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Der Israelit · 1885-08-17 · Heft 65 (17.8.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 65 (17.8.1885)
Date
1885-08-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1113 gestellten sich verpflichten mußten, auf den Vorsitz und die Mitberathung im Kirchenvorsteheramte zu verzichten. Eine andere Eingabe, betreffend Anstellung von Richtwürttembergern, wird in nächster Zeit ebenfalls an die hohe Behörde gerichtet werden (eine größere Anzahl von isr. Schulbczw. Vorsängerstellen ist gegenwärtig von Nichtwürttembergern besetzt, während württ. isr. Lehrer und Schulcandidatcn stellenlos sind oder im „Anslande" eine Stelle anznnchmen gezwungen waren). — Ein gemeinsames Mittagsmahl im Versammlungslokal bildete den Schluß der Verhandlungen. Berlin. Ans guter Quelle wird der„Südd. Preffe" bestätigt, daß gegen die „Krenzzeitung" wegen des mit den Worten „II y a des juifs ä Berlin“ schließenden Artikels Strafantrag seitens des stellvertretenden Vorsitzenden des Landgerichts I. gestellt worden sei. Hammerftei», 8. August. Der Dachdeckcrlehrling Heinreich und der Knecht Schönrock hatten sich heute vor dem hiesigen Schöffengerichte wegen Sachbeschädigung zu verantworten. Sie waren angeklagt, in der Nacht vom 2. bis 3. März d. I. 10 Fensterscheiben der hiesigen Synagoge und mehrere verschiedener Häuser zerschlagen zu haben. Der Angeklagte Heinreich wurde zu 2 Monat 1 Tag, der Angeklagte Schönröck zu 2 Monat Gefängniß verurtheilt. Aus Schlesien, 9. August. Ein dieser Tage vom Schöffengerichte in Stricgau gefälltes Erkenntniß belegte einen Stricgauer Landwirth mit einer Geldstrafe von 100 M., weil er nach Freisprechung zweier wegen Beleidigung eines Wahlvorstehers Angeklagten durch ein Schöffengericht, dessen Vorsitz Assessor Dr. Werner (mosaischen Glaubens) führte, die Aeußerung gethan hatte: „In Schweidnitz kommt die Sache anders, da ist kein Jude Richter". Als Milderungsgrnnd wurde die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten und der Umstand, daß die Aeußerung bei dem Diner an Kaisers Geburtstage — also in einer Stimmung gefallen sei, in der man nicht jedes Wort auf die Goldwage lege, — angenommen, im Uebrigen war das Gericht nicht im Zweifel, daß die Aeußerung eine grobe Beleidigung des^ jüdischen Richters sei. Cassel. Am 6. Juli tagte die 17. Jahres- Versammlung der isr. Lehrer Hessens in Eschwege. Der Vorsitzende, Herr Dr. Stein, Cassel, begrüßte in längerer Rede die zahlreichen Theilnehmer, unter denen sich außer den Berufsgenosscn die Herren Rabbiner Goldmann-Eschwcge und Herr A. Gotthelf-Caffel, letzterer als Vertreter des D. I. G. B. befanden. Herr Rabbiner Goldmann entbietet im Namen seiner Gemeinde wie in seinem eigenen Namen den Eonferenzmitgliedern den Wittkommcngruß. Ter dritte Redner war Herr Gotthelf, der als Deleg irter des D. I. G. B. Förderung der Interessen des Bundes empfahl. Der Vorsitzende verlas dann den Rechenschaftsbericht, der flüchtig auch die Bctheiligung einiger Ausschußmitglieder au der denkwürdigen in Berlin stattgchabten Versammlung von Schulmännern streift. Die Früchte dieser Eonfercnz befinden sich noch in den Vorrathskammcrn, keine wurde gespendet. Der Rechenschaftsbericht enthielt außerdem noch einige geschäftlichen Mittheilungen, die für den großen Kreis der Leser Ihres gesch. Blattes wenig Interessantes bieten. Nun folgte der schon vor Jahren angekündigtc Vortrag des Lehrers Cornelius-Rotenburg: Die Chanukkahfeier in der Volksschule. Die in demselben nicdcrgclegten Gedanken und Anschauungen ließen die Versammlung kühl bis ans Herz hinan. Kein Beifallsruf lohnte den Referenten, ja nicht einmal ein zustimmendes Nicken erfolgte. Die dem Referenten dargebrachten Dankcsworte entsprachen demungeachtct nichts mehr als den Gesetzen der Höflichkeit. Die Mehrzahl der Lehrer wird die Chanukkahfeier im häuslichen Kreise und nicht in der Schule begehen. Herr Cornelius berichtete von dem Erfolg der in seiner Schule eingeführten Chanukkahfeier. Die Freude der Kinder würde dadurch erhöht, daß ihnen kleine Geschenke verabfolgt würden, was nach Ansicht eines Lehrers an die sog. Bescheernng am christlichen Weihnachtsfeste erinnern und als Nachahmungstrieb angesehen werden könnte. — Ein zweiter Vortrag des Lehrers Plaut-Grebenstein: „Die Stellung des Elemcntarlchrers zum Vorsängcramte" nahm fast während 3 Stunden die Aufmerkeit der Versammlung in Anspruch. Glücklicherweise wurde von einer Diskussion abgesehen. Nachdem verschiedene Anträge, die thekls eine in hohem Grade erregte Debatte hervorgerufen hatten, erledigt waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung, die mancher verlassen, ohne die geistige Anregung und Förderung der Bcrufsfreudigkcit gefunden zu haben, die er finden zn können vermeinte. Frankfurt a. M. Die kn baldiger Aussicht stehende Eröffnung des neuen Schlachthauses hat den derzeitigen Vorstand des Vereins zum Schutze der Thicre veranlaßt, bei dem städtischen Polizeinnd Verkehrsamt wegen der dort zu handhabenden Schlachtwcise vorstellig zu werden. Der Vorstand hat davon abgesehen, irgendwelche Schlachtmcthode

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