Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 55 (13.7.1885)
- Date
- 1885-07-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2449503-2449555--22522-2512147- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 2× ep/1002670
OCR text
926 Aar nicht paßt. Es heißt dort ie*d' OivLi c’*n nut? -p, was man ganz gut übersetzen kann: Jahre des Lebens nnd des Friedens werden sic dir hinzufügen", wonach die Frage berechtigt wäre, kann es denn andere Jahre, als die des Lebens geben; aber nichts nöthigt uns zn dieser Ucbersctznng nnd wir können eine andere sinncntsprechcnde wählen, die zu dieser Frage keinen Anlatz bietet. Bekanntlich gibt cs im Hebräischen, wie in den klassischen Sprachen eine Redefigur, die die Grammatiker ”Ev öice fivotv nennen, wonach ein einziger Begriff durch zwei mit „nnd" verbundene Substantiv« autzgedrückt wird, so datz man das zweite mit dem Waw verbundene Wort als einen sich unterordnenden Genetiv fassen kann. Ein eklatantes Beispiel dieser Art scheint mir der Ansdrurck 2. Sam. 20, 19 Hnicrs cxi -vy zu sein. Der Ausdruck will meines Erachtens, soviel wie „Metropolis" besagen, wie er auch von den LXX übersetzt wird. Das Wort dxi tritt also erklärend und bestimmend zu dem vorhergehenden -ry hinzu. Auch im Talmud ist diese Redeweise-üblich, denn im Iowa 80 a hcitzt cs im Namen desRabbi Jochanan: poyi ''-uy'rv, was daselbst so erklärt wird, datz cs heitzen soll r&'Jiy, numtit offenbar keine Emendation, sondern nur eine nähere Erklärung des von R. Jochanan mitgcthciltcn Ausspruches gemeint ist. Beiläufig gesagt, ist durch diese meine Auffassung eine von den Erklärern daselbst aufgeworfene Schwierigkeit beseitigt, wovon aber hier nicht weiter die Rede sein kann. In ähnlicher Weise läßt sich der Vers Mischte 3, 2 p ie’dv ro:ip erklären, als wenn cs stünde bv D”n nuc/1 „Jahre des glücklichen, friedlichen LcbcnS", so datz die Frage des Talmud '2i crn bv o:w vm ttr darauf gar nicht anwendbar ist. Hingegen aber auf Vers 9, 1l, wo crn mtp allein steht, patzt die Frage ganz gut und daher scheint es, abgesehen von allen anderen Gründen, daß die von uns oben angegebene Lesart Raschis die richtigere ist. Zu bemerken ist nur noch, daß durch die Erklärung Raschi's zu Mischle, diese ganze Auseinandersetzung eine starke Stütze erhält. Denn während er zu :r, 2 keine Erklärung hinzufügt, sieht er sich genöthigt zu 9.11 zu crn nuer die Worte hinzuzufügen ^myi non*! bv Q’Ti bv d’jp, was mit der Erklärung des Talmud dem Sinne nach übercinstirnmt. Man sieht also daraus, datz nach Raschi nur der letztere, nicht aber der erstere Vers, einer Erklärung bedarf, denn sonst hätte er ja seine Erläuterung zu dem früheren Verse geben müssen. Bei Gelegenheit der obigen Erwähnung der Kapiteleinthcilnng in der Bibel und ihres Ursprunges, will ich noch folgende Bemerkung hinzufügen, als Beispiel, wie leicht die Unkenntnitz dieses Ursprunges und des Alters derselben, Jrrthümcr im Gefolge haben kann. Im 4. B. M. 6,2:: übersetzt Onkelos die Tcxtworte nnb mcx vor dem Pricstcrsegen mit 12 Das Wörtchen -o macht den Erklärer» Schwierigkeiten, weil es angeblich im Texte keinen Anhalt hat. R. Hirsch Ehäjos im rrrpa rrüx, initgcthcilt auch im tfr nrru zur Stelle bringt im Namen des N. Salomou Margolijos folgende geistreiche und für den Moment blendende Konjektur über die Entstehung dieses Wörtchens. Er meint nämlich, da der darauffolgende Vers der 24. des Kap. ist, so stand am Rande -j"d, das Zahlzeichen für 24, nnd unwiffende Abschreiber hätten es in den Text des Targnms hincingebracht. indem sie es für eine berichtigende Lesart hielten. So blendend und in Anbetracht ihres Urhebers überraschend diese Konjektur ist, so ist sie nichtsdestoweniger grundfalsch. Denn abgesehen davon, daß das Wörtchen -D, als Ucbersctznng des hebräischen -npc, hier sprachlich ganz unanfechtbar ist — vgl. z. B. eine ähnliche Ucbersctznng 2. B. M., 12, 9 — ist diese Konjectur durch den Nachweis des Alters der Kapitclcinthcilnng durch sich selbst hinfällig. Der erste, der dieseKapitcleintheiluug bei den Juden cinführte, war der Bearbeiter der ersten Konkordanz Jft. Jizchak Nathan oder R. Mordechai Nathan im Jahre d. W. öl98 — 1488 g. Z., wie dies Heidenheim nnd vor ihm Elias Lewita nachgewiesert hat. Ter obige Fehler könnte sich also erst seit dieser Zeit eingeschlichcn haben, wenn wir ihm das höchste Alter zuerkenncn wollten. Nun zitiren aber schon Toffaphoth Menachoth 48 \rc bo n"i diese Worte des Targum und leiden davon eine Bestimmung für die Halacha ab, wodurch also die Existenz dieses Wörtchens vor dem Entstehen der Kapiteleintheilnng unwiderleglich bewiesen ist, daher eine schillernde Seifenblase, die in näherer Untersuchung in Nichts zerfließt. Zeitungsnachrichten nnd Corrcspondeuzcn. O e st e r r. - N n g a r. Monarchie. Pefth. Der vom Kultus- und Unterrichtsminister in Angelegenheit der israelitischen Matrikelführung an sämmtliche Mnuizipien gerichtete Zirkular-Erlaß lautet folgendermaßen: In dem vom 25. Oktober 1880 datirten sub Z. 27496 au sämmtliche Munizipien gerichteten Zirkular-Erlaffe habe ich von den israelitischen Reli-