Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 53 (6.7.1885)
- Date
- 1885-07-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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880 verkündet wurde! Und in der That, zahlreiche von ihm erlassene Verordnungen bezeugen, wie sehr es ihm am Herzen lag, daß Gottes Gebote genau befolgt und streng beobachtet wurden. npyon irnn T3>\i ^>na p3 pnv Im dritten Jahre, da der Armenzehnten gegeben wurde, legte jeder Israelit ein Dankbekenntniß ab, in welchem er es aussprach, daß er nach Vorschrift die Zehnte» vertheilt. Den ersten Zehnten sollte der Levit erhalten; weil aber die Leviten nur wenig zahlreich aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt waren, hatte Esra verordnet, daß dieser auch dem Kohen gegeben werden durfte; deßhalb schaffte der Hohepriester Jochanan das Dankbekcnntniß ab, weil das darin Gesagte nicht ganz den thatsächlichen Verhältnissen entsprach, rpcpian n«i pmjasn n« ^ü3 wn *)« Er war es auch, der den Leviten ein allzu dringendes und nicht geziemendes Vorgehen denn Gebete untersagte und den Priester» ein Verfahren beim Opfern verwies, welches auch nur den Schein eines Unrechts auf sich lud. : D’b'BTO HDD ETC9 4,n VD’ 1p Er verbot den Schmieden und ähnlichen Handwerkern ihr Lärm verursachendes Handwerk an den Halbfciertagen selbst dann zu üben, wenn es sich .nm Arbeiten von aroßer Dringlichkeit handelte. : \XQin 7p -,' L p YC'2\ Da die unwissende Menge vielfach das Getreide nicht verzehntete, so verordnete der Hohepriester Jochanan, daß Jeder die Frucht verzehnte, die er von einem Unwissenden kaufte ('«vi, Demai). Durch derartige Verordnungen suchte der Hohepriester Jochanan das Gottesgesetz zu erhalten und für die gewissenhafte und genaue Ausführung desselben Sorge zu tragen. Eine, herrliche Zeit war für Judäa herangekommen; der syrische Erbfeind war besiegt, die bösen Nachbarn, Kuthäer, Edomiter, Moabiter und all die anderen waren unterworfen, und an der Spitze des Reiches stand ein König und Hohepriester, der den Größten und Besten beizuzählen war. Um so betrübender ist die Thatsache, daß Johann Hyrkan gegen das Ende seiner Tage sei» ganzes früheres Leben und Streben Lügen gestraft und dadurch die Schuld auf sich geladen hat, die in ihrem weiteren Verfolge die Auflösung und Zerstörung des jüdischen Staates herbeiführte. Wir haben bereits im ersten Buche beim Ansspruche des Abtalion über die Secte der Sadducäer ausführlich gesprochen. Sie leugneten die Tradition und die Unsterblichkeit der Seele. Da es nach ihrer Lehre keine Belohnung und Bestrafung im Jenseits gab, so suchten sie die Freuden dieser Welt so viel als möglich zu genießen. Es ist leicht erklärlich, daß eine solche Theorie vornehmlich bei den Großen, Neichen und Mächtigen Anklang fand. Es mögen daher wohl politische Gründe gewesen sein, die den König veranlaßten, sich dieser Partei anznschlicßen. Der eigentliche Anlaß dazu ist uns nicht bekannt. Die Erzählung im Traktat Kidduschin (66 a.), die Einige aus Johann Hyrkan beziehen, scheint uns, wie wir im ersten Buche auseinandergesetzt, mit Alexander Janäus in Verbindung zu stehen, der ein Schwager des Schiemeon bcn Schatach war (vergleiche Raschi zur Stelle). Im Traktat Berachot (48 a.) wird uns berichtet, daß der königliche Schwager des Schimeon ben Schatach in der Halacha nicht bewandert war {ich \b tüoi «i3a p 3\i* i«o i.in 3ii> rh), und es ist nicht gut anzunehmen, daß der Hohepriester Jochanan, dem wir, wie oben berichtet, halachische Institutionen verdanken, so unwissend gewesen sein soll. Mag nun der Anlaß gewesen sein, welcher er wolle, die traurige Thatsache steht fest, daß ein großer und heiliger Mann, welcher am Helligen Versöhnungstage im Allerheiligsten des heiligen Tempels einer göttlichen Offenbarung gewürdigt wurde, noch am späten Abend seines Lebens vom rechten Wege abwich zu seinem eigenen Verderben und zu großem Unheil für sein Volk. Daher ruft Hillel uns warnend zu: Hüte dich, daß du nicht in Versuchung gerathest und vertraue dir nicht zu viel bis zum Tage deines Todes! So lange der Mensch lebt, ist das Leben ein immerwährender Kamps gegen den schlimmsten Feind, gegen den bösen Trieb, der im Herzen des Menschen seinen Wohnsitz hat, und immerwährend bereit ist, seine verderbliche Macht zur Geltung zu bringen. Daher wollen wir Gott bitten, daß er uns nicht in Versuchung führe, und daß, wenn die Versuchung dennoch an uns hcrantreten sollte. Er uns helfen möge, sie zu überwinden. (Fortsetzung folgt.) Hiaöbi Seckek Wamöerger. Vst Frankfurt a. M.. 17. TamuS. Selten hat wohl eine Kunde unsere Gemeinde so erschüttert, wie die Nachricht von dem Hinfcheiden unseres Dajan R. S. Bamberger. Nicht nur die ihm näher Stehenden, auch die ferner Stehenden begriffen, daß in ihm ein Mann seltener Eharaktergröße, edelsten Biedersinnes, wahrer Menschenfreundlichkeit dahingegangen, daß wir in ihm einen Mann verldren, der in seltenem Maße mm und .1*0' in sich vereinigt hatte.