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Der Israelit · 1885-08-31 · Heft 69 (31.8.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 69 (31.8.1885)
Date
1885-08-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1185 Sabbatruhe gelten muß, nicht verletzen und anderseits das Staaisgesetz befolgen, so muß er schon Freitag bei Sonnenuntergang jede Arbeit einstellen und ununterbrochen bis Montag früh, also mehr als 60 ©tunbdt feiern. Eine derartige Unterbrechung der Arbeit müßte den jüdischen Handwcrkernnd Handelsstand vollständig unkonknrrenzfähig machen und finanziell ruiniren oder es hätte der Jude die Alternative eines der wichtigsten Gebote seiner Religion zu verletzen, welche Verletzung zur Folge hätte, daß das so schön vom Allmächtigen geschaffene Gebäude durch Verletzung eines der Grundpfeiler des Gebotes, „Enthalte dich am Samstag von jeder Arbeit" zerstört würdet In Erwägung jedoch, daß es nicht in den Intentionen der hohen Regierung liegt, die Juden vor so eine peinliche Alternative zu stellen, entweder ihren finanziellen und ökonomischen Ruin herrbekzufiihrcn oder zur Verletzung des in Oesterreich anerkannten mosaischen Glaubens zu zwingen, wagt es der Verein „Machsike Hadas" als Vorkämpfer des jüdischen Glaubens in Vertretung der orthodoxen Judenschast zu bitten: Das hohe Ministerium geruhe in Erwägung aller obenangeführten Gründe zu verordnen, daß alle Juden, welche die Sabbatruhe beobachten, von der Einhaltung der Sonntagsruhe befreit werden. I. L. Schreiber, Präses. Pretzburg. Eine jüdische Handelsschule wird auf Beschluß des Vorstandes der orthodoxen isr. Eultusgemeinde in Preßburg zum nächsten Schuljahre daselbst eröffnet. Außer der ungarischen, deutschen und französischen Sprache werden an dieser Schule alle Handelslehrgegcnstände von tüchtigen Fachlehrern unterrichtet, und wird der Gemcindevorstand besonders darauf achten, daß den Schülern ciu gründlicher Unterricht im Hebräischen erthcilt werde. Wir wünschen diesem Unternehmen, welches einem großen Bedürfniß entspricht, das beste Gedeihen, Tabor, 20. August. Die Einweihung des ueuerbauten israel. Tempels, eines monumentalen Prachtbaues, welchen die hiekige Judengemeinde mit schweren Opfern erbauen ließ, wurde am 17. d.M., vom herrlichsten Wetter begünstigt, in feierlicher Weise vollzogen. Rach einer von Herrn Rabbiner Dr. Kronberg im alten Tempel gehaltenen Abschiedsrede, in welcher derselbe insbesonders hcrvorgehoben hatte, auf welche Weise unsere Stammesgenoffen durch 300 Jahre in diesem alten, kleinen Gotteshause Trost in guten und bösen Tagen gefunden, setzte sich der Festzng zum neuen Gottcshause in Bewegung. Außer den Mitgliedern der Gemeinde und Deputationen von mehr als 40 Jndengemeinden hatten an demselben Theil genommen die Herren Statthaltereirath Braun und der Bezirkskommissär, der Stadtrath mit dem Bürgermeister, der Krcisgerichtspräfident, der Staatsanwalt, der Finanzrath, der Gensdarmeriekommandant, die Beamten sämmtlicher Behörden, der Dircktorstcllvcrtrctcr des Staatsgymnasiums, der Direktor der höheren, landwirthschaftlichen Lehranstalt, die Direktoren der Knabcn- Bolks- und Mädchenbürgcrschnlc, Deputationen der Scharfschützen, der Veteranen und der Feuerwehr, der Damen- und Männergcsangsvereiu, der Mnsikvercin, Deputationen sämmtlicher Zünfte und des Arbeitervereines, der k. schwedische Eonsul in Braila, Herr B. Mcndl, Neichsrathsabgcordncter Leopold Pollak, Landtagsabgeordneter Dr. Zalud. Statthaltereirath Braun, welcher den Tempel eröffncte, hielt eine Ansprache, in welcher er die Loyalität der Taborer Judengemeindc zum allerhöchsten Kaiser- Hause hervorhob und deu Wunsch äußerte, daß dieser Monumentalbau eine Gemeinde beherberge, die in demselben innere Befriedigung und Trost finden möge, und daß sie daselbst ihre Kinder zu rechten Bürgern erziehe, die Gott, den König und das Reich ehren sollen. Der Bürgermeister zündete das ewige Licht an und sprach hierbei folgende Worte: Ich zünde das clvigc Licht an zur^Ehre und zum Ruhme Gottes. Möge cs der Stadt Tabor und allen seinen Bewohnern zum Frieden leuchten; niögcn seine Strahlen die Herzen derer entflammen, lvclche hieher eilen, damit sie unterrichtet werden von der wahren Nächstenliebe. Die hebräische Gebetforme! verlas Herr Dr. Kronberg. Die Festrede hielt Herr Oberrabbiner Hirsch aus Prag, in deren ersten Theil er den Zweck der Tempelweihe für die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft und im zweiten Theil den Zweck eines israel. Gotteshaus behandelte. In lautes Schluchzen brachen die Gemeindemitglieder aus, als der Redner des Krcisrabbincrs Guttmann Klempercr, des Kultusvorstchers Alois Mendl und des Bürgermeisters Moriz Schöne gedachte, die der unerbittliche Tod allznfrühzcitig dahingerafft. Der Inhalt als auch der Vortrag dieser meisterhaften, beinahe 1'/, Stunden lang währenden Rede verfehlte nicht auf die Festgäste seine Wirkung. M. Jedlinsky. Frankreich. Paris. Herr Eugen Lisboune wurde wiederum zum Präsidenten des Generalrathcs von Herault /

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