Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 50 (25.6.1885)
- Date
- 1885-06-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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830 Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. ' Ober-Namstadt, iS. Juni. Gestern fand eine gemeinschaftliche Sitzung des evangelischen Kirch cnvorstandes und der Kirchcnvertrctcr statt. Auf de r Tagesordnung stand das Gesuch der israelitischen R cligionsgcmcinde, eine Unterstützung ans der Kirchenkasse zum Snnagogcnban betreffend. Als zweiter Gegenstand die Errichtung einer Kleinkindcrschnle. Der erste Gegenstand fand seine Erledigung dahin, daß 150 Mark, welche bereits von unserem Kirchenvorstand bewilligt waren, obschon die Gegner eine Unterstützung auf das Entschiedenste bekämpften, doch gutgeheißen wurden. Fürth, i7. Juni. pN -j*n bj? min T.tfn ng\ Dieses, für die Jetztzeit so nothwcndige und daher auch zur Grundlage gewordene, Prinzip kann wohl nirgends besser gchandhabt werden, als in der dahier nun schon seit 25 Jahren bestehenden israel. Bürgerschule. Die vor einigen Tagen stattgehabtc öffentliche Religionsprüfung hat dies neuerdings glänzend bezeugt, indem Lehrer und Schüler darin wetteiferten, den Zuhörern ein klares Bild davon zu geben, was und wie an dieser Anstalt gelehrt und gelernt wird. Die Kuaben erwiesen sich je nach der Altersclasse vorzüglich bewandert in mit in rrn« und mit O’&reö, in -ny und biblischer Geschichte rc. Die hiesige isr. Bürgerschule ist eine wahre Zierde für alle frommen jüd. Kreise, sic erzieht unsere Kinder zu wahrhaften cmn*, zu tüchtigen Bürgern, zu gebildeten Menschen. Sie werden gestärkt und gestützt für das ganze Sieben, um auch in der Praxis zn bewähren, wases heißt: pN -pi üy min -.ic^n ns\ Diese Anstalt eignet sich auch noch ganz besonders für auswärtige fromme Familien, denen cs daran gelegen ist, ihre Kinder in ihrem Sinne zn erziehen, denn dieselbe bietet gleichfalls alle Vortheile für den Einjährig-Freiwilligcn-Dienst wie jede königl. Real- und Handelsschule. Die Schulgelder sind sehr niedrig gestellt, und einige Lehrer der Anstalt nehmen die fremden Schüler bereitwillig in Pension und unterstützen dieselben durch Privatunterricht. Schließlich sei auch noch dem so verdienstvollen Dircctor, Herrn Dr. Dessau, sowie den übrigen Herren Lehrern und dem Comitö für den, uns durchdiese öffentliche Prüfung verschafften, Hockgenuß der beste Dank ausgesprochen und auch der Wunsch eines erfreulichen, weiteren Gedeihens der Schule, und daß sich die Zahl der Gönner und Freunde auch nach auswärts stets vergrößern möge. Berlin, 22. Juni. In der Prozeßsache Stöcker gegen Bäcker (Freie Zeitung) legte Rechtsanwalt Sachs Namens des Angeklagten Revision ein, weil der Angeklagte auch wegen Verbreitung eines Flugblattes, das einen der incriminirtcn Artikel enthielt, bestraft wurde, während er den Einwand erhob, von der Verbreitung jenes Flugblattes nichts gewußt zu haben, welchen Einwand der Gerichtshof verwarf. Posen, 14. Juni. Ter gute Erfolg, den der Fabrikant Herr Dr. Samuel Papilsky in Posen mit seinem i^-Fleifchexlracte erzielt hat, welcher als haltbares und sehr bequemes Ersatzmittel der frisch bereiteten Fleischbrühe und als vortreffliche Würze aller Brühen, Suppen, Saucen, Gemüse re. in fast ganz Europa und theilweisc auch in Amerika längst Eingang gefunden hat, veranlaßte denselben einem weiteren, wohl noch größerem Bedürfnisse der jüdischen Küche abzuhelfen nnd dortselbst auch ein ^-Flcisch-Eonscrvenfabrik zu errichten, welche vor Kurzem in Betrieb gesetzt wurde. Auch letztere Fabrik steht unter Aufsicht des Posener Oberrabbiners Herrn Tr. W. Feilchenfeld. Da die nrrv-Flcischcouserven wohl geeignet scheinen, einerseits der jüdischen Haushaltung und Küche, sowie Reisenden, Badegästen, Auswanderern rc. große Begnemlichkcit und ökonomische Bortheile zu bieten und anderseits die sonst leider sehr oft bei Ermanglung von Fleischspeisen vorkommenden o^iräe zu verhüten, so »vollen »vir noch zur besseren Oricntirnng Einiges über die Art dieser Fleisch- Eonservcn und deren Anwendung hinzusügen. Die nahrhaftesten und schmackhaftesten Fleischspeise», »vie z. B. Rinder-, Kalbsnnd Hammelsbratcn, Eotclettes, Beefsteaks, gebratene Tauben, Hühnerfleisch in Brühe rc. werden ans bestem Fleische nach allen Regeln der modernen Kochkunst in der in peinlichster Sauberkeit gehaltenen Küchenabthcilung der Fabrik zubercitet, couservirt und in geschloffenen Blechbüchsen versandtfähig gemacht. Die Haltbarkeit der Dr. Papilsk»)'schen Flcisch-Eonserven ist ganz unbeschränkt. Beim Gebrauche werden die Büchsen vermittelst einer Büchscnschcere oder eines gewöhnlichen Kücheumeffers geöffnet und sind die Speisen sofort ohne irgend welche Zusatz genießbar. Will man sie »varm genießen, so braucht man nur die Blechbüchse vor dem Oeffnen ca. 8 Minuten in kochendem Wasser zu halten. Die Fleisch - Eonserven sind dann von den schmackhafteste»», frisch gekochten Fleischspeisen absolut nicht zu unterscheiden. Durch die Dr. Papilsky'schen ^-Fleisch-Conscrven ist nun jede Hausfrau in Ermangelung von rohem