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Der Israelit · 1885-08-03 · Heft 61 (3.8.1885) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 61 (3.8.1885)
Date
1885-08-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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( 1044 mit der Korrektheit des Bildes an und für sich? Sind denn etwa die Perlen so gemein und alltäglich, daß man nnr die nächstbeste Scherbe aufzutrcben braucht, um Perlen darunter zu finden? Und warum muß es gerade eine Scherbe sein, unter der man Perlen findet, warum nicht ein Stein, eine Erdscholle n. drgl? Rabberm Tarn zu Baba Mezia l. c. hat bereits diese Schwierigkeit herausgcfiihlt und sucht dieselbe auf eine Art zu beantworten, die von einer befriedigenden Losung weit entfernt ist. Ich glaube daher gestützt auf diese Ansdrucksweise im Talmud und auf Vergleiche ans anderen Sprachen für das Wort nd ti außer der gewöhnlichen noch eine aridere Bedeutung Vorschlägen zu dürfen, die allen Lexikographen, soviel ich sehe, euigangen ist. Meiner Ansicht nach bedeutet ascn an diesen Stellen nicht Scherbe, sondern Muschel. Unterstützt wird diese Annahme durch das Lateinische, wo testa sowohl Tonscherbe als nud) Muschel bedeutet. Ganz dieselben zwei Bedeutungen hat auch das Griechische oaTyuxov, und in noch höherem Maße beweiskräftig ist das Syrische N£sn — ganz dasselbe Wort wie unser nsdh nur mit Vertauschung des Sibilanten — welches ebenfalls Scherbe und Muschel bedeutet. Vgl. Paync Smith im Thesaurus Sz'ii'aeus s. v. Jetzt ist das Beispiel klar und einleuchtend: „Hätte ich Dir nicht eine Murchel vom Meeresgrund heranfgcholt, mic hättest Du die unter ihrer oberen Schale liegende Perle gesunden?" Daß es s*mn ..unter ihr" und nicht nm „in ihr" heißt, wird nicht weiter aussatten, wenn man bedenkt, daß der Hebräer, auch was zwischen zlvei Theilc« liegt, syuekdochisch als darunter liegend oder seiend bezeichnet, z. B. Ps. 140. 4. yviy ncn icTEt? nnn, was eigentlich iotsd? p heißen soll. Ist nun die obige Bedeutung für das aramäische nsdti sichergestellt, so wird es auch erlaubt sein, dieselbe Bedeutung für das hebräische ann zn reklamiren und zwar auf Grund des folgenden Ausspruches des Rabbi Akiba in Baba Kamma 91 a. Dort sagt dieser Lehrer zu eknezn Manne, der sich in einer Rechtssache große Mühe gegeben hat, um freiznkommen, dem aber seine Anstrengungen nichts genützt haben: Din rv^m dtd rbba TT3. „Du hast Dich in mächtige Gewässer versenkt und hast nur einen Din heraufgebracht." (5s läßt sich vermutheu, daß Rabbi Akiba auf seinen weiten Reisen Gelegenheit gehabt hat, die Perlenfischerci mitanznsehen, welche bereits im Talmud Rosch Haschana 23 a. erwähnt wird, und er entnahm derselben das Bild einer unfruchtbaren Anstrengung, indem er sah, daß der Taucher manchmal bei seiner mit großer Mühe ausgeführten Arbeit nur leere Muscheln zu Tage fördert. Er sagte daher zu dem Manne: Du hast Dir große Mühe gegeben, cs geht Dir aber dabei, wie dem Taucher, der sich auf den Grund des Meeres versenkt und doch manchmal nur eine leere Muschel heransbringt. Bermittelst dieser Bestimmung glaube ich auch für das biblische Hebräisch dieselbe Bedeutung des Wortes Din aunchmeu zu dürfen, indem sich '.ms dadurch das Verständnis; über eine schwierige Stelle in der Bibel erschließt. Bei der Schilderung des großen Wasserthiercs, Hiob 4l, 22, heißt^cs '.'nnn ain nnn. „lluter ihm liegen geschärfte Scherben," was sich nach Einigen auf die Schuppen des Krokodils, die den unteren Thcil seines Körpers^ ansmachcu, bezieht, nach Anderen auf die spitzen Felsen am Meeresgründe, auf denen das Krokodil ansruht. Weit besser glaube ich, läßt sich dieser Vers durch die obige Annahme, daß Din auch Muschel bedeutet, erklären. Danach sagt der^ext vom Krokodil, daß es ans dem Meeresgründe lagert, wo die scharfen Muscheln seine Unterlage bilden, woraus auch die zweite Hälfte des Verses gut paßt: by pnn tst D’ü. „Es bettet sich wie ein Dreschschlitten, oder wie eine Dreschwalzc ans den Schlamm." Lemcrkenswerth ist, daß bereits in Hiob die Erlangung von Weisheit und Kenntnissen mit der Gewinnung von Perlen verglichen und ihr übergeordnet wird. Denn so heißt es Hiob 28, 17. 18: Nicht kommt ihr gleich t^old und ÜMßä, Noch wechselt man sie ein um goldenes ('R'rälh. Rothe Korallen und Krt,stall kommen nicht in Erwähnung. - Ter Lr-eiohril (nwcrünng ist schwieriger denn Perlen. Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutsch! a n d. Mainz. Wie wir dem „L. B. E." entnehmen, ist Herrn I. Frey mark kn Berlin, einem geb. Maillzer, vom König von Rumänien der Orden der rumänischen Krone l. Klasse verliehen worden. Herr Frcymark, welcher seit einer Reihe von Jahren die Stellung eines Procuristcn der Disconto-Gesellschaft begleitet, und dessen Mitwirkung bei den Verhandlungen über größere Anleihe-Geschäfte bekannt ist, hat auch bei den jüngsten Emissionen der rumänischen Regierung mit der Stadt Bukarest sich seiner Ausgabe mit großem Geschick entledigt. i

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