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Der Israelit · 1885-08-03 · Heft 61 (3.8.1885) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 61 (3.8.1885)
Date
1885-08-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. Beilage jtt Nr. 61 des Israelit. C r l c 9 v a nt tu. Rarnsgate, Freitag Nachmittags 2 Uhr (31. Juli). Aus allen Theilcn Europas eilten Deputationen herbei, um Sir Moses die letzte Ehre zu erweisen —, sämmüiche Hotels übcrsüllt. Von London gingen zwei Extra-Bahnzüge hierher. Tausende von Menschen ans allen Klassen gaben ihrem Schmerze lauten Ausdruck. Der Lord Mayor hatte trotz großer Vorkehrungen dennoch ungeheure Mühe, die Ordnung zu erhalten. Nur Fußgänger durften sich dem Zuge anschlicßcn — Land und Meer sind in Trauer gehüllt, auf allen Gebäuden und an den Schiffen wehen Trauerfahnen. — Die im vergangenen Jahre beim hundertsten Geburtstage festlich geschmückte Stadt Ramsgatc hat sich mit dem Trauergewand umhüllt, sämmilichc Läden sind geschlossen, eine ernste und feierliche Stimmung, au der sogar der Ocean Thcil zu nehmen scheint, herrscht allenthalben. Es ist mir wegen Eingang Sabbat's unmöglich, getreue Schilderung der Trauerfeicr zu geben. Ter Rev. Dd. Hermann Adler hielt eine geistvolle, herzergreifende Ansprache. — Herrn Dr. Löwe, dem treuen Begleiter von Sir Moses auf allen Reisen, rvar cs unmöglich, seinem Schmerze durch Worte Ausdruck zu geben, indem er zu sehr ergriffen war. . Ter edle Sir Moses starb, wie unser Lehrer Moses, den schmerzlosen Tod der Gerechten np’L« nrvc, er verschied saust und ruhig. Seine irdischen Ueberreste wurden neben denen seiner edlen Gattin, die 1861 verstarb, im Mausolänm, neben der Synagoge, gegenüber dem e-nen ra, beerdigt. Die portugiesischen Vorstände und Ehasan Rev. Roco verrichteten die Gebete nach vorgeschricbencm Ritus, die Rabbiner des Ernsn rvu lernten rutpo während des Leichenbegängnisses. Biele hohe Beamte der Hauptstadt und sämmüiche Beamte der Stadt und des Bezirkes Ramsgatc und Margate, sowie die hervorragendsten Männer der hiesigen Bevölkerung und Vertreter I. M. der Königin, sowie eine unübersehbare Menge von Hcrbcigceklten bildeten den Leichenzug, von dem wir noch Genaueres später berichten werden. — Im Momente, als der Leichnam in dicGrust dcsMausolänms versenkt wurde, hörte man lautes Schluchzen, welches jedes Herz erschütterte. Ewig wird Sir Moses leben —, nie sein Angedenken erlöschen rcncb jms -dt. Leitender Atikel. Veiträfle zur fafmubifdjnt Lprachmid Sachkimdt'. Von Dr. H—ch. E. VIII. Es ist schon von Früheren bemerkt worden, daß gewisse Redensarten den einzelnen Talmudlehrern eigen waren, die sie bei sich darbietender Gelegenheit anwenden. So finden wir auch den Ausdruck rrrrin xT^nc nnrttfD ’c xrcn *£ ’x> x an drei verschiedenen Stellen im Talmud immer bei derselben Gelegenheit, und zwar gebraucht ihn zweimal Rabbi Jannai seinem Schüler Rabbi Iochanan gegenüber und einmal Rabbi Jochauan gegen seinen Schüler R. Ehija bar Abba. Vgl. die ersten zwei Stellen Jebamoth 92b. und Makkoth 2ld.; die dritte Stelle ist Baba Mezia 17d. Für die folgende Erklärung ist es wesentlich, daß wir darlegen, in welcher Bedeutung und Anwendung" diese Phrase gebraucht wird. An den drei genannten Stellen finden wir das Gemeinsame, daß der Lehrer eine neue Halacha vorträgt, deren Originalität der Schüler bestreitet mit dem Hinweise ans die Mischna, aus der sich bereits diese Halacha entnehmen läßt. Ter Terminus technikus lautet: m xin utubtd n!toV Darauf erwiedcrt der Lehrer mit den obigen Worten \2\ 'Xd-.-; '.xs> x „hätte ich Dir nicht die Scherbe heraufgeholt, hättest Du dann auch die Perle gefunden^ D. h. erst nachdem ich Dir die Halacha mitgcthcilt habe, bist Tn ans den Gedanken gekommen, daß sie bereits in der Mischna enthalten ist; ohne meine Anregung haltest Tu es nicht gefunden. Es scheint Dir einfach und eitlleuchtend, nachdem ich Dir die Halacha mitgetheilt habe. Wir würden sägen, es geht damit so, wie mit dem Ei des Kolumbus, das jeder aufstellcn kann, wenn cs ihm gezeigt worden ist. Nachdem wir nun den Sinn dieser Phrase klar gemacht, müssen wir uns den Wortlaut derselben näher auschen. „Hätte ich Dir nicht die Scherbe heraufgcholt, so hättest Du auch keine Perle darunter gefunden." Zn den Erfordernissen eines Gleichnisses gehört, daß es in sich korrekt sei und daß es der verglichenen Sache entspreche. Daß leßtcres der Fall ist, haben wir gesehen. Aber wie steht es »

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