführen. Rußland. Petersburg, 16. August. Wie das hiesige „Evangel. Sonntagsblatt" mittheilt, hat der Missionar Josef Rabbinowitsch in Kischinew die bereits