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Der Israelit · 1885-07-30 · Heft 60 (30.7.1885) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 60 (30.7.1885)
Date
1885-07-30
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Bis heute haben wir etwa T OOO Gräbchen gegraben, um die Rebsetzlinge einzusetzen. Vergangenen Sonntag fingen wir an zu pflanzen und bereits sind etwa 2800 Reben gesetzt; wir haben noch etwa 1100 hier und erwarten ca. 3000 von Hebron. Niemand kann sich die Freude der "ySvj.Lente vorstellen, als sie anfingen, die Reben einznpflanzen. Dieses Jahr haben wir das Feld den Arabern fiir ein Fünftel des Ertrags in Pacht gegeben. Wir dürfen uns überhaupt einer frohen Hoffnung hingeben; denn noch sind unsere Yorräthe nicht erschöpft und schon werden wir aufs Neue von unseren Warschauer Glaubensbrüdern unterstützt. Mögen sie und alle „Zionsfreunde“ gesegnet sein. Mit unseren Nachbarn und unter uns selbst leben wir in ungestörtem Frieden. Die y'^vj-Leute. (Folgen die Unterschriften.) Was fehlt der Stadt Jerusalem? Ja, was fehlt uns eigentlich? Alles, was zu einem ausgebildeten Gemeindeleben gehört, haben wir: Synagogen, Krankenhäuser, Lehrhäuser, wohlthätige Vereine, Rabbiner, Gelehrte, L uite, denen das Gemeindewohl am Herzen liegt und die die Gemeindeangelegenheiten aufs Beste besorgen. Und doch fehlt etwas, und hierdurch können k°ine festgeordneten Einrichtungen bei uns aufkommen: Es fehlt uns die Selbstständigkeit wir hängen vom Auslande ab. Und wenn durch eine traurige Veranlassung (möge sie nie eintreten!) wir von dieser Quelle abgeschnitten würden, so würden klägliche Zustande bei uns eintreten. Ist dies ein Leben? Wie Vieles würde bei uns besser und schöner sein, wenn dieser Fehler nicht vorhanden wäre! Abgesehen jedoch hiervon, fehlt uns noch etwas, es mangelt hier noch etwas. Und dieser Mangel besteht in nichts Anderem — als in einem Ueberflnss, ja, wir haben Ueberflnss an Vereinen, Gemeinden und Gemeindchen. Der Fehler liegt in dieser Beziehung in dem „Zuviel“. Mit den Vereinen, Anstalten, angestellten Personen u. s. w. könnte man zehn grosse Gemeinden ausstatten. Eine Vereinigung thäte noth! Allein es ist keine Hoffnung, dass hier ein Kleines dem grossen Ganzen zu Liebe aufgegeben wurde. Nur von unseren Brüdern im Auslande, hauptsächlich von den Vorstehern und Sammlern des „Chalukah“ - Geldes könnte eine heilsame Pression ansgeübt werden, dass sich die kleinen Gemeinden vereinigen, so dass vielleicht auch dann die zwei grossen Gemeinden Aschkenasim und Sefardim sich znsammenthäten. — ZLsTotisen- Von einem der Colonisten auf 'TlSsttn *1D\, ist uns die angenehme Nachricht zugekommeu, dass sie acht Joch Ochsen ausgeliehen, mit denen sie jetzt ihr Feld bestellen können; einen Theil desselben haben sie jedoch an die Fellachen abgetreten gegen ein Fünftel des Ertrages. Immerhin giebt es noch einige Colonisten, die am Hungertuche nagen, darunter einige Leute, die nie gedacht hätten, jemals fremde Gaben annehmen zu müssen. Am vergangenen Chanukafeste liess Herr Olifant die Vorsteher der Colonie "nSvöH zu sich nach Chaifa kommen, erkundigte sich genau nach dem Befinden, redete den Abgesandten Freundlich zu und übergab ihnen UiOO Francs für die Colonie, sowie Kleidungsstücke für Männer und Frauen. Diese Gaben kamen zur rechten Zeit. Einer der bestwirkenden Vereine.. in Jerusalem ist der Verein "“pS lUNT.. (Armenunterstützung), welcher den Zweck hat, dürftigen Kranken in jeder Weise nach Möglichkeit zu Hilfe zu kommen. So bezahlt er den Arzt, besorgt die Arzeneien aus der ihm gehörigen Apotheke und gewährt was sonst noth thut, nach Möglichkeit. Im vergangenen Jahre hat dieser Verein seine Wohlthätigkeit erweitert, indem er einen Arzt bestellte, der den armen Kranken in seinem Hause unentgeltich Verordnungen geben muss. Leider hat der Verein nur kleine Einkünfte Nun haben sie es versucht» Loose auszugeben, wodurch voriges Jahr 1200 Farnes, dieses Jahr aber kaum 300 Francs eingmgen. Da bald die Zeit kommt, wo der Vertrag mit dem Arzte erneuert werden muss, ist das Comitö in Verlegenheit. Möchte dieser schöne Verein doch Unterstützung finden! Brok von David Looia Wollt in Uagdabargw

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