Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 53 (6.7.1885)
- Date
- 1885-07-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. M 53. KenLrak - Hrgan für das ortsodore ZudenLHum. Herausgegeben von ör. Lehmann in Mainz. Montag, den «. Juli (L883). Leitende Artikel. Die Sprüche der Wüter, xxrr. Kissingen, 6. Juli. „Vertraue dir nicht selbst bis zu deinem Todestage!" Unsre Weisen im Traktat Berachoth (29 a.) fügen hinzu: Denn Jochanan, der Hohepriester, versah sein heiliges Amt 80 Jahre lang und wurde am Ende ei» Sadducäer." Dieser Hohepriester Jochanan wird auch im Traktat Joma 9 a. erwähnt und auch dort wird erzählt, daß er 80 Jahre_ laug des Hohcupriesteramtcs waltete. Sein voller Name war Jochanan (Johann) Hyrkanos; er war ein Sohn des ersten selbstständigen Herrschers von Judäa aus dem Geschlechte der Hasmouäcr, des letzten Heldensohues des Mathotias. Johann Hyrkanos war der erste, welcher den Königstitel annahm. Als sein Vater Simon durch Meuchelmord gefallen, hatte Johann Hyrkanos, welcher Hohepriester und König zugleich war, gegen zahlreiche Feinde zu kämpfen; zunächst gegen den Mörder seines Vaters, der auch die Mutter des Königs in seine Gewalt bekommen hatte. Als er den Meuchelmörder in dessen Burg belagerte, ließ dieser die Mutter des Königs aus die Mauer führen und im Angesichte ihres Sohnes mit dem Tode bedrohen. Die hochherzige Frau ermahnte den Sohn, ihrer nicht zu achten und die Belagerung sortzusetze». Trotzdem konnte der König es nicht über sich gewinnen, den Tod seiner Mutter herbeizuführen; er gab die Belagerung auf und ließ den Mörder entrüruen. — Bald nachher zog der König von Syrien, Antiochos Sidetes mit einem großen Heere herbei, um Judäa wieder zu erobern. Es gelang Johann Hyrkan, einen verhältnißmäßig günstigen Frieden zu schließe». Der König von Syrien verlor darauf in einem Kriege gegen die Parther sein Leben, und mehrere Kronprätendenten machten sich den syrischen Thron streitig, wodurch das syrische Reich in einen Zustand großer Schwäche gerieth. Johann Hyrkan benutzte diese» Zustand des Erbfeindes Juda's, seinen Thron zu befestigen, sein Reich auszudchnen und die Feinde seines Volkes zu züchtigen. Er zerstörte den Tempel der Kuthäer auf dem Berge Gerisim, bekämpfte die Jdnmäer und eroberte ihr Land. Als er in späteren Jahren wiederum gegen die Knthäer zu Felde zog und Samaria belagerte, riesen diese den König von Syrien, Anttochos Kyzikenos, zu Hilft. Johann Hyrkanos mußte nach Jerusalem zurnckkehren, da der Versohnungstag hermmahte, und er übergab den Oberbefehl über das Heer seinen Söhnen. Als der König und Hohepriester am Versöhunngstag das Aüerheiligste betrat, wurde er einer göttlichen Offenbarung gewürdigt; eine Stimme erscholl vom Himmel und verkündete ihm, daß seine Söhne einen glänzenden Sieg über den Syrerkönig erkämpft hatten. »an» D’ttnpn ntnp noo fcp np ycp $ru fo prn' uDip nmt& ftan s6d insa nois (Sota 38 a., Thoßephtha Sota C. 13; an der zuletzt angeführten Stelle heißt es rcnDJta statt seomjtib). Als die letzten Prsphetcri Chagi, Secharja und Maleachi gestorben waren, hörte die göttliche Offenbarung durch den isnpn rm auf; aber die größten und heiligsten Männer in Israel wurden der göttlichen Offenbarung durch das byp ra gewürdigt, so Schirr,eon, der Gerechte, so der König und Hohepriester Johann Hyrkan. Welch ein großer und heiliger Maua muß. dieser Hohepriester Jochanan gewesen fein, daß ihm am heiligsten Tage, an heiligster Stätte der Sieg seiner Söhne durch eine göttliche Offenbarung