Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 52 (2.7.1885)
- Date
- 1885-07-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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86Ö den, wenn auch noch ss Viele es ausführen. Als die Israeliten am Fuße des Berges Sinai sich einen Götzen gemacht und ihn angebetct hatten, da war cs ein hohes Verdienst der Söhne des Stammes Levi, daß sie sich von der Gemeinde abgesondert und dem Götzen nicht gehuldigt hatten, wofür sie Gott emporhob ans der Mitte der Binder Israels und sie Seinem Dienste weihte für alle Zeiten. — Zu den Zeiten des Propheten Elijah» waren ini Reiche Israel nur 7000, die dem Baal nicht gedient hatten; sie allein blieben erhalten, während die Huuderttaufende der Götzendiener zu Grunde gingen. Die israelitische Gemeinde, der wir augehören und von der wir uns nicht lossagen sollen, muß ihrem Zwecke dadurch entsprechen, daß sie es dem Einzelnen ermöglicht und erleichtert, Gott in der Weise zu dienen, wie unsre heilige Religion es vorschreibt, Die Synagoge, die Schule, die Schechitah, die Mikwah, der Friedhof und die andern gemeinsamen Gemcindeinstitutionen müssen derart beschaffen sein, daß sie den Vorschriften des Gottesgesetzes entsprechen. Beschließt aber die Mehrzahl der Gemeindemitglieder, den öffentlichen Gottesdienst in der Synagoge durch allerlei Zuthaten und Weglassungen zu einem uujüdischen zu gestalten, oder einen Rabbiner anzustclleu, welcher der sogenannten Reforulrichtung angehört, wodurch die Schechitah vernachlässigt, der JugenduuLcrricht verdorben wird und alle übrigen religiöse Institutionen in Verfall gerathen, so ist cs Pflicht der treuen Gläubigen in Israel, sich von einer solchen Gemeiuschast loszusagen und eine eigene Gemeinschaft Gleichgesinnter zu bilden, um mit diesen die nothwcudigcn religiösen Einrichtungen zu treffen. Wer aber nicht so glücklich ist, an seinem Orte Gesinnungsgenossen zu haben, muß sich dennoch von einer Gemeinschaft lossagen, welche die Verletzung der Vorschriften unserer heiligen Religion zum Prinzip erhebt. So hat auch David gesagt (Psalm 26, V. 5) D’ino trip „ich hasse die Gemeinschaft der Uebelthäter." Wenn der Einzelne etwas Unrechtes, etwas llebeles thut, so findet es in der Regel bei den Menschen die richtige Benrtheilung. Wenn aber das Unrechte, das Ucbele zur Modesache wird, wenn viele Leute sich zusauinlensinden, um es ' zum Prinzip zu erheben, daun erscheint cs nicht mehr unrecht, nicht mehr übel. Daher rechnet rs David sich zum Verdienst an, daß er selbst dann das liebele haßt, wenn es von einer Gemeinde gemeinsam geübt wird. — So wünscht auch der Prophet Jirmijahu(E. 9, V. 1) sich weit hinweg von denl entarteten Volke, erzieht dietiefste Einsamkeit der Gemeinsamkeit mit den Uebelthätern vor. „O, daß man mir in der Wüste eine Herberge gebe, ich wollte mein Volk verlassen, von ihnen gehen; denn sie alle sind Ehebrecher, eine Bande Treuloser!" Auf eine Gemeinde, welche die Vorschriften der Lehre unseres Volkes verkürzen oder verändern will, findet der Ansspruch Hillels schon deßhalb keine Anwendung, weil eine solche Gemeinschaft den Namen einer Gemeinde gar nicht verdient. Die eigentliche Gemeinde ist die Gemeinde Gesammtisraels und zu dieser werden nur diejenigen gezählt, die das Streben haben, Gott zu dienen, Seine heiligen Gebote zu halten und ihre Kinder dazu zu erziehen. Jene aber, die Gott leugnen, den Sabbat entweihen, sich durch Genuß verbotener Speisen verunreinigen, die Ehegesetze, die Keuschheitsgesetze, die Neinheitsgesttze verletzen, sie haben sich von der Gemeinde Gesammtisraels losgesagt, wo Q’tra, ■rasn und wenn wir nns von ihnen trennen, so bleiben wir der Gemeinde Gesammtisraels treu. (Fortsetzung folgt.) Amerikanische Ariefe. m. □ New-Iork, 14. Juni. In einem Lande, wo die Zahl der glaubenstreuen Jehndim eine so geringe ist, erscheint jeder Verlust eines solchen doppelt beklagenswerth. Das orthodoxe Judenthum in New-Mrk hat kn der letzten Woche einen solch schmerzlichen Verlust erlitten, und es sei mir gestattet, in diesem Blatte, dessen Leser ja einen derartigen Verlust recht sehr zu würdigen wissen, dem Verstorbenen einen kurzen Nachruf zu widmen.. Herr Abr. Hei mann n"jr ist am 4. Juni nach ganz kurzer Krankheit im 45. Lebensjahre plötzlich und unerwartet gestorben, und mit ihm ist ein Jehudi ans dem Leben geschieden, wie es in der großen Weltstadt nur Wenige gibt. Von kleinen Anfängen hatte Herr H. zu einem vermögenden Manne sich emporgearbeitet, der, wie Wenige in diesem Laude, zu allen Zeiten seines Lebens ein streng-frommer Jehudi war. Als Herr H. noch weniger bemittelt, war er ebenso wohlthätig wie. in späteren Jahren, und wohl selten hat je ein Dürftiger vergebens an seine Pforte gepocht. Das Gotteshaus war ihm ein Lieblingsplatz und es verging kein Morgen, wo er nicht einen *:m p-© vor seinem Ausgang lernte. Als Vicepräsideut der min ni^n-Schule down town leistete er sehr Viel für die Anstalt; ebenso als Sammler für vrnvr p»; der Jeschiba in Woloschin konnte er stets erkleckliche