Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 52 (2.7.1885)
- Date
- 1885-07-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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862 imiflcn hin eingehend mit diesem Prozeß zu beschäftigen. Da die mit dem 15. Juli beginnenden Gerichtsfericn dazwischen fallen, so wird die Verhandlung vor dem Reichsgericht kaum vor dem Monat Oktober zu erwarten sein. Tie schriftliche Abfassung des (Erkenntnisses ist nunmehr seitens des Landgcrichtsdirektors Lnety und des bctr. Dcccrnenten vollendet, und das Aktenstück, in welchem die Grunde noch eingehender behandelt sein dürften, als bei der mündlichen Urtheilspnblikation, wird voraussichtlich innerhalb der nächsten 8 Tage dem angcklagtcn Bäcker zugcftellt werden. Altona, 21. Juni. Die portugiesische Gemeinde hier, deren Mitglicdcrzahl ohnehin seit Jahren eine geringe war und noch durch den Wegzug jüngerer Mitglieder nach Hamburg vermindert wurde, hat sich aufgelöst. Nachdem der letzte „Ehasan" (Vorbcter) gestorben, blieb die Synagoge geschloffen. Die Synagoge ist jetzt verkauft, aber mit der Elauscl, dast dieselbe nie zu einem anderen Zwecke verwendet werden dürfe. Die Verkäufer wollen die Verkaufssnmme zu wohlthütigen Stiftungen verwenden. Es wird beabsichtigt, ein Drittel der hochdeutschen Israelitischen Gemeinde in Altona, ein anderes Drittel der portugiesischen Gemeinde in Hamburg zu geben und der Rest soll zur Unterstützung unbemittelter Einjährig-Freiwilliger, ohne Unterschied der Konfession, Verwendung finden. — Zu der hier vacanten Stelle als Hilfsklausner, wurde von den einundzwanzig eingegangencn Meldungen nron rt'p jn: V'-mcis nnct? 'me nern ans Szcndrö (Ung.) gewählt. Herr K. war sieben Jahre lang als prao TD^n beim jetzigen Obcrrabbincr in Prcßb urg, kam vor '/» Jahre, um sein Studium im profanen Wissen fortznsctzcn, hierher, erwarb sich in Folge seiner rwp» wenn groste Sympathie, und ist's zu hoffen, daß auch er, gleich dem Herrn Oberrabbincr und den Herren Klausnern hier viele Jünger um sich schäarcn wird yxb 'i (^n cecNm mozm ins nree ie^v rrn, lrmrp .1ZST2' Ocslcrr.-Ungar. Monarchie. Wien. Die Untersuchung gegen „Tr." Augnftus Brimanus, aU«8 Justus, ist bereits abgeschlossen, und wird die Anklage gegen denselben wegen Verbrechens des Betruges, begangen durch Fälschung eines Maturitäts-Zeugnisses, erhoben. Die Untersuchung gegen Brimanus, welche sich auch auf eine Reihe vermögeusrcchtlicher Delicte erstreckte, führte in diesen Fällen zu keinem Resultate. Prag, 25. Juni. Mit vollster Genugthnung rcgistriren wir den Umstand, wie ernstlich man in den mastgcbcndeit Kreisen Prag's der tu unserer Zeit übcrhandnchmcuden verstand- und glaubensloscit' Vernünftclei über Bibel und Tradition zu steuern, und im Gcmüthe der sich hier in den rabbinischcn Tisciplincn ausbildcnden Jünger den unverfälschten, wahrhaft jüdischen Sinn für die Gotteslehre zu erwecken und wach zu halten bestrebt ist. Zufolge der traurigen Wahrnehmung, daß die Verdrehungsmanic moderner Kritiker und Sophisten für das Judenthum von unabsehbaren Folgen ist, hält man cs in der alten Mntterstadt jüdischer Gelehrsamkeit als heiligste Pflicht, die künftigen Leiter einer jüdischctt Gemeinde im Sinne des gesetzestrenen Jndenthums hcranzubilden. Eine neungliedrige Deputation der Hörer (auch Nichtjuden) des H. Universitäts-Professors Reg.-Rath Dr. Kämpf begab sich am 21. Juni, unter Führung des Rabbinatskandidatcn Herrn Tiebergcr, in dessen Wohnung und überreichte demselben aus Anlaß des ihm verliehenen Titels eines k. k. Regicrnngsrathes eine kaligraphisch ansgcführte Glückwnnschadrcsse, welche, nebst der Würdigung der großen Verdienste dieses Vertreters der orientalischen Philologie an der Prager bciitfdjcn Universität, hervorhob, was auch H. Tiebergcr in seiner gediegenen Ansprache scharf betonte, daß es eine der heiligsten Lebensaufgaben der Schüler sein werde, im Geiste des gefeierten Meisters, nach seiner Methode und mit jener liebevollen Pietät, die Se. Wohlehrwürden gegenüber der schonungslosen, alles zersetzenden .Kritik utoderner Literaten als fundamentale Bedingung ernster wissenschaftlicher Erkenntnis; betone, und mit jener gerechten Anerkennung der Leistungen unserer Altvordern für Exegese und Grammatik, die Reg.-Rath Prof. Kämpf in seinen Werken und Vorlesungen stets beobachtet, dereinst auf dem Felde der fern. Philologie thätig zu sein, um den Geist und die Methode seiner grundlegenden Forschung auf diesem Gebiete zur Herrschaft zu bringen. Ticfgcrührt sprach H. Prof. Kämpf der Deputation den Tank für die ihm bereitete Ovation aus mit der Versicherung, daß er stets bestrebt sein werde, das Jndenthum und dessen Grundsätze im Geiste unserer großen Bibel- und Talmud-Lehrer vorzutragen und zn lehren; denn mir dann und so kann Israel sich nnd der gesammten Menschheit zum Heile und Segen gereichen. W. Pefth, 28. Juni. Der Kaiser hat nunmehr auf Grund der Vorschläge des ungarischen Minister-