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Der Israelit · 1885-08-31 · Heft 69 (31.8.1885) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 69 (31.8.1885)
Date
1885-08-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1183 unserer Zöglinge ist der Art, daß sie überall die größte Anerkennung findet. Auch waren wir stets bemüht, in Bezug auf andere Wissenschaften unsere Anstalt in ihren Leistungen auf die Höhe anderer ähnlicher Anstalten zu bringen, und ist es uns jetzt auch mit G. H. gelungen, daß ein Thcil unserer Schüler, deren Gcsammtzahl z. Z. 10 beträgt, die nächste Aufnahmsprüfnng an der isr. Lehrerbildungsanstalt in Würzburg initmachen kann. Es nehmen auch schon sehr viele unserer- Schüler als Lehrer, die besten Stellungen ein und erfreuen sich bezüglich ihrer Leistungen und Führung der vollen Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten und Gemeinden; einer unserer Schüler wurde auch durch die hier gewonnene Vorbereitung iu den hebr. Fächern in den Stand gesetzt, daß er sich zum Rabbiner ausbildcn konnte. Wir müssen mit Dank und Freude anerkennen, daß von allen Seiten und Schattirungen des Judenthnms unser Streben kräftig unterstützt wird. Es sind uns auch seit der Veröffentlichung unseres letzten Rechenschaftsberichts wieder folgende Legate zügewcndet worden: Seitens des Hr. Herz Ordenstein s. A. hier M. 500, der Rabbinerswittwe Frau Marianne Beitel s. A. in Mainz M. 200 u. der Jsac und Jette Octtinger'schcn Eheleute s. A. in Wicsenbronn M. 171,43. Auch wurden wir durch die Administration der isr. Waisenanstalt Fürth in Kenntniß gesetzt, daß ihr die Kinder und Schwiegerkiuder Löser und Therese Lchmann'schen Eheleute s. A. in Egenhausen ein Stiftungskapital von 4000 M. mit der Bestimmung übergeben haben, vom 20 April 86 anfangcnd, alljährlich aus den Renten dieses Kapitals den Betrag von 55 M. an unsere Anstalt zu verabfolgen. Nachdem also unsere Anstalt ihre Lebensfähigkeit gezeigt, ihre Leistungen und Resultate gewiß allgemeine Befriedigung hervorgerufcn haben und darum zu den besten Hoffnungen für die Zukunft berechtigt, erwarten wir mit Zuversicht, daß man auch fernerhin unsere Anstalt in noch reicherem Maaße als bisher unterstützen wird, und wäre es heilige Pflicht für die H. H. Rabbiner und Lehrer und alter derjenigen, die noch ein warmes Herz für unsere heilige Religion und Einstuß in ihrer Gemeinde haben, bei denAngehörigen ihrer Gemeinden thätig zu sein, daß sie uns recht namhafte Spenden zufließen lasten, uu& mit größerem Interesse als bisher fiir die Erhaltung einer hochheiligen Sache einzutretcn, deren segensreiche Früchte Gott und die Menschen erfreuen. Die Einnahmen befugen 8443 M. wovon 6722 M. verausgabt wurden. Posen, 20. Ang. Heber die Ausweisung ans unserer Stadt berichtet die „Pos. Ztg.": Es sind im Ganzen ca. 130 Personen, welche von der Ausweisung betroffen werden; von ihnen sind viele mit Pässen versehen. Größtcntheils stammen dieselben aus Russisch-Polen; doch haben ebenso auch die ans Galizien hicrhcrgckommcncn Ausländer die Vorladung erhalten, und zwar soll die Allsweisung der Galizier aus einem neueren Ministerial-Reskripte von Anfang d. M. beruhen. Zwar sind schon bisher hin und wieder auch Galizier als „lästige Uebcrläufer" über die Landesgrenze gewiesen worden, jedoch nach den Mittheilungen im Amtsblatte aus dem Regierungsbezirk Posen jährlich vielleicht nur 6 unter 60—70 Ausgewiesenen überhaupt; von Masscn-Ausweisnngen nach Galizien hat man bisher auch aus Westpreußen, wo die jetzigen Massen- Auswcisungen ihren Anfang genommen haben, Nichts gehört. Unter den von hier Ansgewiesenen übcrwiegt das polnische Element; doch gibt cs unter ihnen auch viele Israeliten, besonders aus Russisch- Polen. Die Ansgewiesenen gehören zll Thcil dem, Kaufmanns- und Handwerkerstande, zum Thell auch dem Arbeiterstande an. Von bekannteren Persönlichkeiten nennen wir den Kaufmann Bieliuski, einen allgemein geachteten Geschäftsmann , welcher ans Galizien stammt, hier bereits 25 Jahre lebt, Familie hat; ferner den Tanzlehrer Lipinski. Es werden außerdem genannt: ein alter polnischer Major, welcher wegen seines stattlichen Aussehens eine hier allgemein bekannte Persönlichkeit ist, sodann ein Rcstauratenr, der Pächter einer gut besuchten Garten-Restauration vor den Thoren der Stadt. Dr. Papilski aus Russisch- Polen, Inhaber einer Fleischextrakt- Fabrik Hierselbst, der einzigen in Europa, ist dem Schicksale der Ausweisung nur dadurch entgangen, daß' er Anfang d. I. auf Anrathen seiner Freunde die Naturalisation uachgcsucht und auch erhalten hat. Durch die Ausweisungen werden zahlreiche Existenzen ruinirt und Familien unglücklich^ gemacht; auch wird unzweifelhaft der schon überdies stark belastete Armen-Etat der Stgdt Posen dadurch noch sehr belastet werden , daß manche der Ausgewiesenen nicht im Stande sein werden, sich sobald in Russisch-Polen oder Galizien eine derartige Existenz zu gründen, daß sie ihre hier zurückgelassenen Familien können Nachkommen lassen, so daß diese daun der städtischen Armenpflege zur Last fallen. Posen, 24. August. Kein Tag vergeht, ohne daß über Ausweisungen im größeren Umfange auS

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