Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 54 (9.7.1885)
- Date
- 1885-07-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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896 auf sein Gebet hin siel Feuer vom Himmel und verzehrte die Häscher. Und so geschah es, als der König zum zweiten Male ausschickte, um Elijah» zu greisen. — Und doch wird uns erzählt, daß Elijah» einst ans F..rcht vor der Gefahr entflohen sei. Als Achab seinem Weibe, der bösen Iscbel, erzählt hatte, was Elijah» auf dem Berge Karmel gethau, daß er die Baalspriester erschlagen, schickte sie einen Boten zu Elijahn und ließ ihm sagen: „So mögen thn» die Götter und so mögen sie^fortfahren, (das heißt die Götter mögen sie strafen),^wenn nicht morgen loerde ich machen deine Seele wie die Seele eines von ihnen. Und er sah und stand ans und ging zu seiner Seele (das heißt, um seine Seele zu retten) Mr vx -ftn cpn tw (1. B. d. Könige E. 19. V. 1—3). Was veranlaßte Elijahn gerade diesmal zur Flucht, warm» trat er der Iscbel nicht ebenso unerschrocken entgegen wie seinen andern mächtigen Feinden? Wir lesen im heiligen Soharbnche (twi nans): irm;xoi xersn xcvp1? twi Mt ^x -^'i 'xv :pn xp:nav> x"ni xt>x „Was bedeuten die Worte: „Und er ging zu seiner Seele? Er ging zur Erhaltung seiner Seele, zu»! Baume des Lebens, um ihm anzuhangen." Nicht bedrohte Iscbel den Propheten Gottes mit dem Tode, wie man gewöhnlich den Sinn der oben von uns erwähnten Botschaft auffaßt; sie ließ ihm vielmehr sagen.- BTTO TO LDW ILDt fix BVpX *TOD flJD ’3 sie wolle ihn an ihren Hos ziehen und durch ihre Verführungskünste ihn so bcciufliiffcu, das; seine Seele werde wie die Seele eines der Baalspriester. xti, diese Gefahr erschaute Elijahn und erwog sie in seinem Geiste, cpn, da raffte er sich auf, und, um der Verführung sich nicht auszusetzen, wsj ha beschloß er zu entfliehen, um nach wie vor, anzuhaugcn dem Baume des Lebens. Selbst ein Elijahn fürchtete die Verführungskünste des zauberischen, buhlerischen Weibes! Wie .erst dürfen wir nicht vertrauen unsrer Tugend und Eharakterfestigkeit! Wie oft hören wir die Leute sagen: „Das hat für mich keine Gefahr!" Und sie begeben sich in die Gefahr und kommen darin um. Da werden die Söhne in Geschäfte gegeben, an denen der Sabbat entweiht wird; der Vater glaubt genug erlangt zn haben, wenn sein Sohn am Sabbat von der Arbeit dispensirt wird. Die schlimme Gesellschaft, in die sein Sohn geräth, scheut er nicht. „Mein Kind ist so erzogen," sagt er, „daß es aller Verführung widersteht!" Ach, es währt nicht lange, so wird die Seele des Knaben wie die Seele der Anderen, in deren Gesellschaft er gegeben wurde. — Ebenso pflegt es zu gehen bei Verheirathungen: „Meine Tochter ist so erzogen, daß sie ihren Man» fromm machen wird!" In der Ziegel pflegt aber das Gegenthcil einzutreten. — Aber auch ältere Männer und Frauen, gefestigt scheinende Charaktere, sind der Verführung nur zu oft zugänglich. Wir haben es mit Angen gesehen, daß ein alter, frommer Mann von seinem Sohne verfiihrt wurde, die Gesetze unsres Gottes zn übertreten und in den Fußstavfeu des Sohnes zu wandeln. Wenn auch solcher principieller Abfall selten ist, so sind die Fülle um so häufiger, daß selbst die erprobte Tugend einer plötzlichen und unerwarteten Versuchung erliegt. So erzählen uns die Weisen im Traktat Kidduschin (81a.) mannigfache Vorkommnisse, daß selbst die Edelsten und Vesten beinahe der Versuchung erlegen wären, wenn Gott sie nicht gerettet hätte. Deßhalb soll Niemand seiner Eharakterfestigkeit zu viel vertrauen; es soll Jeder vielmehr in heißem Gebete seinen Schöpfer bitten, daß er ihn bewahre vor Versuchung uub Verführung, bewahre bis zu seinem Todestage; dann wird auch der Tod überwunden und die Seele für alle Ewigkeit anhangen dem Baume des Lebens. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Corrcspondeuzen. Deutschland. Gailingen, (Baden), 6. Juli. Vor einigen Jahren hat sich dahier ein Verein isr. Knaben, im Alter von 13—17 Jahre», gebildet, „nnyi rrsn" benannt, der eifrig den edlen Zweck verfolgt, seine Mitglieder zum regelmäßigen Besuche des Gottesdienstes anzuhalten und dieselben zur pünktlichen Beobachtung der religiösen Vorschriften anzueifern, von öffentlichen Ncligionsentweihungen abznhalten, sowie jeweils einen Theil seines Baarveruwgens zu wohlthätigen Zwecken zu verwenden. — / ES ist freudig mitanzufehen, wie sich die wackeru Knaben trotz häufiger Sticheleien ncologifch gesinnter Spötter nicht verführen lassen, unsere heiligen Gebote zu vernachlässigen und zu verachten, wie cs jedem Eiuzelnen derselben als oberste Pflicht gilt, die Vorschriften unserer heiligen Religion gewissenhaft zu beobachten. Nebenbei sei erwähnt, daß sich die Knaben jeden Sabbat versammeln, um aus der reichhaltigen Lettüre des „Israelit" weitere Belehrung und Unterhaltung zu empfangen. — Möchte au allen Orten die Jugend Israels zu solchen Vereinen sich verbinden, um in uns die Hoff-