Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 60 (30.7.1885)
- Date
- 1885-07-30
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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- 167 kaufenj allein Herr Hirsch will jetzt gerade selbst einen grossen Weinberg anlegen, und zudem hat Herr Sch e i d 25000 Reben für Sam a r in gekauft; für p^ bleiben nur 10^00 etwa. HerrUsub itzky schickte deshalb nach Hebron, wo ein vorzüglicher Wein wächst; da aber die Winzer in p^jo behaupteten, die Reben Hebrons würden in p^S pu^n wicht gedeihen, kaufte man nur 7000 Stück, welche man versuchsweise pflanzt; die anderen Weinstöeke bezog man ans J affa. Jede Familie pflanzt wenigstens 20 Dnlam und man giebt sieh der Hoffnung hin, dass nach vier Jahren der Weinbau die Leute ohne andere Unterstützung erhalten wird; bis dahin wird sie der „Edle“ erhalten, der au sserdem jeder Familie 200 grosse und 100 kleine Olivenbäume übergeben lässt. Der Oliven wähl allein wird über .100 Dulam, die Weinberge über 1000 Dnlam gross sein. Da man weder diese noch jenen zu bewässern braucht, so verwenden die Colonisten den bei dein Brunnen angelegten Wasserbehälter, um etwa 52 Dnlam Land zu tränken, wo man Ethrogim anpflanzen wird. Die meisten Colonisten besitzen ausserdem Mandel-, Granatapfel-, Aprikosen- und andere Baumreiser, die sie in diesem und im kommenden Jahre anpflanzen werden. Und so wird ganz P'^7 p’wSH zu einem herrlichen Paradiese umgewandelt; Alles dies ist nur durch die stets offene Hand jenes „Edlen“ möglich. Ausserdem Weinbaubeschäftigen sich die Colonisten jetzt auch mit Viehzucht. Vor einem Jahre ungefähr schickte Sir Moses Montefiore 25 £ Sterl. für sechs Familien auf pv£^ pt£W1> der Aufseher schaffte Kühe für dieses Geld an. Als die Colonisten sahen, wie einträglich diese Thiere sind, da jede Kuh einen Reingewinn von zehn Francs monatlich bringt, suchten sie ebenfalls sich Kühe zu verschaffen, deren wir jetzt 28 auf der Colonie haben, nebst 10 Ziegen und einer Anzahl Schafe und Esel und den Zugthieren. Die Colonisten treiben auch etwas Geflügelzucht und' haben den Ackerbau durchaus nicht aufgegeben; es düngt jeder sein Land so gut wie möglich, und so wird der Sand wohl mit der Zeit fruchtbarer Boden werden. Die Ernte wird voraussichtlich in diesem Jahre schon besser aasfallen, als das vorige Jahr; gedüngter Boden wird wohl das Zwölffache, ungedüngter das Dreifache der Aussaat geben; voriges Jahr brachte der Boden kaum die Saat. Wir fühlen uns zu gering für alle die Wohltbaten, die der „Edle“ uns erweist; wir können { ihm nur versichern, dass die Dankbarkeit gegen ihn eines Jeden Herz von uns erfüllt. Cliiscliin. Aus (1er Colonie G e <1 e r a h (HmÜ) bei Jaffa. Jetzt sind wir endlich unter Dach und Fach; unsere Esel brauchen nicht mehr im Regen zu bleiben, unsere Kohlen liegen jetzt, im Trockenen, wir brauchen nicht mehr nach Ekron zu wandern, um dort Brod zu backen; wir essen jetzt gutes Brod und schlafen auf Bänken. Nur bezüglich des Wassers sind wir noch übel daran und müssen es aus Gräben trinken, die, wenn es einige Tage nicht geregnet hat, übelriechend werden. Sonst haben wir alle Ursache zufrieden zu sein; die Leidenszeit ist vorüber und wir können nun an die Arbeit gehen, naeh welcher wir uns so sehr selmten. Am 1. Schebat fingen wir unsere Arbeit auf dem Berge Jehndith an. Wir reinigten erst den Berg vom Unkraut und Hessen ihn von Fellachen umackern. Hätten wir ihn mit den Händen umgraben wollen, so wäre der ganze Winter darauf gegangen. Wir haben das Feld noch nicht verkeilt, weil bei einer Verkeilung einer von uns, dem gerade die felsige Parthie zugefallen wäre, schlecht weggekommen sein würde. Und so haben wir beschlossen, gemeinschaftlich Alles von Steinen zu säubern, zu pflanzen und dann zu vertheilen. Sieben von uns müssen immer Feldarbeiten verrichten, der achte kocht, der neunte hat die Wache; Alles natürlich abwechselnd. Schon vor Tagesanbruch sind wir munter; wir verrichten dann das Morgengebet, verzehren unser kärgliches Mahl und dann ziehen wir, mit der Hacke auf der Schulter, singend und wohlgemnth hinaus. Wir denken der trüben Tage der Vergangenheit, und der Gedanke an das schöne Ziel, das wir uns gesetzt haben, verleiht ans Mulh und Kraft und lässt uns froh in die Zukunft blicken.