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Der Israelit · 1885-08-06 · Heft 62 (6.8.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 62 (6.8.1885)
Date
1885-08-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1057 itcit Hefen bleiben", aber auch ohne dies ist die dort gegebene Erklärung unverständlich. Trotz einzelner gerügter Mängel, können wir das Werk als eine mit großem Fleiß und mit Sachtenntnlß ausgcführte Arbeit nur angelegentlichst empfehlen und sehen seiner Fortsetzung mit Interesse entgegen. vr. E..t.. Zeitungsnachrichten und Correfpondenze«. Deutschland. Bietzen, 3. August. Vor ungefähr drei Monaten starb dahier die Frau des Herrn H. Schulhof und wurde neben dieser vor etwa einem Monat Herr Moritz Heichelheim und neben diesen anl verflossenen Sonntag die Tochter des Fabrikanten Herrn Hornberger zur Ruhe bestattet. Dabei stellte sich heraus, daß Letztere nicht auf dein richtigen Platz beerdigt worden war, indem Frau Heichelheim den Platz neben ihrem Manne nach dessen Tode beim Vorstande erkauft hatte. Ob auf Seiten des Vorstandes oder des Todtengräbcrs ein Fehler geschehen ist, kann ich nicht angeben, nur das ist bekannt, daß Frau Heichelheim den gekauften Platz rcclamirt hat. Herr Schulhof, der öfters das Grab seiner Frau besucht, bemerkte bei seinem jüngsten Besuch am verflossenen Dienstag zu seiner Verwunderung ein offenes Grab; auf seine Frage an den Todtcngräbcr, für wen dasselbe bestimmt sei, erhielt er die Antwort, daß in der Klinik Jemand gestorben, der am Mittag beerdigt werden solle. Herr Schulhof, ein religiöser Mann, sah sich veranlaßt, hierüber Erkundigungen einznziehrn ::nb erfuhr gtt seinem Erstaunen, daß die' Aussage, des Todtengräbers auf Unwahrheit beruhe. Auf Vorhalt des Herrn Schulhof gestand endlich der Todtengräber, daß das Grab vom Vorstände bestellt sei und ihm der Auftrag geworden, nicht zu sagen für wen und bei Anfrage sich obiger Ausrede zu bedienen. Dies die Handlungsweise unseres löbl. Vorstandes! Unser Rabbiner, Herr Dr. Levy setzte dieser aber noch die Krone auf. Des Mittags kam Herr Dr. Levy zu Herrn Schulhof und bat denselben, die Erlaubnis; zu ertheilen, daß Frau Heichelheim zu Gefallen die Leiche seiner Frau ausgegraben und in das neue Grab gelegt werde. Die Entlastung, die dieses Verlangen bei Herrn Sch. hervorgerufen und die Aufregung, welche innerhalb der Gemeinde entstand, mag Herrn Dr. Levy belehrt haben, daß er zu weit gegangen. und von Rene oder besserer Einsicht geleitet, ließ er Herrn Schulhof um Verzeihung bitten. Ob Herr Dr. Levy aus eigener Initiative oder im Aufträge des Vorstandes gehandelt hat, weiß ich nicht. Das Grab ist lviedcr bedeckt, und die Tobten mögen ruhen in Frieden! Berlin, 2. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." enthält folgende offiziöse Notiz: „Neuerdings macht durch die Tagespreise die Nachricht die Runde, man suche den Erben einer in England mit Hinterlassung eines Vermögens von fabelhafter Höhe verstorbenen Frau Rosa Levy, geborenen Weil. Diese Notiz konnte nicht verfehlen, bei den in Deutschland und Amerika zahlreichen Trägern der genannten Namen lebhafte Hoffnungen zu erwecken, und hat schon jetzt eine Reihe von Personen zu erheblichen Geldopfern für Beschallung von Stammbäunien, Anstellung von Ermittelungen und dergleichen mehr veranlaßt, anscheinend auch bereits git betrügerischen Manipulationen die Handhabe geboten. Dein gegenüber lvird es genügen, darauf hinzuwciscn, daß die seitens des kaiserl. Generalkonsulats in London, auf Grund mehrfacher in dieser Angelegenheit an dasselbe grichteter Anfrage«, augestellteu Ermittelungen völlig erfolglos geblieben sind. Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, daß cs sich auch im vorliegenden Falle um eine der bekannten, in Wirklichkeit gar nicht vorhandenen englischen Aiitlionenerbschaften handelt." Breslau, 30. Juli. In der Nr. 58 Ihrer Zeitschrift (S. 882 ff.) findet sich eine die Judcnmissionsgcsellschaftcn betreffende Eorrespondenz aus London. Dieselbe enthält einige ungenaue Angaben, die ich zu berichtigen bitte: „Jugendliche Blaustrümpfe und mehr noch alte Jungfern Englands schrieben" — Ihrem Londoner Korrespondenten zufolge — „zahllose Traktätchen." Der Corrcspondent kennt diese wohl nur von Hörensagen, sonst wären ihm schon auf vielen Titelblättern die Namen von Männern, wie Dr. Max M. Eaul, Dr. Myers, Prof. Delitzsch, Prof. Eaffel, Israel Pick, Dr. Sapphir begegnet. Ihr Eorrespondent laßt sich weiter vernehmen: „Die deutschen Jndenmifsioucn gingen sammt und sonders ein." Von dem Gegentheil kann er sich theils aus dem jüngst von Ihnen mitgetheilten Jahresbericht der Berliner Gesellschaft, theils aus folgende» deutschen Jndenmissionszeitschriften überzeugen: l) Nathanacl, Organ der eben genannten Gesellschaft. Herausgeber: Prof. Strack. 2) Saat ans Hoffnung, Organ des evangelisch-lutherischen Ecntralvcrcins für ) v

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