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Der Israelit · 1885-07-02 · Heft 52 (2.7.1885) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 52 (2.7.1885)
Date
1885-07-02
Page
– (sequence 26)
Language
German
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sam anfangen zu bauen — indem man die Fa« milien nur allmälig herbeibringen müsste — und ja nicht mehr, als für ihren gegenseitigen Schutz absolut nöthig wäre, sagen wir fünf oder sechs. Ich würde sehen, das-Land in keiner allzugrossen Entfernung von Jerusalemzu kaufen, so dass ihre Arbeiten von einem zuverlässigen Agenten von dort überwacht werden könnten; ich bin jedoch in Judäa so wenig bekannt, dass es mir unmöglich ist, eine Oertlichkeit hierfür genau anzugeben. Dies ist, nach meinem Ermessen, die einzige Möglichkeit für Sie, ausländische Juden anzusiedeln. Anders verhält sich die Sache mit eingeborenen Juden, und ich stimme viel mehr dafür. Versuche mit solchen zu machen, als mit Eingewanderten, die das Land nicht kennen und die von der Regierung immer mit dem grössten Misstrauen angesehen werden. In der unmittelbaren Nachbarschaft von Safed kann man Land zu 1 lj2 bis 2 Napoleons per Acker (engl.) haben. Dies müsste ebenfalls auf den Namen eines zuverlässigen Mannes gekauft, ferner müsste ein Mann dahin gesendet werden, um die Familien auszusuchen, denen das Land übergeben werden soll und der die Arbeiten zu überwachen hätte. Diese Familien dürften nur als Pächter eingesetzt und das vorgelegte Geld müsste von ihnen in weit auseinander liegenden Terminen zurückbezahlt werden. Da sie geborene türkische Unterthanen wären, vertraut mit der Sprache und den Sitten des Landes, so hätte die Regierung keine Veranlassung, Opposition zu machen, besonders wenn die Sache ruhig betrieben und nichts davon gesprochen würde, dass es eine Colonie geben soll, was es auch in der That gar nicht von vornherein wäre, da das Land in der Nahe angekauft und von dort aus gebaut werden könnte; die Häuser würden dann gelegentlich für solche errichtet, die sich als tüchtig erweisen. Ich machte den Versuch mit einem Juden aus Safed, der nur Mitglied der Colonie ".123 VX1„ ist, und Herr Scheid sagt mir, dass er bei weitem der beste Colonist ist, den sie haben, und dass sein Beispiel und seine Localkenntniss sich als sehr schätzenswerth erwiesen haben. Er heisst Friedmann. Ich würde es zu einer unerlässlichen Bedingung machen, dass jeder auf diese Weise angeworbene Jude aus Safed nichts mehr von der nChalukahu erhielte. Die Häuser müssten von der Grösse der Eomilien abhängen, doch dürfte keines mehr als 60 £ Sterling kosten. Ich kenne den Preis der Ackerbaugerathe nicht; das Joch Ochsen wird ungefähr 20 K St. kosten. 200 Jf St. genügen, um eine Familie mit Land Haus u. s. w. zu versehen, aber nicht um sie auch das erste Jahr zu erhalten; aber ich darf wohl sagen, dass 300 M Sk reichlich genügen würden, um eine Familie unabhängig zu machen; man kann es vielleicht mit weniger thnn, aber ich empfehle niemals einem Colonisten, hierher zu kommen, wenn er nicht über haare 300 Si St. zu verfügen hat. Dasselbe gilt nach meiner Meinung auch für Judäa. Der wesentlichste Punkt ist die Beaufsichtigung, und da ich weiss, wass ich von den Juden hier zu Lande zu halten habe, sollte der Aufseher keiner hier im Lande geborener sein. Seine Unwissenheit und Rechtschaffenheit würden besser sein, als die Erfahrung der hiesigen. Meine Erfahrung lehrt mich, dass Juden gute Ackerbauer sein werden; sie sind energisch und ffeissig, aber sie sind zänkisch, widersetzlich, händelsüchtig und schwer zu lenken; unbedingt nöthig bei ihnen ist — Gerechtigkeit, Milde und Festigkeit, die sich bis zur Strenge steigern darf — Dr. Hermann Adler in Palästina. Herr Dr. H. Adler landete am 36. April in Jaffa, besuchte die Ackerbauschule daselbst, sowie die Colouieu TTTI.T». Tllpn NN3.. und ssMtl» "P'ltS und setzte Tags darauf seine Reise nach J erusalem fort. Hier will ich nur eine kurze Mittheilung über die Unterredung machen, die er mit Reonf Pascha, dem Statthalter von Jerusalem hatte. Herr Dr. Adler überbrachte dem Statthalter Grosse von Sir Moses Montefiore Reouf Pascha war von dieser Aufmerksamkeit sehr gerührt und sagte, dass die türkische Regierung sich den Juden immer geneigt gezeigt habe; die Juden müssten sich aber auch ihrerseits den Landesgesetzen unterwerfen. Bei dieser Gelegenheit drückte er sich missbilligend über die Colonisten auf -mpn rm. aus, die ohne Erlaubnisse ja gegen ausdrückliches Verbot sich Wohnungen

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