Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 55 (13.7.1885)
- Date
- 1885-07-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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925 spiel möge das Gesagte ifliiflrircH. In Joma 7la. g. E. bringt der Talmud den Bibclvcrs ans dem dritten Cap. in Mischte: Q"n nusn cnr -piN •p i2’Dr wden. „Denn eine Verlängerung der Tage und Jahre des Lebens und des Friedens werden sie dir hinzufiigcn." Ter Talmud wirft daselbst die Frage ans: Gibt cs denn Jahre, die nicht Lebensjahre genannt werden kennen, daß die Schrift erst erklären muß, daß cs Jahre des Lebens sein werden, die dir zugefügt werden sollen? Diese Frage wird dann dahin beantwortet, daß darunter solche Lebensjahre zu verstehen sind, die nicht nur zur Verlängerang desselben dienen, sondern auch durch die Verbesserung des Glückszustandcs dasselbe verschönen und angenehm machen: : roitf? njns rty rrcsrinon o*w :?v rnur frs Darauf bringt dann der Talmnd ohne jede weitere Vermittlung und ohne sichtbaren Zusammenhang den Vers ans Mischte Eap. 8: d’etn dd7n toj?N, und da erklärt Rasch!, daß der Zusammenhang auch wirklich kein logischer sei, sondern nur ans der nahen Nachbarschaft beider Verse gefunden werden kann cvn nuttn ntre irtro JopN cntr« nyba n'b onfc Nin. 9hm macht bereits Edclcs in seinem Agadacommentar, nnd nach ihm N. Jesaia Berlin in seinen Glossen zum Talmnd, darauf aufmerksam, daß dies nicht der Fall sei, da elfterer Vers int dritten, letzterer aber im achten Eapitcl zu lesen sei. N. Jesaia Berlin fügt auch hinzu niLvi. Und in der Thal scheint es keine geringe Schwierigkeit zu sein, daß Naschi den im achten Eapitcl stehenden Vers als den Anfang des dritten Eapitcls bezeichnet. Die Lösung dieser Schwierigkeit scheint mir folgendermaßen zu sein. Wir haben bereits hcrvorgehoben, daß die Frage des Talmud sich nur auf das trn mr im angeführten Verse bezieht. "Es befindet sich aber im neunten Eapitcl ein ähnlicher Vers, der mit den Worten ern nutn schließt und auf den die Frage des Talmud bv nrw trat? r '21 L"r> ebenfalls paßt, nämlich der 11. Vers dieses Kapitels: D"n matp p id'dvi yy ■qt ’2 '2. Es ist daher mit Sicherheit anzunchmen, daß Rasch! diesen Vers im Auge hatte und in seinen Exemplaren muß dieser Vers citirt worden sein, worauf er denn mit mehr Recht behaupten kann, daß der Vers Eap. 8, 4. am Anfänge des Abschnittes des vorher erwähnten Verses, der sich Eap. 9. 11. befindet, steht. Auf diese Weise ist die Schwierigkeit einigermaßen gelöst. Ein sehr belesener Gelehrter, dem ich diese meine Ansicht mittheilte, sagte mir, daß der selige Rappaport dieselbe Vermuchung in einer hebräischen Zeitschrift veröffentlichte, ohne daß er mir angeben konnte, wo dieselbe zu finden wäre. Ich glaubte aber dennoch mit der Veröffentlichung dieser Bemerkung nicht zurückhaltcn zu müssen, obfcho» cs nicht der Zweck dieser Zeilen ist, bereits Bekanntes zu wiederholen, nnd das, ans dem auch bei unseren Weisen oft angeführten Grunde b'izn ro trsiror 2 1, indem ich glaube, diese Eoniectur durch neue Momente stützen zu können. Es bleibt ja nach dieser Erklärung noch immer schwierig, daß Naschi den Anfang des achten Eapitcls stehenden Vers als am Anfang des nennten stehend bezeichnet. Und andererseits ist cs befremdend, daß, nach Naschi's Lesart, der Talmnd den Eapitcl 3, 2 stehenden Vers übergangen haben soll und seine Frage au den fast gleichlautenden Vers des 9. Eapitcls geknüpft habe, während der frühere Vers mit Recht zuerst erklärt werden müßte. Die obengenannte Schwierigkeit wird uns nicht weiter auffallend erscheinen, wenn wir wissen, daß Raschi unsere Eapitelcintheilung, die eigentlich der lateinischen Bibel entnommen ist, noch nicht vor sich hatte. Es ergibt sich daraus schon von selbst, daß Raschi das 8. und 9. Eapitel für ein einziges rechnete. Wir haben aber noch einen andern Beweis dafür, daß Naschi sicherlich eine solche Einthciluug vor sich hatte. Die Massora nämlich thcilt das Buch Mischte in acht cn?D, deren zweiter von Eapitcl 5, 18 bis 9, 11 reicht. Dieser letzte Vers ist eben der oben angeführte nach Naschi's Lesart im Talmud eitirtc Vers: p i£'on 70* or '2 -2 cti noEr, so das; dieser ganze Scdcr mit den Worten cti nuen schließt und daher konnte Raschi mit Recht diesen Abschnitt D«n ntne bezeichnen, weil dies die Schlußworte desselben sind. Wenn nun auch die Worte mr# d2^k nicht gerade am Anfänge dieses von der Massora bczcichueten Abschnittes stehen, so ist es aber doch anderweitig bekannt, daß innerhalb dieser Scdarim eine zweite Einthciluug nach Parschijoth siattgesnnden hat, nnd eine solche Parascha begann dann sicherlich mit den Worten unseres achten Eapitcls und schloß am Ende des Sedcr, weil ja das Ganze ein einziges Thema behandelt, nämlich den Anruf der Weisheit an die Menschen. Man bemerke, daß bis dahin die Weisheit in der ersten Person spricht, cs ist daher logisch gerechtfertigt das ganze Stück von 8, 1—0,11 als eine Parascha zu fassen. Es bleibt nur noch die Frage zu erörtern, warum der Talmud den späteren Vers anführt, wenn der früherstehendc einer eben solchen Erklärung bedarf. Bei näherer Betrachtung des früheren Verses werden wir finden, daß die Frage, die der Talmud auf die Worte o%,n nw anregt, auf ihn eigentlich