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Der Israelit · 1885-08-17 · Heft 65 (17.8.1885) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 65 (17.8.1885)
Date
1885-08-17
Page
– (sequence 21)
Language
German
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zwei Wasserzisternen umgeben ist In dem Hintergarten ist Jedem der Zöglinge ein kleines Stück Land angewiesen, das dieselben mit Lust und Liebe bearbeiten. Die Anstalt wird geleitet von Herrn Dr. H erzberg als Direktor, dem vier ordentliche Lehrer zur Seite stehen. Die religiöse Führung wird von de» ersten Autoritäten aller Gemeinden von Jerusalem als tadellos anerkannt. Der Unterricht wird in rein deutscher Sprache ertheilt und umfasst ausser den stets die Grundlage bildenden hebräisch-religiösen Fächern (“|"3n, R1Ö3 ,v1Zn und hebräische Schrift) noch Arabisch, Deutsch und Englisch, Rechnen, deutsch und lateinisch Schreiben, Anschauungsunterricht, Ileimathkunde und andere Häementarfächcr. Die Fortschritte der Schüler, ganz besonders auch in deutscher Sprache und Schrift, sind recht befriedigend. Der Gesundheitszustand der Zöglinge wird von Herrn Dr. Schwarz, Chefarzt ain Rothschild’schen Hospital in anerkennenswerthester Weise unentgeltlich überwacht. Um auch nicht verwaistes, aber bedürftigen, gut beanlagten Knaben die Wohühat eines geregelten Unterrichtes zu Thei! werden zu lassen, haben wir uns entschlossen, einige Externe an dem Unterricht in der Anstalt theilnehmen zu lassen. Es sind bis jetzt sechzehn. Selbstverständlich wird bei der Aufnahme dieser Zöglinge mit der grössten Vorsicht verfahren. Wenn nun diese Externen durch ihre BeÜieiligung am Unterricht keine irgendwie nenneaswerthe Kosten verursachen, so ist cs doch bei den klimatischen Verhältnissen Jerusalems unmöglich, dass die genannten Zöglinge während der Mittagspause den immerhin 15 Minuten betragenden Weg bei glühender Hitze zurücklegen, und ebensowenig kann cs von gutem Einfluss auf ihre Gesundheit und ihren Charakter sein, wenn sic sich mit einem mitgebrachten Stückchen Drot. begnügen müssen, während die Waisenknaben ein, wenn auch bescheidenes, doch kräftiges Mittagsmahl einnehmen. Für diesen Zweck können wir jedoch statutengeinäss aus Vereinsmitteln nichts bewilligen. An unsere mildthätigen Glaubensgenossen erlauben wir uns die Bitte, unserem Verein als Mitglied beitreten zu wollen (der geringste Mitgliedsbeitrag ist sechs Mark) und seiner bei Gelegenheiten zu gedenken. Ihre Spenden werden stets mit innigstem Dank von dem Unterzeichneten Schatzmeister entgegengenoinmen werden, wobei wir eventuelle Gaben, die zur Speisung der Externen bestimmt sind, speziell als solche zu bezeichnen bitten. Nur auf diese Weise wird es uns möglich sein, die Räume unserer Anstalt einer grösseren Anzahl von Knaben zugänglich zu machen. Die Zahl der der Berücksichtigung bedürftigen und würdigen Kinder ist eine sehr grosse, und gar viele fallen, wie wir zu unserm tiefsten Schmerze erfahren, aus Noth der Hissioiis-Gesellsalrnft in die Hände. Möge unser Ruf nicht ungehört verhallen! Der Vorstand des Vereins z. Erziehung j id Waisen in Palästina. Rabl». Di*. .11. Hoiwitz, Henry Seligmun, Vorsitzender. Schatzmeister. ---- IPalfkstiH&’s. Der Handel Palästina^. Von Jeehiel Michel Pines.*) Kein Werk kann mit Erfolg gekrönt sein, wenn mfl.n sich nicht über das Ziel klare und unzweifelhafte Vorstellungen macht; das Werk wird verworren, wenn man bald diese, bald jene Ziele und Zwecke damit verfolgt, Diese alte Wahrheit zeigt sich jtaf« Neue bei der Co Ionisation Palästinas«. Die Einen stellen als Endziel derselben die Umkehr Israels zam Ackerbau, Me Anderen: die Rückkehr Israel« in sein Btamialaiid. Jedes dieser Ziele ist für sich edlem ein hohes und edles, und *) Aus der Wochenschrift "tSU dennoch, obschon scheinbar eng mit einander verkettet, sind sie doch zwei ganz verschiedene Bestrebungen, denn die „Umkehr Israels zum Ackerbau“ ist eigentlich mehr ein gesellschaftliches Heilmittel, eine sociale Frage, die Rückkehr der Juden in ihr Stammland ein nationales Heilmittel, eine Nationalfrage. Man kann sich die .luden als Ackerbau treibendes Volk auch in Amerika oder sonstwo denken; man kann andererseits sich Palästina von Juden bewohnt vorstellen, die keine Bauern sind. Wenn nun auch die Verbindung dieser beiden Fragen sehr zu erstreben und erwünscht ist, so können wir dennoch nicht verhehlen, dass für uns die Rückkehr der Juden in das heilige Land die Haupts&olie bleibt. Detx

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