Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 52 (2.7.1885)
- Date
- 1885-07-02
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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errichtet hätten. Dr. Adler bat hierauf, der Statthalter möchte doch gestatten, dass sie ihre Häuser fertig bauen dürften, sie. würden ohne Zweifel loyale Unterthanen werden, wie auch die englischen Juden es sind. Der Statthalter erwiderte hierauf, dass die Bitte erfüllt werden würde. Herr Dr. Adler erwähnte dann mit Worten der Anerkennung die stets freundlichen Gesinnungen der Hohen Pforte und fügte hinzu, dass die Regierung, wie er hofie, doch gewiss ihr Mitleid auf die armen Juden ausdelmen würde, die durch Druck und Verfolgung gezwungen seien, ihre Heimath zu verlassen. Se. Excellenz erwiederte: Wenn die Regierung sich der Ankunft der Juden in Palästina widersetze, so geschehe es, weil sie befürchte, durch ein An schwellen der indischen Bevölkerung könne der Hass der übrigen Bewohner wachsen und ihnen dieselben Scenen bereiten, wegen deren sie ausgewandert seien. Es sei nicht leicht, die sich feindlich gegenüber stehenden Klassen zu regieren; er mache keinen Unterschied unter den Parteien. In Bezug auf die für Herstellung eines Hospitals erworbene Räumlichkeit bemerkte der Statthalter, dass die Lage desselben keine geeignete sei; besser wäre es vor der Stadt. Auch bat er Herrn Dr. Adler, sich der armen Juden anzunehmen, deren Elend sehr gross sei. Herr Dr. Adler erwiederte, dass dies der Zweck seiner Reise sei, dass man in England sowie in andern Ländern gewiss mit grosser Befriedigung erfahren würde, wie besorgt Se. Excellenz für unsere Glaubensgenossen ist. Auch kam die Herstellung eines Tramway von Jerusalem nach Jaffa zur Sprache. So hat Herr Dr, Adler durch seinen Besuch schon das Wichtige zu Stande gebracht, das auf NNL., "fflpn der Häuserbau zu Ende geführt werden darf (Jew. Ohr.) Ein Schreiben der Kolonisten in Gederah*). Am 26. Kislew 5645 zogew wir, sieben Männer, nach Gederah; acht Tage später schlossen sich uns noch zwei aus Jerusalem an, denen sich später noch drei andere, jetzt *) Aus der Wochenschrift noch in Jerusalem und Jaffa beschäftigte anschliessen werden. Gleich nach unserer Ankunft bauten wir einen Stall für unsere Esel, belegten die Wände unseres Hauses mit Matten und trafen Vorkehrungen, um uns etwas häuslich einzurichten. Auch gruben wir einen Backofen in die Erde, da es uns zu mühselig war, immer nach pttftH» zu wandern, um unser Brod zu backen; wir brauchten sechs Tage hierfür. Wir sind, wie gesagt, neun Männer, von denen abwechselnd Jeder einen Tag, mindestens einen Tag für die Gesellschaft arbeiten, einen Tag für sie backen, eine Nacht die Wacht ausserhalb halten und alle vierzehn Tage einmal Brod backen muss, so dass Jedem 4 Tage für die Arbeit in den Weinbergen bleibt, wobei die Reisetage nach Jaffa und etwaige Regentage unberücksichtigt sind. Freitag, den 8. Tebetli, traf Herr Kasumi hier ein. Einen ganzen Tag besichtigte er die zu Gederah gehörigen Höhen und Thäler und sprach sich dann folgendermassen aus: Die meisten Berge sind gut für Oliven bäume und sonstige Anpflanzungen; zu Weingärten können sie nur verwendet werden, wenn sie gedüngt und gehackt werden. Nur der "NVQ TL und der "riTl.T T!„ (Moses- und Judithberg) sind auch jetzt schon als Weinberge zu benutzen. Als wir dies hörten und uns überlegten, wie viel wir ohnehin, da wir ohne Familien sind, zu Hause zu thun haben, da wir ferner weder Pferde noch Wagen haben, um Dünger zu fahren, als wir ferner berechneten, dass, um die dem Wohnhause zunächst liegenden Berge mit Reben zu bepflanzen, wir höchstens zwei Dumam per Mann anbanen könnten und mit mindestens 500 Francs die nöthigen französischen Rebstöcke bezahlen müssten (die in diesem Jahre ohnehin in „Mikweh Israel“ nicht zu haben sind, so wählten wir die zwei oben genannten Berge. Der „Mosesberg“ kann nicht gepflügt, sondern muss ausgehackt werden; Jeder bearbeitet zwei Dumam und wir denken bis gegen dasPesachfest mit dem Umhacken fertig zu sein, worauf wir uns mit dem Einpflanzen französischer Reben beschäftigen werden. Der „Judithberg“ kann umgepflügt werden und bedarf keines Düngers; wir werden arabische Reben dort pflanzen und Jeder wird fünf bis sechs Dumam bestellen. Auf